Hunde: Ausgesetzten Welpen aus Eberswalde aus dem Gröbsten raus
Allerdings steht inzwischen fest, dass die Welpen am 3. Februar geboren und damit an ihrem vierten Lebenstag von ihrer Mutter getrennt wurden. Sie hatten noch nicht ihre Augen geöffnet, mussten mit der Spritze gefüttert und nach jeder Mahlzeit durch Bauchmassagen zum Urinieren und Koten animiert werden.
Kümmerlinge holen mächtig auf
Bei zwei anfangs besonders schwachen Welpen war der Zustand sogar so kritisch, dass sie an ihrem zehnten Lebenstag in einen Brutkasten für Tiersäuglinge kamen, der ihnen Wärme spendete, und mit der Sonde ernährt wurden. Inzwischen haben die einstigen Kümmerlinge mächtig aufgeholt und stehen ihren Geschwistern in nichts mehr nach.
Die medizinische Intensivbetreuung der beiden Sorgenkinder ist in der Tierarztpraxis von Uwe Küchenmeister in Bernau vorgenommen worden. Um den fitteren Rest des Wurfes kümmert sich Roswitha Walkowiak in Seefeld bei Werneuchen. „Es ist, als würde ich einen Sack Flöhe hüten“, sagt die Tierschützerin, die seit 2011 eine Pflegestelle unterhält, die das Veterinäramt des Kreises Barnim bei Bedarf in Anspruch nimmt. Seit 2017 betreibt die gelernte Zootechnikerin/Mechanisatorin, die zuvor 27 Jahre lang als Pflegehelferin im Seniorenheim tätig war, überdies eine Hundepension.
Die sechs Welpen machen Roswitha Walkowiak viel Arbeit. Anfangs musste sie, nachts unterstützt durch ihren Mann, den vor Hunger fiependen Winzlingen alle vier Stunden mit der Spritze Hundemilch geben. Mittlerweile schlafen die Tiere gelegentlich schon einmal eine Nacht durch. Und sie sind auf Brei umgestiegen, den sie selbstständig fressen. Noch verbringt das Rudel die meiste Zeit mit Schlafen. In zwei mit weichen Decken belegten, zweckentfremdeten Laufställen strecken sie dabei grunzend alle vier Beine von sich. Manchmal bellen sie sogar — vermutlich etwas Aufregendes träumend.
Charakterliche Unterschiede
Die erste Wurmkur haben die Welpen bereits verpasst bekommen, als sie zwölf Tage alt waren. Am Mittwoch sind sie das erste Mal geimpft worden. Es geht um den Schutz vor Virusinfektionen wie Parvovirose oder Staupe. Den Ausgesetzten fehlen die lebenswichtigen Antikörper, die sie mit der Muttermilch aufgesogen hätten. Eine weitere Impfung wird folgen, bevor sie im Alter von neun Wochen an ihre zukünftigen Halter vermittelt werden können. „Das Veterinäramt erstellt eine Liste mit allen Interessenten“, sagt Roswitha Walkowiak, die sich die Hundebesitzer in spe genau anschauen wird.
Die sechs Welpen machen ihrer Betreuerin erst recht viel Freude. Sie kann jedes der Jungtiere, alles Weibchen, nicht nur am Äußeren, sondern auch am Charakter unterscheiden. „Da gibt es Draufgänger und Angsthasen“, verrät Roswitha Walkowiak.
In den Welpen stecken Gene von Boxern und Akita Inus — einer japanischen Hunderasse.
Kontakt unter Tel. 03334 2141600


