Neustart nach Corona: Betrieb in Eberswalder Kino „Movie Magic“ läuft wieder an
Und am Vormittag gehören die 32-Jährige und ihre Tochter Elin (6) zu den ersten Besuchern. Im Ferienprogramm wollen sie sich den Pixar-Film „Onward: Keine halben Sachen ansehen“. Die Maske über Mund und Nase gezogen kauft Juliane Knappe, die wie alle Zuschauer einen Kontakt mit Namen und Telefonnummer am Kinotresen hinterlässt, die Karten vor Ort.
Die meisten anderen Besucher haben die Tickets online gebucht. So wie Tanja Philipp mit Tochter Leni und deren Freundin Kimberley. „Wir sind leidenschaftliche Kinogänger und haben so lange darauf verzichtet“, sagt sie. „Nun ist das endlich vorbei.“ Gleich die erste Vorstellung nach der langen Corona-Pause hätte sie dennoch nicht unbedingt besuchen müssen. „Aber wir haben Urlaub und nun kommt auch gleich noch ,Conni’ – das haben wir genutzt“, sagt die junge Kinogängerin.
Seit dem 14. März blieben auf behördliche Anordnung die Vorhänge im Lichtspielhaus unten. Am 6. Juni hätten Kinos in Brandenburg wieder öffnen dürfen. Nachdem sie sich mit Berliner Lichtspielhäusern synchronisierten und auf ein besseres Filmangebot warteten, wurden aus der Schließzeit beinahe 16 Wochen.
Dass es nun wieder losgeht, freut nicht nur die Besucher. „Diese Atmosphäre, wenn hier die Zuschauer kommen, das hat schon gefehlt“, sagt Bernd Harder. Als Cheftechniker war er in der Zwischenzeit allerdings häufig im Haus. „Wir haben ja viel umgebaut.“ Unter anderem sei das Soundsystem im Kino 1 umgerüstet worden „für ein noch besseres räumliches Hören“.
Stammpublikum bleibt treu
Froh über den Neustart ist auch Tetyana Buhse an der Kasse. „Es ist schön und ungewohnt – wieder wie neu angefangen“, sagt die langjährige Mitarbeiterin. Wie die anderen im Team ist sie überrascht, dass mehr Publikum kommt als erwartet. 24 Besucher zählt sie für die drei familientauglichen Filme am Vormittag, 15 Online-Buchungen für den Abend. „Am Freitag sieht es auch schon gut aus.“ 15 Tickets für die Sneak-Preview sind verkauft. „Unser Stammpublikum ist uns treu geblieben“, freut sie sich.
Zwar hat das Team erwartet, dass der Neustart verhaltener ausfällt und erst einmal durchaus Grund zur Freude. Mit den Abstandsregeln und dem Corona-Hygienekonzept ist der Blick auf die Zukunft allerdings auch mit Sorgen behaftet. Damit Besucher sich nicht drängen, werden die Filme in größeren Abständen getaktet als sonst. Zudem müssen jede zweite Sitzreihe und zwischen einzelnen Besuchergruppen jeweils drei Plätze freibleiben. So könne nur ein Viertel der Plätze belegt werden, sagt Theaterleiter Emanuel Fernandes. „Wirtschaftlich ist das so nicht auf Dauer zu betreiben.“

