Sanierung bis 2022
: Baugerüst am Eberswalder Urwaldhaus

Bei laufendem Betrieb bringt der Zoo seine Tropenanlage energetisch auf den neuesten Stand. Inklusive Bepflanzung könnten die Arbeiten bis 2022 andauern.
Von
Ellen Werner
Eberswalde
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  • Fleißig am Werk: Henry Folesky (r.) von der Eberswalder Firma RMS Bau verblendet die Fassade des Urwaldhauses im Zoo. Das Haus ist 1998 eröffnet worden und wird seit einigen Jahren bei laufendem Betrieb energetisch saniert.

    Fleißig am Werk: Henry Folesky (r.) von der Eberswalder Firma RMS Bau verblendet die Fassade des Urwaldhauses im Zoo. Das Haus ist 1998 eröffnet worden und wird seit einigen Jahren bei laufendem Betrieb energetisch saniert.

    MOZ/Thomas Burckhardt
  • Rundgang in der Tropenanlage: Zoochef Bernd Hensch will nach Abschluss der Arbeiten auch Erde und Pflanzen austauschen.

    Rundgang in der Tropenanlage: Zoochef Bernd Hensch will nach Abschluss der Arbeiten auch Erde und Pflanzen austauschen.

    MOZ/Thomas Burckhardt
  • Urwaldhaus-Bewohner: Der Zebrafink fühlt sich im tropischen Klima der auf 25 Grad aufgeheizten Anlage mit hoher Luftfeuchtigkeit wohl.

    Urwaldhaus-Bewohner: Der Zebrafink fühlt sich im tropischen Klima der auf 25 Grad aufgeheizten Anlage mit hoher Luftfeuchtigkeit wohl.

    Thomas Burckhardt
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Selbst Bauarbeiten beeindrucken Krokodile, aber auch Landschildkröten, Riesenschlangen und die restliche Fauna in der Tropenanlage des Eberswalder Zoos wenig. „Die Tiere haben damit kein Problem“, sagt Zoochef Bernd Hensch. Ausquartiert worden seien für die Zeit des Umbaus nur die Flughunde und die Loris, eine kleine Papageienart. Sie seien auf dem Wirtschaftshof untergebracht, damit sie nicht hinausfliegen, berichtet der Zoodirektor.

Andere alte Bekannte sind weiterhin zu bewundern, nur eben ohne die typische Urwald–Geräuschkulisse: „Unsere Vogelspinne ist schon lange hier und mittlerweile 15 Jahre alt“, sagt Bernd Hensch über die mexikanische Rotknievogelspinne. Unter anderem die Riesenschildkröte, Fische sowie Zebrafinken bevölkern das Urwaldhaus, das er im Jahr 1998 eröffnet hatte.

Seit vier Jahren gehen dort immer wieder Baufirmen ans Werk. Das große Thema in der aus drei Teilen bestehenden Halle — der sogenannten kleinen Pyramide auf der Besucher–Eingangsseite, der großen Pyramide auf der anderen Seite und dem Verbinder — ist die energetische Sanierung. Nachdem der Zoo 2013 eine neue Heizungsanlage bekommen hatte, sollte auch das Urwaldhaus als mit Abstand größter Energiefresser auf den Stand der Zeit gebracht werden.

Zum Teil werde innen und außen gleichzeitig gearbeitet, sagt Hensch. Im Inneren der großen Pyramide ist ein Baugerüst aufgebaut. Auf etwa acht Metern Höhe sind schon die Isolierungen angebracht, an der Decke fehlen sie noch. Seit drei Wochen sind zudem Handwerker von der Eberswalder Firma RMS Bau damit beschäftigt, die Außenfassaden zu verblenden. Noch einmal genauso lange brauchen sie, um ihr Werk abzuschließen. „Dann könnten wir auch mit dem Dach beginnen“, sagt Hensch. „Das Geld dafür ist eingestellt. Wir sind gut im Zeitplan.“ Mit der Fertigstellung des Gesamtobjektes rechne er jedoch nicht vor dem Ende des nächsten Jahres.

Baupreise verdoppelt

Auf insgesamt 420 000 Euro sei das Vorhaben vor sechs Jahren ursprünglich geschätzt, das Geld dann ab 2016 in den Stadthaushalt eingeplant worden. In den sechs Jahren hätten sich die Baupreise jedoch verdoppelt, hält der Zoochef fest. „Wir haben derzeit rund 800 000 Euro verbaut.“ Mit dem Beschluss der Stadtverordneten sind die Gelder im vorigen Jahr noch einmal 150 000 Euro für die Dachsanierung aufgestockt worden. „Wir müssen sehen, wie diese Gelder reichen. Die Preise entwickeln sich weiter.“

Ist das Dach fertig, sollen noch die Erde und die tropische Bepflanzung ausgetauscht werden, die so alt ist wie das Urwaldhaus selbst, unter dem Umbau allerdings gelitten hat. 2022, hofft Hensch, könne Zoobesuchern dann „ein tolles Tropenklima“ geboten werden. Ins Urwaldhaus hinein kommen sie aber auch in der Bauphase. Der Zoo gehört zu den Einrichtungen, die trotz Corona–Pandemie geöffnet bleiben.