Ostalgie
: Brodowiner debattieren über Wendezeit

Das Brodowiner Projekt „Zum Beispiel Chorin/Vom Ich zum Wir“ widmet sich der Geschichte von Frauen in der Region Chorin.
Von
maw
Brodowin
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Macherinnen: Stella Cristofolini, Sonja Elstermann, Barbara Frank, Esther Nicklas und Tatjana Herkner (v. l.) sind die Köpfe hinter dem  Brodowiner Projekt "Vom Ich zum Wir".

Matthias Wagner

Die Lesung sollte zugleich Einladung an die Teilnehmer sein, ihre ganz persönlichen Erinnerungen und Sichtweisen auf die Zeit des Umbruchs ab 1989 zu schildern. Rasch entstand so eine lebhafte Diskussion, die sowohl positive, aber auch kritische Auseinandersetzungen mit dem Thema hervorbrachte. Die Wahlbrodowinerin Andrea Häufele beschrieb, wie sie damals in Westberlin von der Maueröffnung überrascht wurde und zunächst nicht wusste, was sie davon halten sollte. Hannelore Gilsenbach brachte zum Ausdruck, dass man bei aller Rückbesinnung auch den Weg in die Zukunft im Blick haben müsse. Sie gab zu bedenken, dass auch einige Ostdeutsche mit der Wende einen Sozialismus anstrebten, aus dem keiner wegliefe und nicht etwa die bedingungslose Kapitulation vor dem Westen. Doch auch in diesem Punkt gab es Kontroversen: Für manche war die gewonnene Reisefreiheit, das neue Wirtschaftssystem und die Wiedervereinigung mit dem anderen Teil Deutschlands ein Glück. „Wir nehmen uns Zeit für das Projekt und wollen weiterdiskutieren“, erklärte Barbara Frank. Am Ende wollen die Frauen die Ergebnisse in künstlerischen Arbeiten, etwa in Bildern und Skulpturen, im besten Falle unter Mitwirkung aller Beteiligten, umsetzen und darstellen.