Die Bilder von den Flüchtlingen Anfang des Jahres an der Grenze der Ukraine zu Polen und Ungarn sind alle noch gegenwärtig. Auch Tiere müssen vor dem unfassbaren Grauen in der Ukraine flüchten. Was die Tiere dabei durchleiden müssen, ist kaum zu begreifen.
Seit dem vierten Dezember werden im Tierheim Werbellin Hunde aus der Ukraine betreut. Unter anderem Lusya, eine dreibeinige Hündin. Sie wohnt seitdem mit weiteren sieben Leidensgenossen im Tierheim Werbellin.

Odyssee durch mehrere Tierheime

Im März sind diese Hunde, die in den kriegszerstörten Dörfern in der Region Charkiw im Osten der Ukraine umherirrten, in ukrainische Tierheime gebracht worden. Dort gibt es tausende verwaiste Tiere. Um möglichst viele von ihnen zu retten und die Tierheime zu entlasten, kamen „unsere“ Hunde zunächst nach Ungarn in dortige Tierheime.
Die Werbelliner Einrichtung hatte zwar unmittelbar nach Kriegsausbruch die Bereitschaft signalisiert, ukrainische Hunde zu übernehmen, aber konkret wurde es erst durch die Fernsehsendung des WDR „Tiere suchen ein Zuhause“ vom 13. November 2022, in der herzzerreißende Bilder gezeigt wurden. Das Tierheim Werbellin nahm Kontakt zu dem dort berichtenden Verein Animal Rescue e.V. auf. Dann ging alles ganz schnell. Bereits zwei Wochen später kamen Kischi, Alice, die dreibeinige Lusya und noch weitere fünf Hunde in der Schorfheide an.

Besondere Tiere mit Bedarf nach viel Nähe

Eine ganz besondere Gruppe, wie sie das Tierheimteam so noch nie erlebt hat in den über 30 Jahren seines Bestehens. Die Hunde sehnen sich regelrecht nach streichelnden Händen, suchen ständig menschliche Nähe und Körperkontakt. Man merkt ihnen deutlich an: Sie hatten einmal eine Familie, die ihre Vierbeiner geliebt und verwöhnt hat. Kischi hat bestimmt einmal mit im Haus gelebt, sich auf dem Sofa an sein Frauchen oder Herrchen geschmiegt und sich bekuscheln lassen.
Wie sollen diese Hunde verstehen, dass ihre Menschen nicht mehr da sind? Jetzt mussten sie durch mehrere Tierheime hintereinander. Das Erlebte, die Verluste, die Ängste haben bei allen Hunden zu mehr oder minder großen psychischen Schäden geführt. Diese zu mildern, wird bestimmt längere Zeit brauchen.

Tierheim braucht Unterstützung

Das Werbelliner Tierheim hatte schon vorher unter steigende Kosten für Tierarzt, Energie, Futter, Mindestlohnerhöhung zu leiden. Nun kommen noch 8 Hunde hinzu. Aber die Tierschützer sind sich sicher: In Notsituationen stehen die Tierfreunde zusammen.
Das hat sich nicht zuletzt in der schwierigen Coronazeit gezeigt. Neben Spenden, unter anderem für zu erwartende Tierarztkosten, sind Hundefreunde gefragt, die den einen oder anderen Hund aus der Ukraine adoptieren könnten.
* Die Autorin Karin Nicodem leitet das Tierheim Werbellin, die Hundepension Schorfheide und das Familienhundezentrum Bellodrom.

Das Tierheim in Werbellin unterstützen

Sachspenden werden hier gern entgegengenommen:
● Tierheim Werbellin
Werbelliner Dorfstr.36
16244 Schorfheide OT Werbellin
oder bei:
● Fressnapf
Eberswalder Straße 12
16227 Eberswalde
Hier können Sie mit einem Klick auf den gelben Button online Geld an das Tierheim spenden.
Tierheimleiterin Karin Nicodem gibt gern telefonisch Auskunft unter 0173 – 95 35 900.
Mehr Informationen auch unter www.hundeschule-bellodrom.de.