Kooperation: THW-Helfer neu eingekleidet

Passt: Daniel Förder (Mitte) hat gleich mal eine Schutzjacke übergezogen. E.DIS hat dem THW die neue Ausrüstung im Wert von gut 5000 Euro spendiert, hier (v. l.) Heiko Walluscheck, Jonas Kleine-Erfkamp, Daniel Kurth, Jürgen Schütt, Mirko Wolter und Peter Klein.
Thomas BurkchardtIn Berlin-Köpenick fällt der Strom aus, zigtausend Haushalte sind betroffen, Schulen, Kitas. In der Lieberoser Heide brennen Wald und Moor, die Löscharbeiten gestalten sich schwierig. Es sind Schäden, Havarien, Ereignisse wie diese, die die Mannschaft um Daniel Förder, die Elektro-Fachgruppe des Technischen Hilfswerkes (THW) Eberswalde, fordern und die zu den jüngsten Einsätzen des Teams gehörten. Die Gruppe baut beispielsweise eine Notstromversorgung auf. Kein ganz einfacher Job, mitunter sogar gefährlich, wie Daniel Förder schildert.
Deshalb sei spezielle Schutzkleidung wichtig, „Schutzkleidung für Elektrofachkräfte mit Lichtbogenschutz“. Genau damit wurde die Truppe am Dienstagabend ausgestattet. Der Netzbetreiber E.DIS spendierte den neun Einsatzkräften die Ausrüstung. Die Jacken seien erforderlich bei Arbeiten direkt an oder in der Nähe von Hoch-, Mittel- oder auch beschädigter Niederspannungstechnik. Denn dabei könnte ein Lichtbogen auftreten mit mehr als 1000 Grad, erklärte Heiko Walluscheck. „Ohne Schutzkleidung würde man in Flammen aufgehen“, so der E.DIS-Mitarbeiter, der sich selbst im THW engagiert. Die speziell gefertigten Jacken würden hingegen den „Lichtbogen fernhalten“ und seien nicht brennbar.
Der Netzbetreiber und das Technische Hilfswerk arbeiten seit vielen Jahren sehr gut zusammen, betonte E.DIS-Vorstand Jürgen Schütt. Er erinnerte etwa an die Übergabe von speziell für den Außeneinsatz bestimmten Laptops an die Hilfskräfte. Aber auch an gemeinsame Übungen, wie im Herbst vorigen Jahres, als ein Notfall simuliert wurde. Um dieses Zusammenwirken auch für die Zukunft zu sichern, bereiten E.DIS und THW mit dem Landesverband Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt sowie dem Landesverband Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein gerade eine Vereinbarung zur Kooperation im Zivil- und Katastrophenschutz vor. Gleichzeitig investiere das Unternehmen natürlich weiter kräftig in das Netz, um Versorgungssicherheit zu garantieren.
Gleichwohl: Eine hundertprozentige Sicherheit gebe es nicht, machte Daniel Kurth, Landrat und selbst als Zugführer beim THW aktiv, deutlich. Witterungsunbilden und -extreme oder eben Stromausfälle wie in Köpenick infolge von Beschädigungen zeigen, „wie anfällig Infrastruktur“ trotz aller Bemühungen sein kann. Dann käme es auf Rettungs- und Hilfskräfte an.
Suche nach neuem Quartier
Mit etwa 70 ehrenamtlichen Kräften sei der Ortsverband Eberswalde unter Leitung von Mirko Wolter sehr gut aufgestellt. Zur technischen Ausstattung gehören elf Fahrzeuge. Allein: Der Standort im TGE an der Carl-Zeiss-Straße ist längst zu klein, zu eng. Deshalb sei man auf der Suche nach einem neuen Quartier, so Kurth.
Zu den jüngsten Mitgliedern der Elektro-Fachgruppe gehört Jonas Kleine-Erfkamp. Der 20-jährige Schwedter ist aber schon seit 2012 dabei. Als Schüler habe er angefangen. „Ich habe damals ein Hobby gesucht.“ Und gefunden. Er sei technikbegeistert. Deshalb sei das THW genau das Richtige, so der junge Mann, der als Elektriker arbeitet.
Zu den aktuellen Projekten bzw. Plänen der E.DIS in Eberswalde zählen u. a. die Niederspannungserschließung der Ostender Höhen (2. Abschnitt) und die Niederspannungsverstärkung fürs Bebel-Quartier. Darüber werden in Eberswalde etliche Trafo-Stationen erneuert, etwa in der Georgstraße, an der Thomas-Mann-Straße und an der Templiner Straße, so Peter Klein, Leiter des Betriebsverteilnetzes für Barnim und Uckermark.