Mieten
: Geld für günstiges Wohnen

Die WHG hat Plus gemacht. Doch um Investitionen stemmen zu können, müssen die Mieten voraussichtlich erhöht werden.
Von
Marco Marschall
Eberswalde
Jetzt in der App anhören

Soziale Verantwortung: Vertreter von Stadt und WHG besuchen eine Kinderwohngruppe des Vereins Haus Sozialer Integration in Eberswalde. Der Träger betreut verschiedene soziale Wohnangebote in der Waldstadt, alle in Objekten der WHG.

Marco Marschall

Die Miete liege etwas über Brandenburger Durchschnitt. Das trifft auch auf den Leerstand zu, der sich bei elf Prozent befindet. Mehr als sechs Millionen Euro hatte das Unternehmen 2018 für die Instandhaltung der Wohnflächen aufgewendet. Dieses Jahr fließt das Doppelte in Instandhaltung und Sanierung.

Mieterhöhung angedeutet

Trotz des erwirtschafteten Überschusses wird die Anhebung von Mieten daher wohl nicht ausbleiben. Das wird in der zugehörigen Pressemitteilung zum WHG–Jahresabschluss prophezeit. „Der Verzicht auf Mieterhöhungen nach Mietspiegel, Kostenmiete oder Vergleichsmiete kann nicht länger fortgesetzt werden, ohne dass dies Auswirkungen auf die Investitionsfähigkeit der WHG haben wird“, heißt es darin — gefolgt vom Hinweis, dass es die letzten Mieterhöhungen im Mai 2017 gegeben habe.

Der WHG wird vom Wirtschaftsprüfer eine gesunde wirtschaftliche Lage bescheinigt. Doch es braucht Geld um Geringverdienern und sozialen Projekten günstige Mietflächen zur Verfügung zu stellen — auch das ein Hintergrund des Pressetermins, bei dem neben Hans–Jürgen Adam auch Bürgermeister Friedhelm Boginski und Dorette Pauls vom Verein „Haus Sozialer Integration“ anwesend waren. Rathaus und WHG kooperieren zwar naturgemäß miteinander, unterzeichneten nun aber nochmal eine Kooperationsvereinbarung. Darin geht es um Wohnungsangebote, die mit Wohnberechtigungsschein angenommen werden können und damit Menschen mit geringem Einkommen zur Verfügung gestellt werden. 206 dieser Wohnungen gehörten bisher zum Portfolio. 486 sollen nun nochmal oben drauf kommen, von denen 100 zeitnah zur Verfügung stehen.

Die Wohnungen aus den verschiedenen Segmenten sollen in allen Bereichen der Stadt angeboten werden, um eine Durchmischung der sozialen Schichten zu gewährleisten. Das stellte Bürgermeister Friedhelm Boginski heraus. Der Druck aus Berlin heraus wachse. Eberswalde stehe in zweiter Reihe. Bernau und Biesenthal, so das Oberhaupt der Waldstadt, wollen keinen Zuzug mehr.

Neben Wohnungen in den verschiedenen Preissegmenten soll auch Platz für soziale Träger zu Verfügung stehen. So gibt die WHG dem Haus Sozialer Integration, mit Sitz in Bad Freienwalde, auch in Eberswalde eine Heimstätte. Insgesamt vier Objekte mit sieben unterschiedlichen Angeboten von Mutter–Kind–Wohnungen, Familienwohnungen bis Wohngruppen für Kinder beherbergt der Verein im Zentrum der Waldstadt. Bei allen handelt es sich um Räume der WHG. Eines der Objekte, in dem unter andrem eine Wohngruppe für Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren untergebracht ist, wurde nach der Verkündung des Jahresabschlusses besucht. In dem übergangsweisen Zuhause werden Kinder rund um die Uhr betreut.