Nachgefragt: Schorfheide hat sich viel vorgenommen
Die Gemeinde Schorfheide steht 2019 vor dem politischen Wandel. Im Mai werden neue Gemeindevertreter gewählt, im Herbst ein neuer Bürgermeister. Anfang 2020 geht Bürgermeister Uwe Schoknecht in den Ruhestand. Was er sich für dieses Jahr vorgenommen hat, fragt .
Herr Schoknecht, 2019 ist mit einer Silvesterparty mit 900 Gästen in Finowfurt gestartet. Welche weiteren Höhepunkte wird es in diesem Jahr geben?
Uwe Schoknecht: Als kleines Geburtstagsgeschenk für Finowfurt und die gesamte Schorfheide werden wir uns einige besondere Überraschungen einfallen lassen. Weiterhin feiert der Flößerverein seinen 20. Geburtstag und wird im September Gastgeber des nationalen Flößertreffens sein. Roadrunner´s Paradise, der Tag der offenen Höfe in Groß Schönebeck, das Schorfheidefrühstück in Klandorf, eine Halloweenparty und viele Angebote in allen neun Ortsteilen bieten für jeden Geschmack etwas.
Was haben Sie sich für das neue Jahr vorgenommen?
Als Bürgermeister bin ich nicht nur der politische Repräsentant der Gemeinde, sondern auch für die konstruktive Zusammenarbeit mit der Gemeindevertretung, der Bürgerschaft und der örtlichen Wirtschaft verantwortlich. Gerade im Wahljahr 2019 ist es wichtig, diese bewährte Zusammenarbeit auf unterschiedlichsten Ebenen weiter zu vertiefen.
Schorfheide ist in vielen Bereichen anderen Kommunen im Landkreis einen Schritt voraus. Sie haben als erstes die Bio–Tonne flächendeckend eingeführt. Was steht für 2019 an?
Wir werden in diesem Jahr ein Pilotprojekt mit Unterflurcontainern starten. In Finowfurt und Klandorf wird es Glascontainer unter der Erde geben. Diese haben den Vorteil, dass sie den Lärm deutlich reduzieren.
Welche weiteren Investitionen in die Infrastruktur plant die Gemeinde sonst noch?
Neben vielen Bauprojekten, wie etwa das Dorfgemeinschaftshaus in Finowfurt, der Radweg zwischen Eichhorst und Sarnow sowie der Neubau der Turnhalle Groß Schönebeck, steht die Vermarktung des Geländes am Fachmarktzentrum und die Ansiedlung von Unternehmen an der Herrmannsmühle — ehemals Heeresbäckerei – im Mittelpunkt.
Die Gemeinde wächst stetig. In Finowfurt und anderswo wird kräftig gebaut. Wie wirkt sich dies auf die Einnahmen aus?
Die neuen Baugebiete in Finowfurt sind komplett verkauft, viele Baugenehmigungen erteilt. Viele regionale Baufirmen und Handwerker profitieren davon und das hat wiederum positiven Einfluss auf die Einnahmen. Ich erwarte für die Jahre 2019/20, dass das sehr hohe Niveau der Steuereinnahmen in der Gemeinde erhalten bleibt.
Was sehen Sie als Herausforderung für 2019?
2019 ist ein wichtiges Kommunalwahljahr. Größte Herausforderung ist genügend Männer und Frauen zu finden, die bereit sind sich für die Belange unserer schönen Gemeinde einzusetzen. Für wichtig halte ich es, mehr Frauen und Jugendliche für die Kommunalpolitik zu begeistern.
Sie sind als Bürgermeister auch Chef der Verwaltung. Sehen Sie diese gut aufgestellt?
Die Verwaltung steht ständig vor neuen Herausforderungen. Der reibungslosen Einführung der elektronischen Rechnungsbearbeitung im März gilt derzeit mein Hauptaugenmerk sowie dem anstehenden Generationswechsel in der Verwaltung. Neun Mitarbeiter werden in den nächsten beiden Jahren in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Hier gilt es einen nahtlosen Übergang zu gewährleisten. Selbstverständlich ist es für mich auch im Jahr 2019 die Finanzen der Gemeinde in Ordnung zu halten. Wir stehen finanziell gut da, tilgen Schulden, bilden Rücklagen und dieser Weg wird konsequent fortgesetzt.
Wie geht es in Sachen Tourismus weiter?
Die Gemeinde Schorfheide wird in den Jahren 2019 und 20 weiterhin kräftig in die touristische Infrastruktur investieren. Besonders freut mich, dass größere private Investitionen im Ortsteil Altenhof geplant sind. Diese tragen dazu bei, die Touristen länger bei uns in der Schorfheide zu halten und ihnen saisonverlängernde Angebote zu unterbreiten.
Und wie schaut es mit der weiteren Beziehungspflege zur benachbarten Stadt Eberswalde aus?
Die Verwaltungsspitzen aus Eberswalde und Schorfheide werden sich 2019 zusammensetzen und in einem Workshop die Möglichkeiten der engeren Zusammenarbeit herausarbeiten.
Ihr letztes Jahr im Amt des Bürgermeisters ist angebrochen. Was wünschen Sie sich für die Schorfheider?
In unserer Gemeinde Schorfheide gibt es ein sehr stark ausgeprägtes „Wir–Gefühl“. Uns allen wünsche ich, dass dieses weiter wächst und das wir alle gemeinsam bei guter Gesundheit sowie in Frieden die Möglichkeit haben, die Ortsteile unserer Gemeinde weiter zur liebens– und lebenswerten Heimat entwickeln können.

