Kinder trinken Alkohol: Prävention von Krankenkasse – nach Vergiftung bei Jugendlichen

Prost. Mitunter bleibt es aber auf der Party nicht bei einem oder bei zwei Bier. 29 Kinder und Jugendliche mussten wegen einer Alkoholvergiftung 2022 im Krankenhaus behandelt werden, darunter sieben jüngere Schüler.
Angelika Warmuth/dpaDas Bier auf der Disko, der Shot unter Kumpels, der Cocktail zum Chillen ... Was harmlos anfängt, kann schnell ausarten. Und nicht selten endet die Party für den einen oder anderen im Vollrausch im Eberswalder „Forßmann“ oder in der Klinik Bernau.
Die Zahl der Komasäufer unter Kindern und Jugendlichen ist zwar leicht zurückgegangen. Dennoch sieht Heiko Schübler, Chef der Krankenkasse DAK-Gesundheit in der Region, keinen Grund für Entwarnung. 2022 landeten 29 Mädchen und Jungen im Barnim mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus. Darunter sieben Kinder, die erst zehn bis 14 Jahre waren. Weshalb die Versicherung in ihren Bemühungen um Prävention und um Aufklärung nicht nachlassen werde, so Schübler.
Kinder trinken Alkohol: Weniger Klinikaufenthalte
Trotz des Rückgangs der Zahl alkoholbedingter Klinikaufenthalte von Kindern und Jugendlichen im Barnim (landesweit war eine Reduzierung von 9,4 Prozent zum Vorjahr zu verzeichnen) bleibe das Rauschtrinken ein Problem. „Viele Jugendliche überschätzen sich und glauben, Alkohol gehöre zum Feiern und Spaßhaben dazu“, sagt Heiko Schübler. „Alkohol wirkt auf junge Menschen schneller, stärker und länger als auf Erwachsene.“
Deshalb sei das Komasaufen bei Jugendlichen so gefährlich. „Wichtige Gesundheitsthemen wie dieses sollten im Schulalltag diskutiert“, ist Schübler überzeugt. Besonderen Anlass zur Sorge bereitet Experten der Alkoholmissbrauch bei jüngeren Mädchen und Jungen. In der Altersgruppe der Zehn- bis 14-Jährigen mussten immerhin sieben Kinder im Landkreis in einer Klinik behandelt werden.
Plakataktion der Krankenkasse „bunt statt blau“
Deshalb setze die DAK-Gesundheit ihre Kampagne zur Alkoholprävention beim Nachwuchs fort. Unter dem Motto „bunt statt blau“ sei vor Kurzem die 15. Auflage der Plakataktion gestartet. Die Kasse sucht erneut die besten Plakatideen und -gestaltungen von Schülern zwischen zwölf und 17 Jahren zum Thema Rauschtrinken. Die Jugendlichen sind eingeladen, sich mit dem Thema Alkoholmissbrauch zu beschäftigen und bis Ende des Monats kreative Plakate zu entwerfen.
Auf die Gewinner warten Geldpreise
Verbunden mit der Kampagne ist die „Aktion Glasklar“, die Schüler, Lehrer und Eltern über die Folgen von Alkoholmissbrauch aufklärt. Seit 2010 haben bundesweit mehr als 130.000 Schüler bunte Plakate gegen das Komasaufen gestaltet, darunter auch viele Schüler aus dem Barnim.
Bei dem Plakatwettbewerb, für den in Brandenburg Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher die Schirmherrschaft übernommen hat, warten auf die Gewinner Geldpreise in Höhe von insgesamt rund 12.000 Euro, so Schübler. Nach Ende der Einreichungsfrist werden in allen 16 Bundesländern die Sieger-Plakate ausgezeichnet. Anschließend wähle eine Bundesjury aus den besten Landesarbeiten die Bundessieger, erklärt Schübler das Verfahren.
Zusätzlich gebe es auch in diesem Jahr auf Landes- und Bundesebene den „Sonderpreis Junge Talente“ und bundesweit den Sonderpreis „Instagram“ für die besten Bilder, die mit dem Hashtag #dakgesundheit oder #buntstattblau hochgeladen wurden. Einsendeschluss für alle Arbeiten ist der 31. März.
Weitere Infos und Teilnahmebedingungen: www.dak.de/buntstattblau
Die Folgen von exzessivem Alkohol trinken bei Kindern
● Kinder, die in jungen Jahren exzessiv Alkohol trinken, können ernste gesundheitliche, soziale und psychologische Folgen erfahren.
● Dazu gehören Organschäden wie eine verzögerte Hirnentwicklung, die Entwicklung einer chronischen Leber- und Bauchspeicheldrüsenschädigung, ein erhöhtes Risiko für Sucht im späteren Leben, Probleme in der schulischen Leistung, soziale Isolation, riskantes Verhalten, sowie ein erhöhtes Unfall- und Verletzungsrisiko.
● Es ist daher entscheidend, frühzeitig präventive Maßnahmen zu ergreifen, um diese potenziellen Risiken zu minimieren.
– Dr. Beate Schwarz, ärztliche Leiterin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Helios Klinikum in Bad Saarow –

