Pragmatisch, greifbar und in einem übersichtlichen Zeitraum realisierbar sollen sie sein – die Ideen für den vom Land Brandenburg ausgerufenen Wettbewerb „Meine Stadt der Zukunft“. Infrastrukturstaatssekretär Rainer Genilke hatte ihn kürzlich an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung vorgestellt. Eingeladen waren Verantwortliche sämtlicher Städte im Nordosten Brandenburgs. Ihre Kreativität ist nun gefragt. Die Ideen sollen die Gesamtheit der Bürger neugierig machen und hinter sich bringen. 

Raum für Experimente

„Es geht wirklich darum, zu experimentieren. Ein Freiraum etwas zu machen, dass Abseits des Alltagsgeschehens steht, in der Zukunft aber realisier bar ist“, sagte Professor Peter Dehne, Jurymitglied von der Hochschule Neubrandenburg. Und weil er weiß, dass Journalisten gern Beispiele haben, die etwas fetzen, benennt er eines das tatsächlich Sciencefiction-Assoziationen weckt: autonomes Fahren. Es müsse zur Stadt passen, hebt Staatssekretär Genilke hervor. Dabei könne es etwa um die Belebung der Innenstädte gehen. Wie können diese als Begegnungsraum erhalten bleiben? „Der Klimawandel, die Digitalisierung und der soziale Zusammenhalt sind neben der demografischen und wirtschaftlichen Entwicklung die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen für die brandenburgischen Städte. Die Arbeits- und Lebensbereiche der Menschen werden sich ändern“, so der Staatssekretär.

100.000 Euro pro Stadt

Die Ideen vierer  Modellstädte werden letztlich mit jeweils 100.000 Euro bezuschusst und ihnen damit die Möglichkeit gegeben, diese zu verwirklichen. Die Mittel sind zweckgebunden und können für die Beauftragung Dritter und für Sachkosten eingesetzt werden. Der kommunale Eigenanteil beträgt 20 Prozent der zuschussfähigen Gesamtkosten. Bewerben können sich Städte über ein Antragsformular auf der Homepage des Infrastrukturministeriums bis zum 15. Januar 2021. Eine Jury entscheidet. Ob Eberswalde auch am Wettbewerb teilnehmen wird, ließ Bürgermeister Friedhelm Boginski zur Vorstellung an der HNE noch offen. Das werde im Stadtentwicklungsamt diskutiert, sagte er gegenüber der MOZ. Er müsse mit seiner Stadt auch nicht überall dabei sein.