Eine Stadt, in der sich auch Kinder sicher, frei und selbstständig bewegen können – dafür haben am Sonnabend fast 30 Kinder und Erwachsene eine zwei Kilometer lange Runde auf dem Rad durch Eberswaldes Innenstadt gedreht. Bereits vor einer Woche fand in mehr als 100 Städten bundesweit die erste „Kidical Mass“-Fahrrad-Demo statt. Eberswalde zog jetzt nach – bei strömendem Regen.

Fahrradfahren zur Kita? „Fürchterlich.“

Warum sie dabei ist? „Seit wir hier wohnen, konnten wir noch nicht einmal mit dem Fahrrad zur Kita fahren, weil die Breite Straße ganz fürchterlich ist“, sagt Stephie Wolff. Die 28-Jährige, seit Februar Neu-Eberswalderin und im Stadtzentrum wohnhaft, radelt deshalb mit ihren beiden Kindern Emma (6) und Linus (4) mit. Vorher habe die Familie in Melchow gewohnt. „Da war das Fahrradfahren natürlich ganz anders.“

Idee geht auf weltweite „Critical Mass“-Bewegung zurück

Die Idee für die Aktion geht auf die weltweite Critical-Mass-Bewegung zurück. Geplant war die erste bundesweite für Familien und Kinder adaptierte „Kidical Mass“ ursprünglich für März – kurz nach Beginn des Lockdown.
In Eberswalde hat Karen Rike Greiderer die Kinder-Demo organisiert. Die 37-Jährige, die als Freiberuflerin rund ums Fahrrad tätig ist, aber auch ehrenamtlich in mehreren Fahrradinitiativen mitmischt, nennt sich selbst nach niederländischem Vorbild Fahrradbotschafterin. „Mobilität ist menschlich und Städte sind für Menschen da“, sagt sie.

Für die Fahrrad-Botschafterin geht es um die Jüngsten

Ihr gehe darum, Menschen zu mobilisieren, aufs Fahrrad umzusteigen, „ohne andere Verkehrsarten abzuwerten“ und auch innerhalb der Bewegung zu zeigen, dass es auf die Jüngsten ankomme. „Wenn sich Kinder sicher bewegen können, können das Alte auch“, sagt die Mutter einer dreijährigen Tochter.

Volksinitiative „Verkehrswende Brandenburg jetzt!“ aktiv

Eine nächste Aktion werde es rund um Halloween geben. Zudem soll die Initiative in Eberswalde weiter Fuß fassen. Im kommenden Jahr seien zwei bis drei Aktionen geplant.
Am Rande der Fahrrad-Demo sammelte auch die Volksinitiative „Verkehrswende Brandenburg jetzt!“ Unterschriften.