Moderne Küche
Das Restaurant "Zur alten Badeanstalt" ist bereit für die Saison. Immer an den Wochenenden ab 12 Uhr erwarten die Gastronomen ihre Gäste. Mit leichter Sommerküche, eigenen Kreationen und Deftigem aus Grill und Rauch lockt Dürre die Besucher an.
Auch wenn es auf dem Gelände noch einiges zu tun gibt, ist doch ein Grundstock der Idee zu erkennen. "Unsere Anlage für 60 Camper und Wohnmobile ist fertig und voll mit Wasser, Strom und TV erschlossen", sagt er und hofft auf Gäste aus nah und fern. Auch für die Zelt- und Wasserwanderer oder Radtouristen ist der 55-Jährige bereit. Im Bett & Bike, das pro Bett für 39 Euro zu haben ist, logieren die ersten Saisongäste. Acht Appartements gibt es in den früheren Holz-Umkleiden – modern ausgestattet und direkt am Badebecken gelegen.
An diesem sind noch die Beckenkanten fertigzustellen. Sie werden für diese Saison verputzt und gestrichen. "Im kommenden Jahr wollen wir Edelstahl aufbringen", berichtet der gelernte Elektromaschinenbauer. Sein Blick richtet sich über das noch nicht so klare Wasser. "Ich habe hier meine Kindheit verbracht. Als ich 14 war, wurde ich Rettungsschwimmer. Bis zur Wende, damals wurde das Bad geschlossen", erzählt er wehmütig. Auch deshalb, so der Investor, liegt ihm die denkmalgeschützte Badeanstalt so am Herzen. Schon mit Beginn der Badesaison, hofft er, können Eberswalder und Gäste wieder ihre Badehosen auspacken.
Früher wurde das Bad mit Leitungswasser befüllt. "Das kann sich heute keiner mehr leisten", so Dürre.
Deshalb werde das 100 mal 35 Meter große Becken künftig als Naturbad betrieben. Das Wasser aus dem Finowkanal, der direkt nebenan liegt, wird dann über eine Sandfilteranlage ins Becken gepumpt, dabei belüftet und gereinigt. Täglich erneuert sich so das Wasser. "Chlor bringen wir da nicht rein", so der Betreiber der Marina.
Während er mit dem Arm auf das weitläufige Areal zeigt, haben längst die Innenarbeiten im neuen zweistöckigen Hotelbau begonnen. Die 32 Doppelzimmer sollen je 75 Euro kosten. "Unser Ziel ist es, zur Sommersaison auch unser Hotel zu eröffnen", ist Alf Dürre sehr optimistisch, dass alles gelingt. "Sonst hätte ich hier 2009 nicht angefangen", macht der zielstrebige Mann klar.
Noch in den Kinderschuhen hingegen steckt die Slip-Anlage, die geplant ist. Noch hebt der Wasserfreund die Schiffe mit einem Kran an Land. Er wartet auf die Aktivitäten, die der Zweckverband Finowkanal plant. "Wenn der Kanal für uns schiffbar bleibt, können wir weitermachen", erklärt der Eberswalder.
Die besondere Lage des Areals habe ihn sofort angesprochen. "Wir liegen nur 700 Meter vom Stadtzentrum entfernt und doch in der Natur", ist Dürre begeistert. Mit dem Verleih von Rädern und Tretbooten sowie Kanus hält er für seine Gäste einige Offerten bereit. Dass keine Gäste kommen könnten, daran glaubt er nicht. Schon jetzt würde die Gaststätte für Feierlichkeiten von sechs bis 30 Personen gut gebucht. Auf der Terrasse ist im Sommer Platz für weitere 40 Gäste.
Optimistische Zukunft
Aktuell werden noch die Ärmel hochgekrempelt. Bisher wurden fast drei Millionen Euro investiert. Ursprünglich dachte der Eberswalder, mit deutlich weniger auszukommen. Ihm ist wichtig: "Trotz aller Planungsnöte und vieler Verfahrensschritte wurden wir im Bauamt Eberswalde gut betreut."
Dann richtet er den Blick auf die beiden Becken, die Tiefen von 70 Zentimetern bis zu fünf Metern erreichen. Liebevoll saniert ist der Eingangsbereich, der noch von einem Eisentor verschlossen ist. "Im Sommer machen wir es natürlich auf", sagt Alf Dürre.
Er kann es kaum erwarten, dass es richtig losgeht. Zu lange hat sich alles verzögert. Mit zehn Frauen und Männern vom Koch bis zur Zimmerfrau rechnet er, um alles am Laufen zu halten. Die Arbeiter, die jetzt den Hotelbau zu Ende bringen, wollen gleich bei Alf Dürre anfangen.
So beschert der Eberswalder geschichtsträchtigen Orten, wie der Badeanstalt und der benachbarten Versuchsfunkstelle der Telegraphenbauanstalt C. Lorenz AG, wieder eine Zukunft.