Kulturaktion: Virtueller Kneipenabend lockt mit Live-Musik schon 70 Eberswalder

Virtuelle Unterhaltung: Beim dritten Kneipenabend der Prost Genossenschaft in Eberswalde unterhielt die in Eberswalde lebende Musikerin Vera Thaxton.
Andreas GläßerIn die Kneipe gehen, mit Freunden sitzen, klönen, lachen? Das geht in Eberswalde seit einigen Wochen virtuell. Die dritte Auflage des digitalen Kneipenabends der Prost Genossenschaft, die sich gerade gründet, ging am Samstag über die Bühne. 70 Interessierte folgten der Veranstaltung zwischen Handwerk und Gesang.
Getränke und Brezeln im Vorfeld schon geordert
Wie der Genosse Andreas Gläßer, der sich für die neue Idee einbringt mitteilt, fanden die interessierten Kneipengänger vielfältige Möglichkeiten, sich im Vorfeld mit der Abendversorgung in Form von Soli-Bier, Soli-Brause und Soli-Herzbrezeln einzudecken. Das Bier lieferten die Bernauer Braugenossen, die auch noch anderweitig in die Veranstaltung eingebunden waren. Die Fassbrause kam von der kleinen Berliner Manufaktur Kreuzbär. Die Herzbrezeln sind eine Kreation des Eberswalder Bäckermeisters Björn Wiese, seines Zeichens ebenfalls Prost Genosse, berichtet der Yoga-Lehrer vom Tanzhaus Zippel, das pandemiebedingt ruhen muss.
In Vorbereitung ist eine Wanderkneipe für Eberswalde
„Der Erlös aus dem Verkauf dieser Soli-Waren fließt direkt in unsere Arbeit. Derzeit bereiten wir uns darauf vor, unsere Wanderkneipe einzurichten und, so Corona es irgendwann zulässt, damit durch Eberswalde zu touren“, macht Stefan Escher vom Genossenschaftsvorstand deutlich. Die Genossinnen Kerstin Stoessel und Stefanie Sommerfeld standen parat, um an der Friedrich-Ebert-Straße inmitten der Stadt – unter Einhaltung der Hygienevorschriften – den Verkauf anzukurbeln.
Dann konnten sich am Abend zur Primetime Interessierte über die Internetseite der Prost Genossenschaft virtuell dazuschalten und die Räume besuchen, die sich auftaten. Vorständin Tina Köhler stand symbolisch an der „Theke“ und schickte die Teilnehmer durch die Produktionsstätte der Bernauer Braugenossenschaft. Deren Vorstand und Braumeister Ruslan Hofmann hatte viele interessante Details über die Brauereiarbeit zu erzählen und ging auf die Fragen der Zuschauer ausführlich ein, berichtet Gläßer.
Melancholische Lieder von Vera Thaxton berühren
Die musikalische Einlage der Braugenossen lieferte dann die perfekte Überleitung zu Vera Thaxton. Die Eberswalderin lebt mit ihrer Familie eigentlich von ihrer Kunst. „Ich habe wirklich schon auf vielen Bühnen gestanden, aber ein virtuelles Konzert habe ich noch nie gespielt“, gab sie zum Besten. „Es ist nicht mit einem analogen Live-Erlebnis zu vergleichen. Und doch hat es eine ganz eigene Atmosphäre.“ Mit einem kurzen und knackigen Livemusik-Set auf der digitalen „Bühne“ begeisterte und berührte sie viele ihrer Gäste vor den Bildschirmen. Kraftvoll und melancholisch sind die Lieder, die sie mit glasklarer Stimme trägt.
Lockere Runde mit kurzweiligen Gesprächen am virtuellen Tresen
Nach Zugaben siedelte die Kneipengesellschaft dann an den virtuellen Tresen über, um den Genossinnen Steffi Schneemilch und Kerstin Stoessel zu folgen, die verschiedene kurzweilige Kneipenspiele erklärten. Zwischendurch hatte Sebastian Walter einige spannende und interessante Geschichten über die Stadt Eberswalde parat. Kurzweilig verging die Zeit. Wer wollte, konnte fragen, eigene Beiträge leisten, sich einfach amüsieren.
Die Schieflage im Bereich Kultur mit Kreativität war ebenso Thema wie der Wille, den endlosen Debatten und Schuldzuweisungen pure Lebensfreude entgegen zu setzen. Wer sich für eine Mitarbeit in der Genossenschaft interessiert, kann unter www.prost-genossenschaft.de vorbeischauen.