Die Buslinie 910 ist für Eberswalde ein Zugewinn. Seit drei Monaten können die Finowfurter und Südender in den Obus mit Batteriebetrieb einsteigen. Das hat allein 211 000 Euro gekostet. Auch die 870 in Bernau schließt neue Wohngebiete an und wurde bereits vor einem Jahr vorausschauend geplant. So ist es auch 2020. Der Landkreis, der Kreis-Wirtschaftsausschuss und die Barnimer Busgesellschaft mbH haben schon jetzt den Dezember im Blick. Neue Linien braucht das Land!
Wenn am 13. Dezember der Fahrplanwechsel vollzogen wird, dann hat der Landkreis für 2020 insgesamt 560 000 Euro in den Personennahverkehr investiert, 2021 kommen 222 000 Euro hinzu. Davon sind 171 000 Euro für die Steigerung des Vergütungssatzes, für Personalkosten und ausbleibende Tarifanpassungen beim VBB ausgegeben. Im Oktober hat dann der Nahverkehrsbeirat das letzte Wort.
900 fährt bis Bahnhof Bernau
Außerdem stehen 400 000 Euro im Doppelhaushalt des Landkreises für die Ausweitung des Angebotes zum Fahrplanwechsel im Dezember 2020 zusätzlich bereit. Vor allem Bernau bekommt davon einen Batzen ab.
Die Buslinie 900, die Schwanebeck-Schule und den S-Bahnhof Zepernick verbindet, wird über Schönow bis zum Bahnhof Bernau geführt. Die Stadtlinie 868 kann begradigt werden durch Schönow. Dadurch passt der Anschluss an die S-Bahn besser, führt Verkehrsfachmann Nils-Friso Weber aus. Die 870 als neue Stadtbuslinie ersetzt die 892, die von Schwanebeck bis zum Bahnhof Bernau fährt. Bus 259 übernimmt ab Schule Schwanebeck die Tour nach Berlin-Buch. Bus X97 vom Prerower Platz über Bahnhof Hohenschönhausen, Ahrensfelde und Eiche nach Mehrow soll eine Verbesserung mit Anschlüssen an RB25 und RB24 darstellen und bessere Taktfolgen realisieren. Ob die Eberswalder Linie 916 von Eberswalde nach Oderberg als PlusBus fahren kann, ist noch in der Prüfung.
Perfekt zugeschneidert
Das Problem: Zahlungen vom Land treffen immer erst zwei Jahre rückwirkend ein, außerdem soll die 916 perfekt auf den Regionalexpress in Eberswalde passen. Bisher verhindern das die Anfangszeiten der Schulen der Region. Deshalb soll zum Schuljahreswechsel 2021/22, so das Ziel, eine Splittung der Linien 916 und 463 realisiert werden. Die 463 verbindet Angermünde mit dem Busbahnhof Bad Freienwalde und kann Stolzenhagen, Lunow und Oderberg anbinden. Die 916 könnte im Gegenzug direkt bis Angermünde verkehren. Die Umsetzung erfordert, dass sich die drei Landkreise Barnim, Uckermark und Märkisch-Oderland abstimmen. Außerdem muss eine PlusBus-Linie mit dem VBB verhandelt werden. Die Schulstandorte Oderberg, Bad Freienwalde und Angermünde sind dabei zu berücksichtigen.
Bereits feststeht, dass die Buslinie 865, die wegen der Baustelle in der Eberswalder Pfeilstraße über die Rudolf-Breitscheid-Straße fährt, modellgebend ist. Deshalb behält laut Weber dieser Bus seine Linienführung mit Baustellenfahrplan bei. Der Bus 914 wird demgegenüber vom Busbahnhof, Waldsolarheim über Waldcampus, Brunnenstraße, Pfeilstraße, Markt über Leibnizviertel zum Busbahnhof als Ringlinie verlängert.
Übervoll am Morgen
Bedenken hatten Mitglieder im Ausschuss zum Aufkommen der Busse am Bahnhof Bernau. Die City sei schon jetzt immer verstopft. Carsten Bruch (CDU), Ortsbürgermeister von Biesenthal, empfahl, am Morgen die Busse zu tauschen, die die Kinder zur Schule in Biesenthal bringen. Der erste Bus, ein Lenkbus, sei immer leer, der zweite, ein einfacher Bus, schon in Rüdnitz rammelvoll. Weber versprach, den Hinweis mitzunehmen und zu prüfen.

Wünsche und Forderungen


Die Buslinie 901 in Ahrensfelde ist vom Schülerverkehr genutzt und übervoll. Außerdem stehen die Busse ebenso im Stau wie andere Verkehrsteilnehmer. Eine Lösung kann das Aufsplitten der Linien nur bedingt sein, solange die B158 nicht ausgebaut wurde. Stündlich nutzen Fahrgäste die Expressbusse nach Ahrensfelde mit Anschluss an den RB24. Dichtere Takte Richtung Mehrow im 20-40-20-Minutentakt sollen auf dem X97 für Entlastung sorgen.Während die X97 ab Dezember künftig von der BVG bedient werden soll, könnte die 893 im 20-Minutentakt auf der getrennten Linie in zwei Umläufen, ebenso von der BVG übernommen, für Entlastung sorgen. So sind nach Rechnung des Landkreises mehr Busse unterwegs als bisher.

Für Bernau ist die Vernetzung der Ballungsräume Panketal-Bernau samt der vielen neuen Wohngebiete wie Pankepark in die Betrachtung des Landkreises eingeflossen. Die Splittung der 892 trägt zur Entlastung bei. Einen Teil der Strecke übernimmt die 870 zwischen Pankepark und Lindow. Mit der Verlängerung der 900 über Zepernick zum S-Bahnhof Bernau erfüllt sich für viele ein Wunsch. Auch die Linie 869 von Schwanebecker Chaussee – S-Bahnhof Bernau – Ladeburg – Lobetal fährt optimiert. Anrainer der Linie 916 müssen hingegen noch auf Verbesserungen warten. li