Lagebericht
: Gastronomie der Schorfheide steht unter Druck

Die Gastronomie im Oberbarnim kann sich derzeit nicht über die Umsätze beklagen. Die Sommersaison läuft bestens, allerdings trübt der Personalmangel die gute Stimmung.
Von
Susan Hasse
Schorfheide
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  • Hohes Niveau: Das Fontane-Hotel in Altenhof setzt auf hochwertige Gerichte und modernes Ambiente.

    Hohes Niveau: Das Fontane-Hotel in Altenhof setzt auf hochwertige Gerichte und modernes Ambiente.

    Thomas Burckhardt
  • Eis geht immer: Die "Eiszeit" ist gerade im Sommer ein beliebter Hotspot der Fahrradfahrer und Ausflügler im Schorfheide-Dorf Eichhorst. Ronny Kinzel und seine Töchtern Linda und Lena freuen sich über die leckeren Eisbecher.

    Eis geht immer: Die "Eiszeit" ist gerade im Sommer ein beliebter Hotspot der Fahrradfahrer und Ausflügler im Schorfheide-Dorf Eichhorst. Ronny Kinzel und seine Töchtern Linda und Lena freuen sich über die leckeren Eisbecher.

    Andreas Gora
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Die Situation der Gastronomie in der Touristenregion Schorfheide ist ein Klagelied: Personalmangel und Schließungen sind die beherrschenden Themen der Branche. In Joachimsthal haben in den vergangenen zwei Jahren gleich drei Wirte geschlossen. Auch in Groß Schönebeck ist nur noch eine Gaststätte übrig geblieben. Nur eines kann man der Branche nicht nachsagen, dass sie nicht in Bewegung ist.

So gab es etwa jüngst einen Pächterwechsel in der Gaststätte Aquamarin am Werbellinsee in Joachimsthal. Die bisherige Pächterin hatte letztlich aus wirtschaftlichen und familiären Gründen das Restaurant im Frühsommer aufgegeben. Zuvor wurde der gastronomische Betrieb in der Joachimsthaler Ortslage Elsenau peu  à peu zurückgefahren. Zuletzt öffnete das Restaurant nur noch an den Wochenenden.  Anfang Juli übernahm schließlich ein Italiener die Gaststätte. Es gibt künftig dort mit Blick auf den „Gardasee des Barnims“ Pizza, Pasta, aber  auch ein paar klassisch–deutsche Gerichte.

Gastro–Szene floriert zum Teil

Fährt man indes einmal quer über den See nach Altenhof in die Ferienanlage EJB stellt man fest, dass hier die Gaststätte am See in dieser Saison ganz geschlossen blieb. Hier werden personelle Engpässe als Grund genannt.

Als durchaus florierend kann man dagegen die Gastronomieszene im benachbarten Altenhof beschreiben. Die gastronomischen Platzhirsche haben ihre Stammkundschaft und locken auch Tagesgäste an. Das Fontane–Hotel hat seit Beginn des Sommers am Fontane–Platz zusätzlich einen Kiosk mit kleiner Bistro–Karte eröffnet. Ähnlich gestaltet sich das Bild auch in Eichhorst: Mit dem Restaurant „Zum Wisent“, der Gaststätte „Zur Schorfheide“, der „Eiszeit“, dem Fischbistro sowie dem „Kunst und Rad“ und dem „Cafe Wildau“ hat sich das Dorf in den vergangenen Jahren zu einer Art Gastro–Cluster entwickelt. An Gästen mangelt es in dieser Saison nicht, heißt es etwa von  den Betreibern des Wisents. Auch im benachbarten Lokal „Zur Schorfheide“ klagt man nicht über Gästemangel. „Viele Fahrradtouristen und Ausflügler machen in Eichhorst halt“, so Inhaberin Nicole Jänicke. Das Wetter war meist gut und viele ziehe es dank der guten Fahrradwege ins Grüne. Kräftig investiert wird derzeit im Gut Sarnow in Groß Schönebeck. Die Eigentümer erweitern den Veranstaltungsbereich und Hotelbetrieb.

Allerdings trübt allerorts die Personalsituation die gute Stimmung: „Es gibt einfach zu wenig Personal“, hört man von fast allen Gastronomen. Einen fähigen Azubi zu finden, ist wie ein Sechser im Lotto“, bringt es ein Wirt auf den Punkt. Fachkräfte sind rar auf dem Arbeitsmarkt, doch selbst ungelernte, aber kompetente Arbeitnehmer zu finden, sei ein echtes Problem. „Die Arbeitszeiten abends und an Wochenenden seien für viele abschreckend, bestätigt Nicole Jänicke aus Eichhorst. Sie habe bereits die Öffnungszeit reduziert, weil sie nicht genug Mitarbeiter habe. Helfen könnten der Branche sicherlich höhere Gehälter. Doch dann müssten die Preise steigen und die Gäste würde ausbleiben, befürchtet die Gastwirtin.

Besserung nicht in Sicht

Die Probleme sieht auch der Branchenverband Dehoga. Seit Jahren bemängelt der Verband den Fachkräftemangel. In der Gastronomie müssen möglichst Fachkräfte arbeiten, ansonsten leide die Qualität des Services, ist Dehoga–Chef Dirk Panzlaff überzeugt. „Es war ein Riesenfehler, die Berufsschule in Eberswalde zu schließen“, meint  Panzlaff. Das habe den Ausbildungsberuf im Barnim massiv geschwächt. Kaum ein Azubi sei bereit, ins ferne Prenzlau zu pendeln. Derzeit gebe es Überlegungen, auch die Berufsschule für Köche dicht zu machen. "Das muss auf jeden Fall verhindert werden“, so Panzlaff. Wir müssen die jungen Menschen hier vor Ort ausbilden und halten. Anderenfalls würde es in Sachen Ausbildung und Personal weiter bergab gehen.