Gegen 7:00 kam es am Freitagmorgen (30.12.) auf dem Parkplatz eines Edeka Marktes in Groß Schönebeck zu einer Geldautomatensprengung. Mehrere Streifenwagen eilten sofort zum Einsatzort, dennoch konnten die Täter unerkannt vom Tatort flüchten. Teile des zerstörten Automaten fanden sich im nahen Umkreis. Nach ersten Erkenntnissen gelangten die Täter aber nicht an Bargeld. Jetzt laufen Ermittlungen zu deren Identitätsfeststellung und Ergreifung. Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden.
Das Bundesministerium des Innern und für Heimat hatte erst im November den ersten bundesweiten Runden Tisch zu Geldautomatensprengungen ausgerichtet. Mit am Tisch saßen die deutsche Kreditwirtschaft, der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft, die Deutsche Bundesbank sowie das Bundeskriminalamt und weitere Vertreter der Bundespolizei.

Sprengungen nehmen rasant zu

Im Jahr 2021 gab es laut Bundeskriminalamt 392 erfolgreiche Sprengungen von Geldautomaten – und genauso viele fehlgeschlagene Versuche. Dabei entstanden Schäden in Höhe von 19,5 Millionen Euro. In diesem Jahr sind bis Anfang Dezember bundesweit mehr als 450 Geldautomaten gesprengt worden. Damit sei bei dem Delikt ein Höchststand erreicht worden.
In Brandenburg schien das Problem kaum bedeutsam zu sein. Nach einer Hochphase mit Dutzenden von Sprengattacken zwischen den Jahren 2015 und 2018 gab es zuletzt kaum noch Fälle. Für das Jahr 2021 führt das Lagebild des Bundeskriminalamtes (BKA) gerade einmal einen Brandenburger Fall. Das allerdings hat sich in diesem Jahr gründlich geändert. Vor allem in den vergangenen Wochen verzeichnet die Polizei eine neue Häufung solcher Fälle: Bernau, Klettwitz und Wustermark waren im Dezember betroffen. Und nun auch in Groß Schönebeck
Gesprengt: Das Innenleben des Geldautomaten in Groß Schönebeck ist komplett zerstört.
Gesprengt: Das Innenleben des Geldautomaten in Groß Schönebeck ist komplett zerstört.
© Foto: Thorsten Pifan

Vorgehen hat sich geändert

Neu sei die Art des Sprengstoffs. Früher wurde vor allem Gas eingesetzt, das in den Geldautomaten eingeleitet und dann entzündet wurde. Dagegen haben die Automatenhersteller allerdings wirksame Sicherheitssysteme entwickelt. Geldautomaten werden inzwischen überwiegend mithilfe fester Explosivstoffe gesprengt. Dabei kommen insbesondere pyrotechnische Sätze und Selbstlaborate zum Einsatz.
Dieses Vorgehen birgt zusätzliche Gefahren. Der verstärkte Einsatz fester Explosivstoffe stelle für Anwohner in unmittelbarer Umgebung eine erhöhte Gefährdung dar, da die Täter häufig nicht in der Lage seien, diese explosiven Gemische vollständig zu kontrollieren, so das BKA.