Lama Amal: Kamel im Eberswalder Zoo bekommt einen Namen

Taufwasser aus der Sektflasche: Nach der Namenszeremonie mit Zoochef Bernd Hensch (v.l.), Aélis (3) und Doreen Ording (nicht im Bild), Birgit (r.) und Dennis Ahrendt heißt das kleine weiße Lama nun Amal. Tierpflegerin Annett Fanke hält es im Arm.
MOZ/Thomas BurckhardtIm Juni hatte der Zoo dazu aufgerufen, sich an der Namenssuche für die Aufzucht im Lamagehege zu beteiligen. Eigentlich ging es da noch um ein anderes Tier – eine größere Halbschwester des jungen Hengstes, geboren im Mai. Ein weiteres Lama, ebenfalls weiblich, war bereits im November zur Welt gekommen. Das jüngste Fohlen kam am 12. Juli hinzu.
Mehr als 60 Vorschläge eingereicht
Dass nun dieses Lamababy getauft wurde, dürfte etwas mit der Namenswahl zu tun haben. Aus ganz Brandenburg sowie aus Polen erreichten den Zoo insgesamt 60 Blätter mit zum Teil mehreren Vorschlägen. „Und zwei enthielten denselben Namen, völlig unabhängig voneinander“, berichtet Zoochef Bernd Hensch.
Ihm selbst habe sofort gefallen, dass es sich bei dem Doppelvorschlag „Lama Amal“ um Worte handelt, die von vorn wie von hinten gelesen identisch sind. „Das merkt man sich. So etwas hatten wir hier noch nie“, sagt er. Außerdem steht der überwiegend im arabischen Raum gebräuchliche Vorname für "Hoffnung“ – und die habe das Tier durchaus brauchen können. „Wir haben eine ganze Weile um dieses kleine Lama gekämpft“, erzählt Hensch.
Amal sei verletzt gewesen, möglicherweise habe es bei einer Futterdrängelei einen Schlag abbekommen. Auch viele Besucher hätten Anteil daran genommen, dass es dem Tier eine Zeitlang nicht gut ging. Die Tierpfleger hätten es abgetrennt von den restlichen Lamas gehalten und aus der Hand gefüttert. Inzwischen gehe es dem Fohlen gut.
Lamas gehören zu den Kamelen
Obwohl in Südamerika beheimatet, gehören Lamas zu den Kamelen. Sie stammen von den Guanakos ab, noch heute frei in der Andenregion lebenden Wildtieren, und sind vor vielen tausend Jahren für das Zusammenleben mit Menschen gezüchtet worden, berichtet Zoodirektor Hensch. „Sie haben einen Vorteil: Sie sind absolut trittsicher und haben auch keine Höhenangst“, sagt der promovierte Biologe. Diese Eigenschaften prädestinierten Lamas auch als Reittiere. „Darüber hinaus werden die Haustiere in ihrer Heimat aber komplett verwertet – auch als Fleischtiere, also Nahrung.“ Wie das Haar der kleineren Alpakas wird zudem ihre Wolle verarbeitet.
Ihr Taschentuch konnte Aelis bei der Taufe im Tiergehege übrigens stecken lassen. Lamas spucken zwar tatsächlich. Als Waffe, etwa wenn ein Puma angreife oder im Sozialverhalten untereinander versprühten die Tiere Magensäure – und das unter Umständen vier bis fünf Meter weit. Dass sich die Spuckdusche gegen Menschen richtet, sei im Eberswalder Zoo aber schon seit Jahren nicht mehr vorgekommen, berichtet Zoochef Hensch. Als Letzten habe es ihn selbst getroffen. "Ich wollte einem neugeborenen Lama, das in einer Pfütze lag und nicht aufstehen konnte, helfen. Dabei hat mir die Mutter eine Ladung über den Hals geschüttet“, erzählt Hensch. „Ich habe aber noch nie erlebt, dass unsere Lamas Besucher anspucken.“
Doreen Ording und Birgit Ahrendt, die beide auf die gleiche Idee für den Lama-Namen gekommen waren, können die Sache im Auge behalten. Die Taufpatinnen bekommen jeweils eine Familienjahreskarte für den Zoo.
Mit 70 Zoos im Austausch
Lama Amal wird den Zoo übers Jahr jedoch verlassen. „Wir haben bereits einen Hengst und mehrere Stuten und müssen ihn weggeben“, sagt Bernd Hensch. Wohin genau, das zeige sich später – auf jeden Fall in einen der deutschlandweit 70 Zoos, mit denen die Eberswalder Einrichtung im Austausch steht.