Während im Niederbarnim das Netzwerk unter dem Dach der Volkssolidarität offen mit Werkstätten und Workshops arbeitet sowie zahlreiche Krabbelgruppen betreut, sind die Eberswalder Netzwerk-Frauen vor allem beratend tätig. Patinnen – und davon gibt es immerhin 62 zwischen Eberswalde, Joachimsthal, Breydin und Oderberg – erhalten Unterstützung, Beratung und Hilfestellung.
Der Kontakt in den vergangenen fast drei Monaten war über die Ferne gesichert. Per E-Mail, aber auch telefonisch arbeitet das Netzwerk weiter. Eltern-Info-Abende mussten ausfallen, auch das Eltern-Kind-Singen und die Still- und Trageberatung oder das rege nachgefragte Stillcafé blieben leer. Doch bald, hoffen die Beraterinnen, können zaghaft neue Ideen reifen.
Das Engagement des Netzwerks wurde nun auch vom Bildungsministerium mit einer Förderprämie von 2000 Euro gewürdigt. Sie soll den Familien auf besondere Weise zugute kommen. Mit dem Geld aus dem Ministerium können Netzwerk-Familien den Zoo Eberswalde besuchen. Darüber freuen sich die Mitstreiterinnen sehr. Die Gutscheine werden den Familien zugeschickt. Kaplick: "Das ist eine schöne Sache für unsere Familien, die lange nichts Besonderes unternehmen konnten. Und unseren Zoo unterstützen wird damit auch."
Während die 55-Jährige, die Heilerziehungspflegerin ist und seit vielen Jahren als Netzwerkkoordinatorin die Fäden zusammenhält, noch schnell ans Telefon eilt oder neue Flyer übergibt, hat sich Barbara Lorenz schon neuen Fragen rund ums Stillen zugewandt.
Als Mutter von sieben eigenen Kindern weiß sie um die Probleme und Sorgen, die junge Mütter in dieser Frage beschäftigen. Von der Ernährung bis hin zu den ersten Zähnen oder Schreiattacken der Neugeborenen können viele Kleinigkeiten den Wunsch der Mütter, unbedingt zu stillen, schnell zunichte machen. Aus ihrer Erfahrung fehlt manchmal auch die Geduld zum Durchhalten, die Fürsprache, die sie gern leistet. Mit den Hebammen sind in den ersten Lebensmonaten der Babys viele Fragen zu klären, da kommt das Thema Stillen manchmal zu kurz. Aber auch fehlendes Wissen versucht die 52-Jährige zu ersetzen und junge Mütter zu motivieren.

Chemie muss stimmen

Im Netzwerkbüro klingelt das Telefon, Fragen gibt es immer. 228 Familien in der Region, normalerweise vor allem durch persönliche Besuche, Beratungen und Hilfestellungen, werden betreut. Auch neue Paten können sich jederzeit melden. "Es muss passen. Die Mütter können nach einem ersten Kontakt auch entscheiden, andere Paten auszuwählen, falls das Gefühl nicht passt", berichtet die Koordinatorin. Spaziergänge dürfen wieder gemeinsam stattfinden, ein Hausbesuch ist auf Wunsch wieder möglich. "Wir freuen uns, wenn es Interesse an unserer Arbeit gibt und potenzielle Paten uns unterstützen möchten", stellt Katrin Kaplick klar.
Am 24. Juni startet ein neuer Babymassagekurs für Kinder ab drei Monaten. Die Massagen sind beruhigend und fördern das Vertrauen der Eltern und Kleinen. Wann die Krabbelgruppe in Finowfurt wieder startet, das Stillcafé im Forßmann öffnen kann, ist indes noch unklar. Zwei feste Gruppen von acht bis zehn Müttern kommen außerhalb der Corona-Zeit hier zusammen. Das Netzwerk Gesunde Kinder Barnim bietet die Leistungen freiwillig und kostenlos an. Neben der individuellen Begleitung profitieren die Mütter und Väter auch durch ein vielseitiges Angebot an Seminaren und Veranstaltungen zu Themen wie "Gesunde Ernährung von Säuglingen" oder "Erste Hilfe bei Kleinkindern". "Wir informieren auf der Geburtsstation des Werner Forßmann Klinikums darüber, aber auch an vielen anderen Stellen", sagt Katrin Kaplick.
Für Fragen ist das Netzwerk Gesunde Kinder Barnim Nord in Eberswalde unter Telefon 03334 692393 oder E-Mail netzwerkgesundekinder@klinikum-barnim.de zu erreichen.