Internet
: WLAN um Himmels Willen

Wer im ländlichen Barnim kostenloses WLAN anbietet und warum es noch nicht mehr kommunale Hotspots gibt.
Von
Marco Marschall
Joachimsthal/Britz/Schorfheide
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  • Er ist drin: Pfarrer Ralf Schwieger zeigt, dass man an der Friedrichswalder Kirche ohne Probleme Zugang zum freien WLAN unter dem Namen Godspot erhält. Der Router, der das ermöglicht, steht bei ihm im Pfarrhaus. 2016 wurde er installiert. Ein Banner vor der Kirche weist Besucher auf das Angebot hin.

    Er ist drin: Pfarrer Ralf Schwieger zeigt, dass man an der Friedrichswalder Kirche ohne Probleme Zugang zum freien WLAN unter dem Namen Godspot erhält. Der Router, der das ermöglicht, steht bei ihm im Pfarrhaus. 2016 wurde er installiert. Ein Banner vor der Kirche weist Besucher auf das Angebot hin.

    Marco Marschall
  • Freies Netz in Groß Schönebeck: Auch in weiten Teilen des Parks am Jagdschloss soll es WLAN geben. Der Bürgerverein hat einen Hotspot an der nahen Kegelbahn eingerichtet.

    Freies Netz in Groß Schönebeck: Auch in weiten Teilen des Parks am Jagdschloss soll es WLAN geben. Der Bürgerverein hat einen Hotspot an der nahen Kegelbahn eingerichtet.

    Thomas Burckhardt
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Mit der Bibliothek, dem Markt und der Hochschule verfügt Eberswalde bereits über mehrere Hotspots, die kostenloses Surfen im Netz ermöglichen. Doch wie sieht es in ländlichen Kommunen aus? Auf der Suche nach WLAN im Oberbarnim.

Nicht nur in Sachen Mobilfunkempfang benötigen Menschen im ländlichen Raum Gottvertrauen. Auch freies WLAN fällt nicht einfach so vom Himmel. Oder vielleicht doch? Wer an der Kirche von Friedrichwalde danach sucht, wird fündig. Dort hat Pfarrer Ralf Schwieger einen „Godspot“ eingerichtet. Der Router des göttlichen Hotspots befindet sich im Pfarrhaus. „Schüler, die auf den Bus warten, nutzen es und neulich hat eine Professorin ihre Arbeit von dort versendet“, berichtet Schwieger, der die Nutzer von seinem Arbeitszimmer aus sehen kann. 200 Menschen können sich theoretisch einloggen. Beim Motorradgottesdienst aber ist selbst der Godspot überlastet.

Die Kosten fürs Angebot sind nicht wesentlich höher als für den heimischen Router. Trotzdem ist es bisher der einzige freie Netzzugang im Amt Joachimsthal. Der Wunsch nach mehr ist durchaus da. Allerdings hänge die Umsetzung vom Land und dessen Projekt „WLAN Hotspots in Brandenburg“ ab. Im Oktober hat die Joachimsthaler Amtsverwaltung im Rahmen des Projektes mehrere freie Netzzugänge beantragt. Unter anderem für die Schorfheide–Info in Joachimsthal, den Kaiserbahnhof und für sämtliche Gemeindezentren. Außerdem soll das Projekt  „MeinBrandenburg“ die Digitalisierung des Tourismus fördern, die Schorfheide–Info ihren Hotspot nun darüber erhalten.

In der Gemeinde Schorfheide wird das freie WLAN touristisch ebenfalls als wichtig eingestuft. Allein will es die Kommune dennoch nicht anpacken. „Die Gemeinde Schorfheide hat bisher Zuschüsse für öffentliche WLAN–Hotspots sowohl aus einem EU– als auch aus einem Landesförderprogramm sowie über die kreisliche Wirtschafts– und Tourismusentwicklungsgesellschaft gestellt“, teilt die Verwaltung mit. Zusagen gebe es noch nicht.

Deshalb bleiben auch die ersehnten Hotspots am Erzbergerplatz und am Wasserwanderrastplatz in Finowfurt, in der Touristinfo und am Bahnhof Groß Schönebeck, am Schloss Lichterfelde und an der Altenhofer Promenade bislang noch Zukunftsmusik. In Altenhof komme erschwerend hinzu, dass sich dort kein Gebäude in Eigentum der Gemeinde befindet. Immerhin: in der Touristinfo von Eichhorst kann man sich während der Öffnungszeit mit dem dort erhältlichen Passwort ins Netz einloggen. Außerdem gibt es gemeinnützige Anstrengungen durch den Bürgerverein Groß Schönebeck, der am Bürgerhaus „Alte Schmiede“ und an der Kegelbahn im Schlosspark WLAN–Hotspots betreibt. Zudem bietet McDonald’s in Finowfurt  diesen Service an.

Dass auch Gewerbetreibende im Amt Britz–Chorin–Oderberg den drahtlosen Zugang ermöglichen, schließt die Verwaltung dort nicht aus. Einen kommunalen Hotspot gebe es derzeit aber noch nicht. Auf Anregung von Lunow–Stolzenhagen seien für alle Gemeinden Fördermittel nach dem EU–Förderprogramm WIFI4EU beantragt worden. Eine Bewilligung blieb bisher aus. Weitere Beantragungen werden auf den Weg gebracht, teilt Amtsdirektor Jörg Matthes mit. Für sinnvoll erachtet er öffentliches WLAN zum Beispiel in den Tourismusinformationen Krafthaus Niederfinow, Museum Oderberg und Kloster Chorin.