Kommunalwahl: Freifahrt im Obus angeregt

Massenhaft leere Plätze: Bei der Podiumsdiskussion im Hörsaal, moderiert von Frank Wruck (r.) sitzen die Kandidaten vor kaum besetzen Zuschauerrängen.
MOZ/Thomas Burckhardt„Das Bürgerinteresse ist ernüchternd“, gab Moderator Frank Wruck zu, der dem Verein Lokale Agenda 21 vorsteht, der das Wahlforum organisiert hatte.
Eines der am meisten diskutierten Themen des durchaus kurzweiligen Abends war die Mobilität, die Wirtschaftsvertreter und Naturschützer gleichermaßen beschäftigt.
So erklärte Oskar Dietterle, BVB/Freie Wähler, der zum ersten Mal für die Stadtverordnetenversammlung antritt, dass sich die Durchlässigkeit im Eberswalder Stadtverkehr mehr und mehr verschlechtere. „Jetzt werden auch noch Fahrspuren auf der innerörtlichen B 167 zurückgebaut“, kritisierte er den Radwegebau an der Eberswalder Straße.
Wer den motorisierten Individualverkehr nicht ausufern lassen wolle, müsse Alternativen bieten, sagte Volker Passoke, Die Linke, und schlug vor, in Eberswalde drei zusätzliche P+R-Flächen einzurichten. die sich am Dr.-Zinn-Weg in Nordend, an einem noch zu bestimmenden Punkt in Ost-end sowie an der ehemaligen Chemischen Fabrik in Finow befinden könnten, an der es bereit einen großen Parkplatz gibt. „Von diesen drei Standorten aus könnte der öffentliche Personennahverkehr Pendler kostenlos ins Zentrum bringen“, empfahl er.
Weniger Zukunftsvision, mehr Tagespolitik war die Forderung von Götz Trieloff, FDP, danach, den Takt zu verdichten, nach dem die Obusse durch Eberswalde fahren. "Und über Kurz oder Lang führt an einem Streckenausbau für die Strippe kein Weg vorbei“, hob er hervor.
Das vom Kreis Barnim ins Leben gerufene Carsharing-Projekt sei unbedingt unterstützenswert, merkte Danko Jur, CDU, an. Gemeinsam Autos zu nutzen, sei umweltfreundlich.
Der in Eberswalde begonnene Radwege-Ausbau müsse auf jeden Fall fortgesetzt werden, sagte Karen Oehler, Bündnis 90/Die Grünen. "Und es werden zusätzliche Fahrrad-Stellplätze benötigt“, fügte sie hinzu.
Autos werden weiter gebraucht
Während Hardy Lux, SPD, dazu riet, sich bei der Mobilität an den Bedürfnissen der schwächsten Verkehrsteilnehmer, also der Fußgänger und Radfahrer, zu orientieren, votierten Götz Herrmann, Bürger für Eberswalde, und Conrad Morgenroth, Bürgerfraktion Barnim, dafür, nicht zu vergessen, dass Eberswalde eine Bandstadt sei und Autos daher vorerst weiter gebraucht würden.
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