Am 13. Dezember ist Fahrplanwechsel. Lange vorher aber haben die Vorarbeiten begonnen, um Bus- und Bahnlinien auf den Bedarf der Barnimer anzupassen. Vor allem die Zuzüge machen Sorgen – ob im täglichen Pendelverkehr oder in überfüllten Schulbussen.
Der Landkreis Barnim hat früh reagiert und für den ÖPNV 400.000 Euro im Doppelhaushalt des Landkreises für die Ausweitung des Angebotes zum Fahrplanwechsel im Dezember 2020 bereitgestellt. Vor allem Bernau bekommt davon einen Batzen ab.

Abends mehr Züge

Auf den Bahnlinien gibt es in Abstimmung mit dem VBB weitere Verdichtungen, zum Beispiel mit dem Stundentakt auf der RB27 nach Groß Schönebeck, einem zusätzlichen Abendzugpaar wochentags auf der RB63, dem Stundentakt auf der RB60 auch am Wochenende. Ohne Halt in Berlin-Hohenschönhausen geht es allerdings noch bis 5. April 2021 auf der Regionalbahn 24 voran. Auf dem Ring wird gebaut. Die RB25 erhält mit dem Frühzugpaar von Ahrensfelde nach Werneuchen eine deutliche Aufwertung.

Neue Stadtbusse rollen

Wesentlich auf den Barnimer Buslinien ist die Neuordnung des Bernauer Stadtverkehrs. Die Buslinie 900, die Schwanebeck-Schule und den S-Bahnhof Zepernick verbindet, wird über Schönow bis zum Bahnhof Bernau geführt. Die Stadtlinie 868 kann begradigt werden durch Schönow. Dadurch passt der Anschluss an die S-Bahn besser. Die 870 als neue Stadtbuslinie ersetzt die 892, die von Schwanebeck bis zum Bahnhof Bernau fährt. Bus 259 übernimmt ab Schule Schwanebeck die Tour nach Berlin-Buch. Bus X97 vom Prerower Platz über Bahnhof Hohenschönhausen, Ahrensfelde und Eiche nach Mehrow soll eine Verbesserung mit Anschlüssen an RB25 und RB24 darstellen. Erweitert wird die Stadtbuslinie 914 in Eberswalde.

PlusBus nach Oderberg geplant

Noch immer nicht abgeschlossen ist die Untersuchung zur Plusbus-Linie von Eberswalde nach Oderberg, Angermünde und Bad Freienwalde. Im Oktober soll laut Aussage von Carsten Dörnbrack, zuständiger Fachmann im Landkreis, die Variantenprüfung erfolgen. Noch in diesem Winter steht eine Entscheidung zur Vorzugsvariante an, um die Finanzierung zu klären und ab Dezember 2021 mit der PlusBus-Linie zu starten.

Perfekt geschneiderte Angebote

Das Problem: Zahlungen vom Land treffen immer erst zwei Jahre rückwirkend ein. Busse sollen in der Regel perfekt auf ankommende oder abfahrende Züge passen. Splittung von Linie, unter anderem bei Schulbusverkehr ab 2021/22 mit den Linien 916 und 463 sind in diesem Zusammenhang zu prüfen. Die 463 verbindet Angermünde mit dem Busbahnhof Bad Freienwalde und kann Stolzenhagen, Lunow und Oderberg anbinden. Die 916 könnte im Gegenzug direkt bis Angermünde verkehren. Die Umsetzung erfordert, dass sich die drei Landkreise Barnim, Uckermark und Märkisch-Oderland abstimmen. Außerdem muss eine PlusBus-Linie mit dem VBB verhandelt werden. Die Schulstandorte Eberswalde, Oderberg, Bad Freienwalde und Angermünde sind dabei zu berücksichtigen.

Ladestationen flächendeckend

Im ländlichen Raum, das berichtet Dörbrandt, soll auch das Bürgerauto weiter greifen. Standorte sind der Markt in Biesenthal, die Eberswalder Straße 94 mit zwei Ladepunkten, der Parkplatz am Kloster Chorin mit zwei Ladestationen, die Lieper Schlese in Niederfinow und Oderberg, wo sogar zwei Fahrzeuge an der Hermann-Siedel-Straße 63 aufgeladen werden können. Über Barshare entwickelt sich das Projekt immer weiter, die Kreiswerke Barnim kooperieren mit den Kommunen.