Mittagstisch
: Löwenberger Großküche versorgt Barnim, Havelland und Oberhavel

Sieben Köche verderben in Löwenberg nicht den Brei. Sie zaubern täglich sieben unterschiedliche Essen für 6000 Menschen aus den Töpfen.
Von
Andrea Linne
Eberswalde
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  • Bereitet täglich das Essen zu: Diätkoch Frank Eue rührt in einem der riesigen Edelstahlbehälter in Löwenberg die Suppe an. Pünktlich soll das Essen an jedem Tag auf den Tisch kommen.

    Bereitet täglich das Essen zu: Diätkoch Frank Eue rührt in einem der riesigen Edelstahlbehälter in Löwenberg die Suppe an. Pünktlich soll das Essen an jedem Tag auf den Tisch kommen.

    Andrea Linne
  • Firmengründer: Geschäftsführer Heinz Wysozki

    Firmengründer: Geschäftsführer Heinz Wysozki

    Andrea Linne
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Sie gehen ins Havelland oder nach Oberhavel, aber auch entlang der B167 in den Barnim, alles im 50–Kilometer–Radius von Glienicke bis Chorin. Die Kitas Spielhaus, Kinderland und Sputnik, die Tagesgruppe Lindenpark, die Grundschule Nordend, Einrichtungen in Wandlitz, Chorin, Brodowin und die Schule Britz reichen täglich ihre Bestelllisten rein.

Vier Anbieter seit Januar

„Wir fahren täglich mit 26 Fahrzeugen das Essen aus“, berichtet Geschäftsführer Heinz Wysozki. Früher waren es noch mehr Essen für Eberswalde, doch seit Januar liefern vier Anbieter an die Einrichtungen der Kreisstadt. „Das war für uns ein Einschnitt“, sagt Wysozki.

Gemeinsam mit seinem 48–jährigen Sohn Jan rührt der gelernte Koch gern mal um. 120 Beschäftigte hat die Firma Löwen Menü GmbH. Wer probieren möchte, macht in Neulöwenberg Station. Wochentags gibt es von 7 bis 14 Uhr Frühstück oder Mittagessen.

Seit fast 20 Jahren hat sich die Firma, die sich 1989 aus der aus Bahnhofsgaststätte Löwenberg und Schulküche herausentwickelt hat, etabliert. Sie ist Partner vieler Einrichtungen und Kommunen. „Wir haben aus Dankbarkeit über die gute Zusammenarbeit 8000 Euro an die Stadt Eberswalde überwiesen“, sagt Wysozki, dem Kinder sehr am Herzen liegen. Doch der Trend, berichtet der 75–Jährige, geht zunehmend zu Firmen– und Einzelessen. Deshalb kooperiert die Löwenberger Großküche auch mit Firmen wie Jedermann Menü. Schon um 4 Uhr beginnen die Vorarbeiten in der Küche, damit alle Essen pünktlich auf den Tisch kommen. Sieben Wahlessen gibt es, für Kitas sind es täglich drei. „Vor allem Allergien nehmen zu“, erzählt der Geschäftsführer. Deshalb werden diese Essen speziell einzeln zubereitet und verpackt, um sie an die Einrichtungen zu liefern.

Frisch und ausgewogen soll das Essen sein. Deshalb betreibt die Firma einen großen Garten mit Gewächshäusern. „Alle Kräuter, aber auch Salate und vieles mehr bauen wir an“, berichtet der Chef. Die Küche bietet Verkostungen für Kindergruppen an, die gern angenommen werden. Pferd und Esel auf der Weide freuen sich über Besucher. „Das nutzen doch viele Kitas“, berichtet der Küchenchef. Für den Winter würden Kräuter wie Thymian und Salbei küchenfertig eingefroren.

Die Vorschriften, die die Deutsche Gesellschaft für Ernährung herausgibt zur Essenszusammensetzung halte man strikt ein. Nur zweimal in der Woche kommt Fleisch auf den Tisch. Doch Lieblingsessen, vor allem bei Kindern, hätten sich nicht geändert. „Nudeln in allen Varianten, Eierkuchen oder Griesbrei“, zählt Wysozki auf.

Sieben Köche rühren täglich in den riesigen Behältern. Darunter ist auch ein Diätkoch, Frank Eue aus Sonnenberg, der speziell die Allergiker im Blick behält und Rezepturen ausprobiert. Auch als zertifizierter Ausbildungsbetrieb begreift sich die Firma. Koch, Fleischer oder Bürokauffrau werden als Ausbildungsberufe angeboten.

Stationen eines Lebens

In den Ausgabestellen der Kitas und Schulen arbeiten ebenfalls Beschäftigte der Großküche. „Zumindest in 90 Prozent aller Fälle“, so der Löwenberger. Er selbst hat in seinem Leben auch gehungert. „Wir waren drei Kinder und kamen als Aussiedler aus Oberschlesien“, erinnert sich der Seniorchef. Er habe es schwer gehabt, eine Ausbildungsstelle zu finden, also wurde er Koch. Über Rheinsberg führten ihn die Stationen seiner beruflichen Karriere nach Gransee und später Löwenberg. Dass Sohn Jan in seine Fußstapfen steigt, freut ihn.

Auch Tochter Annett Faber folgt den Eltern nach. Sie übernahm die mütterliche Apotheke in Gransee. „Da können wir wirklich froh sein“, berichtet der bodenständige Heinz Wysozki.