Neuzugang
: Erste Frau bei der Eberswalder Berufsfeuerwehr

Eberswalde stellt mit Larissa Bialucha die erste weibliche Kraft in den Dienst der Berufsfeuerwehr.
Von
Marco Marschall
Eberswalde
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  • Schwur: Bürgermeister Friedhelm Boginski nimmt Larissa Bialucha in Eberswalde den Amtseid ab. Ihre Kollegen Michael Kühn (r.), Dominic Ha Duc (2.v.l.) und Jan Rißmann (3.v.l.) haben es schon hinter sich. Mit dabei auch Verwaltungsdezernent Maik Behrendt (l.)

    Schwur: Bürgermeister Friedhelm Boginski nimmt Larissa Bialucha in Eberswalde den Amtseid ab. Ihre Kollegen Michael Kühn (r.), Dominic Ha Duc (2.v.l.) und Jan Rißmann (3.v.l.) haben es schon hinter sich. Mit dabei auch Verwaltungsdezernent Maik Behrendt (l.)

    MOZ/Thomas Burckhardt
  • Viel zu tun: Die Feuerwehr löscht im Dezember den Brand der Magdalenenkirche. Nun erhält die Truppe junge Verstärkung.

    Viel zu tun: Die Feuerwehr löscht im Dezember den Brand der Magdalenenkirche. Nun erhält die Truppe junge Verstärkung.

    MOZ/Thomas Burckhardt
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Er sagt das deshalb, weil sich unter den Vieren auch die erste Frau in der Berufsfeuerwehr Eberswalde befindet. Da es die einzige Berufsfeuerwehr im Barnim ist, hat das Novum natürlich auch kreisweiten Alleinstellungswert. Die erste Berufsfeuerwehrfrau in Brandenburg, so wie es das Stadtoberhaupt gern hätte, ist sie allerdings nicht. Wie der Märkischen Oderzeitung auf Nachfrage in Potsdam versichert wird, gebe es auch dort weibliche Einsatzkräfte bei der Berufsfeuerwehr. Mehr als eine. Gleiches gilt auch für Frankfurt Oder, wie es dort seitens des Stadtfeuerwehrverbands heißt.

Männerdomäne gewohnt

Eberswaldes erste Frau bei der Berufsfeuerwehr heißt Larissa Bialucha, ist 30 Jahre jung und hat Materialwissenschaft studiert. „Auch kein klassischer Frauenbereich“, gibt die gebürtige Hildesheimerin zu bedenken. In der Wache der Barnimer Kreishauptstadt wird sie künftig 36 männliche Kollegen haben. An der Gesamtzahl von 37 Einsatzkräften im Dienst der Waldstadt ändert sich nichts. Sie sei, wie Friedhelm Boginski erklärt, seit einigen Jahren stabil. Mit der Männerdomäne Feuerwehr ist Larissa Bialucha bestens vertraut. Im Alter von zehn Jahren hatte sie bei der Kinder– und Jugendfeuerwehr angefangen.

Selbstverständlich war es dennoch nicht, sich bei der Berufsfeuerwehr durchzusetzen. 18 Bewerber hatte es auf die vier Plätze bei der Eberswalder Truppe gegeben. 16 erfüllten die Anforderungen und neun wurden zum Einstellungstest eingeladen, resümiert Stadtbrandrat Nikolaus Meier. Einige hätten den dabei zu absolvierenden 3000–Meter–Lauf nicht geschafft, berichtet er. Außerdem hatte er sich mit Kollegen ein Rollenspiel überlegt, bei dem die Bewerber Führungsstärke beweisen mussten.

Denn Larissa Bialucha beginnt im März ihre Ausbildung zum gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst. Das hat sie mit ihrem künftigen Kollegen Michael Kühn gemeinsam. Der 36–Jährige wurde auf der Ostseeinsel Rügen geboren, ist gelernter Tischler, war Hauptfeldwebel bei der Bundeswehr und hat an der Eberswalder Hochschule für nachhaltige Entwicklung einen Bachelor in Holztechnik gemacht. Für ihn und seine Kollegin bei der Berufsfeuerwehr heißt es nun noch einmal Kofferpacken. Sie werden erst im Dezember des nächsten Jahres in Eberswalde anfangen. Vorher sollen sie bei verschiedenen Feuerwehren der Bundesrepublik praktische Erfahrungen sammeln. Michael Kühn verschlägt es dafür unter anderem nach Rostock und Greifswald, Larissa Bialucha ab September nach Koblenz. Laut Stadtbrandrat Nikolaus Meier ist das Teil der Ausbildungsverordnung. Die Stationen sind dabei relativ frei wählbar.

Auf Lebenszeit

Neben den beiden Kräften für den gehobenen Dienst, werden künftig zwei weitere Feuerwehrmänner für die Verjüngung der Eberswalder Truppe sorgen. Dominic Ha Duc (32) mit Wurzeln in Falkenberg und Eberswalde sowie Jan Rißmann (29), früher aus Eberswalde, heute aus Sandkrug verstärken die Reihen im mittleren Dienst. Auch sie bringen handwerkliches Knowhow mit. Rißmann, vorher neun Jahre Zeitsoldat bei der Marine, ist Elektroniker für Automatisierungstechnik. Ha Duc hatte zuvor eine Ausbildung zum Maler und Lackierer gemacht. Und auch sie wurden am Freitag vom Bürgermeister verbeamtet. Friedhelm Boginski wies im Zuge des Aktes in der Feuerwache darauf hin, dass es in der Stadt nur noch einen Bereich gebe, in dem auf Lebenszeit verbeamtet wird und das sei die Berufsfeuerwehr. „Weil Sie ihr Leben für andere Menschen einsetzen“, begründete er.