Kultur-Weihnachtsmarkt
: Langes Anstehen für Keramikbecher in Eberswalde

33 Maler, Grafiker, Keramiker, Designer, Holzwürmer präsentieren sich am Zainhammer. Bestseller ist der Mühlenbecher.
Von
Viola Petersson
Eberswalde
Jetzt in der App anhören

Geschenkekauf abseits des Trubels: Dazu bot der Weihnachtskunstmarkt am Sonntag wieder Gelegenheit.

Thomas Burkchardt

Leer geht trotzdem niemand aus. Gelegenheiten, für die Lieben zum Fest ein originelles Geschenk zu erstehen, bieten sich reichlich. Auf zweieinhalb Etagen präsentieren sich 33 Mitglieder des Vereins „Die Mühle“ ebenda am Zainhammer. Die Palette reicht von handgemachten Weihnachtskarten über Kalender, Grafiken oder Schmuck bis hin zu größeren Holzarbeiten. „Für uns alle ist dies zweifellos die wichtigste Veranstaltung im Jahr“, erklärt Keramikerin Angelika Swodenk, Vereinsvorsitzende. Auch wenn die Müller nach wie vor mit einer Einschränkung leben müssen. „In der Holzetage fehlt noch der Zwischenboden.“ Drei Balken müssten erneuert werden. Das soll im Frühjahr passieren. „Dann können wir auch wieder Drechselkurse sowie Kurse für Kinder anbieten“, geht der Blick voraus.

Unterdessen ist es eng geworden in der Mühle. Norbert Schlaak, von Hause aus Geologe, gibt Interessierten Erläuterungen zu seinem Foto-Kalender, mit dem er den Baufortschritt am neuen Schiffshebewerk von 2008 bis November 2019 dokumentiert. Das Werk sei gerade fertig geworden. „Heute ist Premiere“, sagt der Altenhofer und erklärt auf Nachfrage, dass alle Aufnahmen aus einem Flugzeug heraus, aus einer Cessna, entstanden sind. Viele Technikfans hätten den Kalender schon vorbestellt.

Froh dabei zu sein ist Keramiker Klaus Deutsch aus Britz. Nach dem Brand in seiner Werkstatt habe er erst vor zwei Monaten wieder die Produktion aufnehmen können. Umso mehr freut er sich über die Nachfrage nach seiner im typischen Blau gehaltenen Ware. Ein Neuling im Bunde ist Ludger Buß, eigentlich Lehrer, in der Freizeit aber mit der Kamera unterwegs. Das Ergebnis sind Kalender unter dem Titel „Grafitti an aufgegebenen Orten“. Ihn interessieren die Transformationsprozesse, die Auseinandersetzung mit dem Raum, verrät er. Und das Besondere am Kunstmarkt der Mühle sei einfach der Ort. „Das Ambiente und die Lage.“

Stammkunden und Neulinge

Was Manfred Lemcke und seine Frau sowie Brigitte Rodenbach nur bestätigen können. „Es ist einfach gemütlich hier“, so das Trio. „Und eben echtes Handwerk.“ Sie kämen aus Berlin und Waltersdorf, seien aber schon Stammkunden in Eberswalde. „Unsere Tochter hat hier studiert“, so Lemckes. Seither kämen sie jedes Jahr zum Kunstmarkt. Und „kaufen ein“. „Keramik, Töpferkunst, Kalender“, erklären die Drei mit Verweis auf die gut gefüllten Tüten. Manches zum Verschenken, manches aber auch fürs eigene Heim. Und auch Joy Hommeyr, erstmals in der Mühle, war fündig geworden. „Eine Filzarbeit. Für die Tochter.“

Apropos Verschenken. Das passende Verpackungsmaterial gibt es natürlich ebenso. Und zwar bei Susan Krieger. Selbstverständlich ganz kunstvoll. Bedrucktes Papier. Garantiert einmalig. Und eigentlich viel zu schade, wie so mancher Besucher feststellt. Die Textildesignerin betreibt in Stolzenhagen eine Werkstatt, in der sie mit Siebdruck arbeitet. Ergebnis dessen sind beispielsweise Tapeten und Geschirrhandtücher mit Tieren der Roten Liste als Motiv. Eigentlich sei sie kein „Marktmensch“, sagt Krieger. Aber hier mache sie gern eine Ausnahme.

Weitere Adventsverkäufe: Keramikwerkstatt Forchner/Laub, Drahthammerschleuse 3 in Eberswalde, vom 13. bis 15. Dezember, jeweils 10 bis 18 Uhr; Keramikwerkstatt Rapp in Chorin, Angermünder Chaussee 5 am 22. Dezember, 11.55 bis gegen 18 Uhr