Oldtimer in Finowfurt
: Dragster und Muscle Cars sorgen beim Race 61 für Gänsehaut

Kugelporsche gegen Hot Rod: Das Roadrunner's Race 61-Festival in Finowfurt lässt auf der Achtelmeile die Herzen von Oldtimer-Fans höherschlagen.
Von
Antje Schroeder
Finowfurt
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Abklatschen nach dem Rennen. Wenn die Rennautos ganz nah am Publikum entlang fahren.

Abklatschen nach dem Rennen. Die schnellen Autos auf der 1/8-Meile sind der Höhepunkt des Roadrunners Paradise & Race 61 Festival auf dem Gelände des Luftfahrtmuseums Finowfurt. (Archivbild)

Thomas Burckhardt
  • Das Roadrunner's Paradise Race 61-Festival in Finowfurt findet am 27./28.6. zum 28. Mal statt.
  • Rennen auf der 202 m langen Achtelmeile sind das Highlight; 150+ Oldtimer bis Baujahr 1976 erwartet.
  • Zwei Dragster, ein umgebauter VW Käfer („Kugelporsche“) und ein Dodge Polara nehmen teil.
  • Burnouts sind verboten, aber ein Profi zeigt sie in einem abgesicherten Bereich vor.
  • Begleitprogramm: Live-Musik und Camping; 4000 Besucher wurden im Vorjahr gezählt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Harte Kerle, starke Motoren, kühne Startergirls und das alles untermalt von Rock’n’Roll und Trash Pop: Das Roadrunner‘s Paradise Race 61-Festival lockt wieder Oldtimer-Fans nach Finowfurt. Am Freitag und Samstag, 27./28.6., wird das Gelände des Luftfahrmuseums zum Ort für eine kleine Zeitreise – eine nostalgische Erinnerung an fast vergessene Epochen, als Treibstoffknappheit und Klimawandel noch keine dicken Fragezeichen hinter zu viel Hubraum setzten.

600 Karten hat Andreas Butzke bereits verkauft, der die Veranstaltung gemeinsam mit Jirí Werner Richter organisiert. Das sei mehr als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres, als am Ende 4000 Besucherinnen über das Gelände pilgerten.

Roadrunner's Festival in Finowfurt schon zum 28. Mal

Die Zahl der Autos kann Butzke nur schätzen, da sich die meisten nicht vorher anmelden – mindestens 150 Fahrzeuge bis zum Baujahr 1976 werden mehr oder weniger selbstständig nach Finowfurt rollen. Das Festival ist bereits seit 1997 ein Treffpunkt von Liebhabern US-amerikanischer und anderer Oldtimer und findet zum 28. Mal statt.

Erwartet werden unter anderem „Muscle Cars“, aufgemotzte 60er- und 70er-Jahre-Straßenkreuzer. Außerdem sogenannte Hot Rods, hochgetunte Vorkriegsautos wie das Ford Model T mit leistungsstarken neuen Motoren. Dann können statt der ursprünglichen 40 PS-Viertaktmotoren schon einmal 300 PS das frühe Fließbandauto zum Geschoss machen.

Die Rennstrecke in Finowfurt ist extrem kurz und schnell

Das Rennen auf der Achtelmeile ist das Herzstück des Festivals. Die Rennstrecke ist mit 202 Metern so kurz, dass die Autos extrem beschleunigen und schon bald wieder abbremsen. Am Freitag finden zunächst Trainingsläufe statt, am Samstag starten die eigentlichen Wettrennen.

Mit Sonnenschirm und vielen Getränken: Zuschauer bejubeln die Renn-Boliden in Finowfurt.

Mit Sonnenschirm und vielen Getränken: Zuschauer bejubeln die Renn-Boliden in Finowfurt. (Archivbild)

Thomas Burckhardt

Manche Rennboliden, wie die „Dragster“ aus einem niedersächsischen Rennstall, können nur mit sehr zurückhaltendem Druck aufs Gaspedal gefahren werden, weil sie sonst nicht mehr abbremsen könnten. Dieses Muskelpaket fährt außer Konkurrenz und muss nach dem Rennen zurückgezogen werden, da es am Ende der Rennstrecke nicht wenden kann.

Zwei Dragster und eine Grasbahnrennmaschine in Finowfurt

Dieses Jahr seien voraussichtlich sogar zwei Dragster da, sagt Butzke. Außerdem mindestens eine umgebaute Grasbahnrennmaschine – sehr schnelle Motorräder, die normalerweise keine Bremsen haben und auf speziellen Parcours im Kreis fahren. Wie bereits in vielen Vorjahren ist auch der umgebaute VW Käfer der Berufsschule Hennigsdorf dabei, der ebenfalls sehr schnell ist und somit dem Spitznamen „Kugelporsche“ alle Ehre macht. Nach einigen Jahren Abwesenheit ist auch ein Dodge Polara aus Werbellin, eine schnelle Limousine mit Schrägheck, wieder dabei.

Die Autos werden vor den Rennen vom Team noch einmal durchgecheckt, bevor sie auf die Strecke dürfen. 25 bis 30 Leute seien beim Festivalteam dabei, schätzt Butzke.

Burnouts in Finowfurt sind verboten – zu gefährlich

Aus Sicherheitsgründen sind auch die sogenannten „Burnouts“ vom Veranstalter verboten – ein Manöver, bei dem die Fahrer mit angezogener Bremse die Hinterräder so lange durchdrehen lassen, bis es qualmt. In einem abgesicherten Bereich werde aber ein Profi einen fachgerechten Burnout vorführen, so Butzke.

Roadrunner’s Paradise & Race 61 Festival 2023 auf dem Gelände des Luftfahrtmuseums Finowfurt: Die Reifen werden vor dem 1/8-Meilen-Rennen auf nasser Fahrbahn vor dem Start auf Betriebstemperatur gebracht.


„Roadrunner’s Paradise & Race 61 Festival 2023“ am 01.Juli 2023 auf dem Gelände des Luftfahrtmuseums Finowfurt. Die Reifen werden auf nasser Fahrbahn vor dem Start auf Betriebstemperatur gebracht.

Roadrunner’s Paradise & Race 61 Festival 2023 auf dem Gelände des Luftfahrtmuseums Finowfurt: Die Reifen werden vor dem 1/8-Meilen-Rennen auf nasser Fahrbahn vor dem Start auf Betriebstemperatur gebracht. (Archivbild)

Thomas Burckhardt

Im Frühjahr findet jeweils bereits eine Saisoneröffnung statt – wenn die Motorenfreunde, die den ganzen Winter an ihren Fahrzeugen herumgeschraubt haben, nach draußen drängen. Tatsächlich gibt es unter den Motorfreunden nur wenige Frauen. Mehr als 90 Prozent der Fahrer seien Männer, so Butzke.

Eintritt, Parken und Zeiten zum Roadrunner's Race 61 Rennen in Finowfurt

  • Das 28. „Roadrunner‘s Paradise Race 61“-Festival findet am 27. und 28.6. auf dem Gelände des Luftfahrtmuseums Finowfurt, Museumstraße 1, 16244 Schorfheide statt.
  • Zugelassen sind Autos und Motorräder bis Baujahr 1976, die vorher abgenommen werden. Am Freitag gibt es von 13 bis 19 Uhr Trainingsläufe, am Samstag finden von 13 bis 19 Uhr die eigentlichen Rennen auf der Achtelmeile statt. Bei Regen fallen die Rennen aus Sicherheitsgründen aus.
  • Besucher ohne eigenen Oldtimer müssen draußen auf der Wiese hinter der Hubertusmühle parken. Sie werden von den Platzanweisern zu den Parkplätzen geleitet und müssen die restlichen 300 bis 400 Meter zu Fuß durch die ehemalige Heeresbäckerei gehen.
  • Im Begleitprogramm spielen unter anderem die Bands The Barking Mad, die Wild Wax Combo, The Original Gravity Allstars, The AC/DC Tribute Band, The Planets, Ike & The Capers, Spo-Dee-O-Dee. Good ole Moe wird die campenden Oldtimer-Fans wieder von seinem Pickup aus mit seinen Slideguitar-Klängen wecken.