Konzert: Die Prinzen erstmals in Eberswalde

Nach 30 Jahren Bandgeschichte haben es die Prinzen endlich geschafft, ein Konzert in Eberswalde zu geben.
Thomas Burckhardt„Da muss man fast 30 Jahre warten, um den Höhepunkt der Karriere erleben zu dürfen. Die Prinzen in Eberswalde.“ Nach dieser Ansage von Sebastian Krumbiegel zu Beginn des Konzertes der Prinzen am Freitagabend in der Maria–Magdalenen–Kirche war klar: Von jetzt an haben sie ein Heimspiel. Das sind solche Sätze, mit denen man sein für sich einnimmt, da sind die Jungs nach drei Jahrzehnten Bühnenpräsenz einfach Profis.
Doch die siebenköpfige Band ehemaliger Sänger des Leipziger Tomanerchors und des Dresdner Kreuzchors klopfen nicht nur Sprüche, sie liefern auch. Und sie zeigten gleich zum Beginn des Konzerts, dass sie den sakralen Gesang immer noch drauf haben. Mit einem Kirchenchoral eröffneten sie das Kirchenkonzert a cappella. Aktuell sind die Prinzen auf Kirchenkonzerttournee. Als ehemalige Sängerknaben kennen sie sich in heiligen Gemäuern aus und eben auch mit der entsprechenden Musik.
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Doch nach dieser Einführung kam von den Prinzen das, was man von den Prinzen kennt und was man von ihnen hören will. „Deutschland“, „Du musst ein Schwein sein“, „Das Leben ist grausam“, „Alles nur geklaut“ und die ganzen Hits, mit denen sie ab den 90er Jahren Erfolge feierten. Dabei ist für Sebastian Krumbiegel, Tobias Künzel, Mathias Dietrich, Wolfgang Lenk, Jens Sembdner, Henri Schmidt und Ali Zieme in den 30 Jahren längst nicht alles glatt gelaufen. Daraus machen sie auch gar keinen Hehl, sondern verarbeiten es in einem Song. „Wir halten durch“ stammt zwar schon aus dem Jahr 2010, machte aber schon damals deutlich, dass die Karriereleiter nicht nur den Weg nach oben kennt. Und nicht immer zieht Qualität automatisch den Erfolg nach sich.
Bei den Prinzen hat es geklappt und sie haben immer noch Erfolg damit. „Unsere Tour ist tatsächlich ausverkauft, freut sich Krumbiegel vor dem Eberswalder Publikum und bedankt sich, dass die Besucher das Prinzen–Konzert der Shoppingnacht vorgezogen haben. Und nicht zu wenige. „Jibt et hier Bananen“, kommentierte eine Besucherin die lange Schlange, die sich vor Konzertbeginn vor der Kirche gebildet hatte. Ein DDR–Kalauer darf bei einem derartigen Anblick schon mal sein.
Einen Werbeblock für das künftige Fahrradparkaus in Eberswalde machten die Prinzen an diesem Abend gleich auch noch — wahrscheinlich unwissentlich. Aber ihren Song „Nur Genießer fahren Fahrrad“ könnte man tatsächlich auch zur Eröffnung des Parkhauses spielen. Mal abwarten, kommt ja vielleicht. Nach zwei Stunden Zeitreise durch das Prinzen–Universum verabschiedeten sie sich wieder mit einem Choral — Amen.