Jubiläum
: Vom Eigenheim bis zum Kreishaus

7000 Baugenehmigungen in 25 Jahren
Von
Viola Petersson
Eberswalde
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  • Paul-Wunderlich-Haus: Nach zweijähriger Bauzeit wurde im Juli 2007 im Zentrum eines der modernsten ökologischen Verwaltungsgebäude eröffnet. Dabei taten sich die Eberswalder zunächst mit der Bebauung des sogenannten Pavillonplatzes schwer.

    Paul-Wunderlich-Haus: Nach zweijähriger Bauzeit wurde im Juli 2007 im Zentrum eines der modernsten ökologischen Verwaltungsgebäude eröffnet. Dabei taten sich die Eberswalder zunächst mit der Bebauung des sogenannten Pavillonplatzes schwer.

    Thomas Burkchardt
  • Auf dem "Forßmann" wurde eine Plattform für den Rettungsheli errichtet.

    Auf dem "Forßmann" wurde eine Plattform für den Rettungsheli errichtet.

    Sören Tetzlaff
  • Investitionen im Bereich Produktion: Finow Automotive hat Werkhallen neu errichtet bzw. umgebaut. Zu den gewerblichen Bauten gehören auch die Schultaschenfabrik McNeill oder der Binnenhafen.

    Investitionen im Bereich Produktion: Finow Automotive hat Werkhallen neu errichtet bzw. umgebaut. Zu den gewerblichen Bauten gehören auch die Schultaschenfabrik McNeill oder der Binnenhafen.

    Sören Tzelaff
  • Der Zoo hat neue Anlagen geschaffen, etwa das Urwaldhaus.

    Der Zoo hat neue Anlagen geschaffen, etwa das Urwaldhaus.

    Thomas Burkchardt
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Wenn Udo Götze voller Leidenschaft über seine Arbeit und die aktuellen Projekte spricht, dann mischt sich schon ein wenig Wehmut mit in seine Worte. Denn: Einige jener Vorhaben, die er und seine Kollegen gerade geprüft und genehmigt haben, „werde ich in der Umsetzung oder Fertigstellung nicht mehr in meiner aktiven Zeit erleben“, bedauert der 62–jährige Chef des Eberswalder Bauordnungsamtes. Schließlich hätten Baugenehmigungen seit einigen Jahren eine Geltungsdauer von sechs Jahren.

Gleichwohl: Allein das bereits Realisierte kann sich sehen lassen. Die Bauaufsichtsbehörde, die dieser Tage ihr 25–jähriges Bestehen feiert, hat seit 1994 mehr als 7000 Baugenehmigungen erteilt. Für Neubau–Projekte und größere Sanierungsvorhaben. Eine Zahl, die im Stadtbild deutlich erkennbar ist. Fast all das, was seither in Eberswalde errichtet, umgebaut oder modernisiert wurde, ging über den Tisch des Teams um Udo Götze. Die Palette reicht vom Eigenheim über die Werkhalle bis hin zur Schule und Kita. Darunter zahlreiche stadtbildprägende Bauten wie das Paul–Wunderlich–Haus, das Salomon–Goldschmidt–Quartier, die Michaelisgärten, das Bürgerbildungszentrum, das Hospiz, die Rathauspassage, die Osterweiterung des Brandenburgischen Viertels ...

Mit dem Erlass der ersten Bauordnung des Landes Brandenburg 1994 erhielt Eberswalde auch die Möglichkeit bzw. die Aufgabe, eine eigene Bauaufsichtsbehörde aufzubauen. Bauingenieur Götze, damals noch in der Bauordnungsbehörde des Landkreises tätig, bewarb sich als waschechter Eberswalder und glühender Lokalpatriot um die Stelle als Amtsleiter. Und setzte sich durch. „Wir haben damals mit sieben Mitarbeitern angefangen“, erinnert er sich. Zu den ersten Projekten, die seine Mannschaft zu prüfen hatte, gehörten die Hauptfeuerwache in Finow, der Baumarkt Max Bahr (heute Sonderposten Thomas Philipps) sowie die Rekonstruktion des Hauses Schwärzetal. „Damals“, weiß Götze noch genau, „galt eine Baugenehmigung übrigens nur zwei Jahre.“

In der Krise eher saniert

Vier Bauordnungen, vier Gesetzeswerke, und diverse Vorschriften später beschäftigt die Behörde neun Mitarbeiter. „Und es gibt Überlegungen, das Amt personell zu verstärken“, so Götze. Denn: Der anhaltende Bauboom, die Hochkonjunktur, bescheren dem Team jede Menge Arbeit. „Gegenüber 2015 verzeichnen wir etwa einen Zuwachs an Anträgen von 30 Prozent“, schätzt der Amtsleiter ein. Und nennt eine zweite Zahl: „Im vorigen Jahr verzeichneten wir insgesamt 1415 Posteingänge. In diesem Jahr sind wir jetzt schon bei 1339.“

Neben dem Bauboom der 1990er–Jahre erlebe Eberswalde, wie viele Kommunen, aktuell ein Investitionshoch. Die Stadt selbst nehme Projekte in Angriff, private Investoren nehmen Geld in die Hand wie auch Familien. Ein echtes Tief habe die Barnimer Kreisstadt nicht erlebt. Auch nicht in der Zeit der Finanzkrise ab 2007  sowie in der Zeit der schweren Rezession 2008/09.  Unter anderem dank der Konjunkturpakete hat die Kommune verstärkt in die soziale Infrastruktur investiert. „In der Zeit wurden unter anderem die Schulen saniert“, erinnert sich Götze. Überhaupt hätte zu jener Zeit der Schwerpunkt auf Um– und Ausbau gelegen.

Im Laufe der 25 Jahre habe sich das Genehmigungsverfahren natürlich verändert. Zum einen aufgrund sich verändernder gesetzlicher Grundlagen, das Baugenehmigungsverfahren hat heute beispielsweise eine „konzentrierende Wirkung“, das heißt die Behörde holt etwa naturschutz– und denkmalrechtliche Erlaubnisse ein. Zum anderen seien die Vorhaben teilweise komplexer geworden. Stichwort Brandschutz. „Der Aufwand für die Bauaufsicht“, so Götze, sei trotz der Bestrebungen des Landes zur Entbürokratisierung, „größer geworden.“ Darüber hinaus sei freilich die Digitalisierung deutlich vorangeschritten. Bauherren können sich heute beispielsweise auf der Homepage der Stadt unter "Bauen online“ über den Stand ihres Genehmigungsverfahrens informieren.

Auch wenn der Unterhalt einer unteren Bauaufsichtsbehörde für Eberswalde eine Pflichtaufgabe ist, Udo Götze sieht darin einen entscheidenden Vorteil: „Wir vertreten zugleich die Interessen der Kommune.“ Und wie schnell sind Götze und Kollegen? Der Amtsleiter salomonisch: „So gut die Vorlagen, so schnell die Bearbeitung.“ In der Regel schaffen es die Mitarbeiter, wenn alle nötigen Stellungnahmen vorliegen, den grünen Stempel innerhalb von einem Monat unter den Antrag zu setzen. Auch ein Ergebnis der Schulungen für Architekten, die Udo Götze und sein Kollege vom Landkreis Barnim regelmäßig seit einigen Jahren anbieten. Für Häuslebauer wiederum hat das Eberswalder Amt einen Leitfaden entwickelt: „Der Weg zum Eigenheim“.