Katastrophenschutz im Barnim
: Gibt es bei einer Krise im Landkreis genügend Helfer?

Die Katastrophen-Leuchtschutztürme sind errichtet. Wie sieht die personelle Besetzung in den Ämtern rund um Joachimsthal, Biesenthal, Britz und Oderberg aus?
Von
Stephan Backert
Joachimsthal
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Die Georg-Büchner-Schule in der Brunold-Straße in Joachimsthal. Rund 270 Grundschüler werden hier unterrichtet.

Die Georg-Büchner-Schule in der Brunold-Straße in Joachimsthal. Rund 270 Grundschüler werden hier unterrichtet.

Die Georg-Büchner-Grundschule in Joachimsthal ist einer von 20 Standorten im Barnim, die beim Katastrophenschutz eine Rolle spielen. Gibt es genügend Freiwillige für den Krisenfall?

Stephan Backert
  • Barnim hat 20 Katastrophenschutz-Leuchtturm-Standorte, meist Schulen/Sporthallen.
  • Ausstattung: Notstrom, Sat-Kommunikation, Sanitär, Heizen, Kochen, Trinkwasser, Anzeige.
  • Joachimsthal sucht Freiwillige für Georg-Büchner-Grundschule; Aufruf im Schorfheide-Boten 2026.
  • Pro Standort: 12 Std erreichbar; mind. 8 Personen täglich, Schichtbetrieb angestrebt.
  • Auch Biesenthal und Britz-Chorin-Oderberg suchen Helfer für Hallen in Biesenthal, Oderberg, Britz.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der tagelange Blackout im Süden von Berlin hat es erst kürzlich gezeigt: Deutschlands Infrastruktur ist verwundbar. Schnelle und unkomplizierte Hilfe ist in solchen Fällen dann besonders gefragt. Das Netz an sogenannten Katastrophenschutz-Leuchttürmen (KatS-Lt), die auch für solche Notfälle gedacht sind, steht im Barnim mittlerweile. Doch gibt es auch ausreichend Helfer, die bei einer Krise zur Stelle wären?

Vorab: Es sind keine neuen Turm-Bauwerke, die für den Katastrophenschutz errichtet wurden. Bei den 20 Standorten, die im Barnim als Standorte ausgewählt wurden, handelt es sich häufig um öffentliche Gebäude. Oft sind es Sporthallen oder Schulen, die dafür hergerichtet wurden. Sie sollen als Anlaufstellen für Einwohner in Krisensituationen dienen.

Die Gebäude müssen über eine separate Notstromversorgung verfügen. Außerdem sollen sie Sprach- und Datenkommunikation ermöglichen, notfalls per Satellit. Sanitäre Anlagen und Sitzgelegenheiten zählen unter anderem ebenso zur Ausstattung, wie beispielsweise Heizgeräte, Möglichkeiten zum Kochen und zur Trinkwasseraufbereitung. Ebenso zählen hier Möglichkeiten zur Informationsanzeige, wie beispielsweise Fernseher, zur Pflichtausstattung.

Warum in Joachimsthal nach Freiwilligen gesucht wird

„Das Einzige, was fehlt, sind immer noch Personen, die diesen Kat-Leuchtturm im Falle eines Falles betreuen. Einige wenige haben sich schon nach dem Aufruf im Novemberamtsblatt gemeldet. Danke dafür! Aber das ist bei weitem noch nicht ausreichend“, schreibt Joachimsthals Bürgermeister in einem Artikel für die Januar-Ausgabe 2026 des Schorfheide-Boten, dem auch gleich ein Registrierungsformular für mögliche freiwillige Interessenten beiliegt.

Auch über die Internetseite des Amtes wird derzeit nach Freiwilligen gesucht, die im Falle des Falles Dienst am Standort in der Georg-Büchner-Grundschule Joachimsthal in der Brunoldstraße 15b  leisten wollen.

„Nach Maßgabe des Landkreises soll ein Katastrophenschutz-Leuchtturm etwa zwölf Stunden am Tag für die Bevölkerung erreichbar sein. Für den Betrieb eines KatS-Lt. werden täglich mindestens acht Personen benötigt, wobei eine Doppelt- oder Dreifach-Besetzung für einen möglichen Schichtbetrieb optimal ist“, ist in einer Information des Ordnungsamtes auf der Webseite vom Amt Joachimsthal zu lesen.

Doch personell kann ein solcher Schichtbetrieb nicht allein durch Mitarbeiter des Amtes oder Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren abgedeckt werden. „Diese sind entweder schon im Einsatzgeschehen eingebunden oder arbeiten teilweise im Verwaltungsstab zur Krisenbewältigung mit“, heißt es aus dem Joachimsthaler Ordnungsamt.

Biesenthal: Ehrenamtliche haben Schlüsselfunktion

Auch im Amt Biesenthal-Barnim wird derzeit aktiv nach Freiwilligen gesucht, die den Katastrophenschutz-Leuchtturm in der Dreifeld-Sporthalle in der Schützenstraße 44a in Biesenthal im Krisenfall besetzen.

„In einer großflächigen Notlage, wie einem lang anhaltenden Stromausfall, wird die Feuerwehr oft an anderen kritischen Stellen gebraucht, etwa bei Bränden oder technischen Rettungen. Dadurch können nicht alle Hilfsbedarfe gleichzeitig abgedeckt werden. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer an den Leuchttürmen übernehmen daher eine Schlüsselrolle, um die Grundversorgung der Bevölkerung sicherzustellen“, heißt es auf der Webseite des Amtes.

Spezieller Qualifikationen bedarf es nicht, um als Unterstützer tätig zu werden. Handwerkliches Geschick, etwas technisches oder medizinisches Wissen sind für diese ehrenamtliche Tätigkeit von Vorteil. Aber auch die Freude am Helfen und somit in schwierigen Situationen für Menschen aus der Nachbarschaft da zu sein, ist ein wichtiger Aspekt bei dieser Tätigkeit.

Suche auch im Amt Britz-Chorin-Oderberg

Auch im Amt Britz-Chorin-Oderberg ist die Suche nach Freiwilligen für die Besetzung der beiden Katastrophenschutz-Leuchttürme im Amt immer wieder Thema. So steht es beispielsweise bei der Gemeindevertretersitzung von Liepe am Dienstag, 10. Februar, auf der Tagesordnung.

Markantes Gebäude im Oderberger Friedenshain: die Sporthalle der Stadt. Kann die Sanierung fortgesetzt werden?

Die Sporthalle Am Friedenshain in Oderberg. Auch sie ist ein Standort für einen Katastrophenschutz-Leuchtturm im Landkreis Barnim.

Stephan Backert

Auch hier werden Freiwillige für die Besetzung der beiden Katastrophenschutz-Leuchttürme des Amtes gesucht. Sie befinden sich hier in der Sporthalle Am Friedenshain 19 in Oderberg und in Britz in der Sporthalle Am Grund 17.