Maßregelvollzug
: Patienten ziehen von Teupitz nach Eberswalde

Mit der Schließung von Teupitz wechseln die Patientinnen ins Martin-Gropius-Krankenhaus.
Von
Viola Petersson
Eberswalde
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Seit Ende vorigen Jahres stellvertretender Chefarzt: Dr. Thomas Mell.

GLG

„Wir übernehmen alle Frauen und einige Männer.“ Dies erklärte Chefarzt Thomas Loos jetzt. Der andere Teil werde in Brandenburg/Havel untergebracht. Jüngst hatte Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher die Einstellung des Betriebs in Teupitz für 2021 bekannt gegeben. Teupitz sei von den drei Einrichtungen für den Maßregelvollzug mit aktuell 28 Betten die kleinste im Land. Und die teuerste.

Neu verurteilte Frauen werden bereits seit Mai 2019 in Eberswalde untergebracht. Dafür sei eine Extra-Station eingerichtet worden. Loos geht davon aus, dass mit der Auflösung von Teupitz die Zahl der Frauen in Eberswalde auf ein gutes Dutzend wächst. Insgesamt, so der Chefarzt, reiche die Kapazität von 148 Plätzen im gesicherten Bereich aus, um die erwarteten Patienten aus Teupitz aufzunehmen. Aktuell zählt der Eberswalder Maßregelvollzug 134 Patienten.

Vize-Posten jetzt wieder besetzt

Die Klinik an der Oderberger Straße, die zum Martin-Gropius-Krankenhaus gehört, ist die einzige in Brandenburg, in der suchtkranke Straftäter behandelt werden. Wegen steigender Fallzahlen in diesem Bereich war im Frühjahr vorigen Jahres eine dritte „Suchtstation“ eröffnet worden. Der Stationsbetrieb in Eberswalde ist weitestgehend „störungsorientiert“ strukturiert. Eine Ausnahme bilden die Sexualstraftäter, die aufgrund der Spezifik des Deliktes auf einer gesonderten Station untergebracht sind.

Seit 2019 ist auch das Leitungsteam im Maßregelvollzug wieder komplett. Im November wurde Dr. Thomas Mell, seit Juni in der Einrichtung, zum Leitenden Oberarzt und stellvertretenden Chefarzt ernannt. Dr. Mell ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Zuvor war der Mediziner, der im Niederbarnim lebt, am St.-Hedwig-Krankenhaus in Berlin tätig.

Die Eberswalder Klinik für forensische Psychiatrie, wie der Maßregelvollzug offiziell heißt, war im Mai 2004 nach Neubau  eröffnet worden. Hinter den Mauern werden psychisch sowie abhängigkeitskranke Straftäter therapiert. Zur Einrichtung gehört auch eine Ambulanz, die Patienten nach der Entlassung betreut.  Aktuell sind dies immerhin etwa 220 Fälle.