Es ist soweit: Ab sofort gibt es wieder einen Geldautomaten in Groß Schönebeck.  Nach monatelangem Kampf kann der Ortsbeirat in Groß Schönebeck zumindest einen Teilsieg erringen, so Ortsvorsteher Hans-Joachim Buhrs.
Seit heute sollen die Einwohner von Groß Schönebeck und den umliegenden Dörfern wieder Bares abheben können. Für Kunden der Sparkasse Barnim ist die Abhebung  kostenlos. Alle anderen Bankkunden zahlen eine Gebühr von 4,90 Euro.
Bereits am Mittwoch wurde das Gerät, das auf der Grünfläche vor dem Edeka-Markt aufgestellt ist, mit Bargeld bestückt. Wegen eines technischen Defekts, der im Laufe des Tages behoben werden soll, funktionierte das Gerät zunächst noch nicht. Betreiber des Gerätes ist der Finanzdienstleister Cardpoint, der bundesweit tausende  Geldautomaten betreibt. Die Sparkasse Barnim hat eine Sondervereinbarung mit dem Unternehmen geschlossen, die das kostenlose Geldabheben ermöglicht. Wie viel Geld in dem kleinen Automaten vorrätig ist, ist indes nicht bekannt. Es gilt als Betriebsgeheimnis. Der Automat gehöre zu den besten, die es gibt auf dem Markt, weiß Buhrs zu berichten. Ihn aufzubrechen sei zwecklos, das Geld werde beim Aufbrechen vernichtet.
Für den langjährigen Ortsvorsteher Hans-Joachim Buhrs und den Bürgerverein in Groß Schönebeck ist der Automat ein wichtiges Symbol: Damit erfülle das Dorf endlich wieder alle Kriterien, um den Status eines Kleinzentrums zu erhalten.  Seitdem die Sparkasse im Sommer 2017 die Filiale im Dorf unter großen Protesten geschlossen hatte, hatten der Ortsbeirat und der Bürgerverein um die Rückkehr einer Bankfiliale im Ort gekämpft. Die Argumente des Bürgervereins, dass das Einzugsgebiet riesig sei, wurde ignoriert. Das Thema war sogar im Landratswahlkampf zum Thema geworden. Zwar hatten alle Kandidaten versprochen sich für den Ort als Bankstandort stark zu machen, doch passiert ist seither wenig. Die Sparkasse blieb bei ihrem Standpunkt, dass eine Filiale im Dorf nicht rentabel sei.
Bewegung kam wieder in die Debatte, als die Volksbank Uckermark-Randow Gespräche über die Eröffnung einer Filiale im Dorf führte. Darauf reagierte die Sparkasse, bot den Kunden Freiumschläge für Überweisungen an und stellte die kostenlose Bargeldversorgung in Aussicht, um die teils aufgebrachten Kunden zu halten. Die Volksbank Uckermark, die auch auf Neukunden aus dem Sparkassen-Lager hoffte, rückte daraufhin von ihrem Plan ab.
Kontoauszüge bekommen die Sparkassen-Kunden künftig allerdings nicht am Automaten. Nach Aussagen der Sparkasse Barnim soll es auch künftig keinen Auszugsdrucker im kleinen Dorf geben. Die Auszüge können die Kunden per Post bekommen, heißt es. Die Freiumschläge für Überweisungen sind beim Ortsvorsteher Hans-Joachim Buhrs oder im Edeka-Markt erhältlich, heißt es. Laut Buhrs wird dieser Service rege genutzt. Ob dies auch beim neuen Geldautomaten der Fall sein wird, wird sich zeigen.