Statistik
: Arbeitsmarktzahlen wenig verändert

Die Arbeitslosenquote bleibt im Barnim und der Uckermark mit 6,8 Prozent stabil. Im Norden wird allerdings der niedrigste Wert seit 1990 gemeldet.
Von
Susan Hasse
Eberswalde
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  • Arbeitslosenquoten November 2019 in Uckermark und Barnim

    Arbeitslosenquoten November 2019 in Uckermark und Barnim

    MMH
  • ARCHIV - 04.02.2015, Thüringen, Schmalkalden: Ein Passant geht an dem Logo der Agentur für Arbeit vorbei. Das Bundesverfassungsgericht verkündet am Dienstag (10.00 Uhr) sein Urteil zu Leistungskürzungen für unkooperative Hartz-IV-Bezieher. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    ARCHIV - 04.02.2015, Thüringen, Schmalkalden: Ein Passant geht an dem Logo der Agentur für Arbeit vorbei. Das Bundesverfassungsgericht verkündet am Dienstag (10.00 Uhr) sein Urteil zu Leistungskürzungen für unkooperative Hartz-IV-Bezieher. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Sebastian Kahnert
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Erstmals gibt es in der Uckermark weniger als 10 Prozent Arbeitslosigkeit: Mit 9,9 Prozent bzw. 5999 Menschen meldet die Agentur für Arbeit für den Landkreis Uckermark den niedrigsten Wert seit 30 Jahren. Vor allem der Anteil der Hartz IV–Empfänger konnte im Vergleich zum Vormonat um weitere 110 Personen reduziert werden, so Michael Steffen, Leiter des Jobcenters Uckermark. Mehrere Faktoren hätten dabei eine Rolle gespielt. Neben zahlreicher Arbeitsmarktprogramme, die ihre Wirkung zeigen, sei es auch ein demografischer Effekt. Wie in anderen, von älterwerdender Bevölkerung geprägten Landstrichen, seien viele Arbeitslose schlicht Rentner geworden.

Zusammengenommen beträgt die Arbeitslosenquote im Barnim und der Uckermark 6,8 Prozent und liegt somit über dem deutschlandweiten Durchschnitt.

Im Barnim stieg dabei die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat leicht um 0,2 Prozent auf 4865 Personen, was einer Quote von 5 Prozent entspricht. Rund zwei Drittel empfangen dabei Hartz IV–Leistungen, weitere 1645 Menschen Arbeitslosengeld.

Nord–Süd Gefälle bleibt groß

Im Landkreis Barnim bleibt das Gefälle zwischen Bernau und Eberswalde konstant groß: Eberswalde meldet 8,1 Prozent Arbeitslose, Bernau liegt mit 3,3 Prozent deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt von 4,8 Prozent Arbeitslosigkeit. Die leichte Steigerung der Zahlen im Barnim ist in den Augen von Constanze Hildebrandt, stellvertretende Leiterin der Agentur für Arbeit, saisonbedingt zu begründen.

Im Winter würden einige Jobs im Bereich Tourismus oder Bau wegfallen und Zeitverträge auslaufen. Konjunktureinbruch und Zeitarbeit würden in den Landkreisen derzeit keine Rolle spielen, so Hildebrandt. Insgesamt sei der Arbeitsmarkt im Barnim und der Uckermark vielmehr weiterhin robust. In den kommenden Wintermonaten sei nicht mit gravierenden saisonal bedingten Kündigungen zu rechnen. Immer mehr Arbeitgeber würden nämlich versuchen, ihre Mitarbeiter zu halten. Die Agentur für Arbeit setzt vor allem im Winter auf Qualifizierungsangebote: Arbeitgeber sollten stärker von der Agentur geförderte Qualifizierung in den Blick nehmen, so der Rat der Eberswalder Behörde.

Die Zahl der bei der Agentur für Arbeit gemeldeten freien Stellen in der Region ist im Vergleich zum Oktober um 113 auf nur noch 464 freie Jobs gesunken. Das könnte durchaus auf eine nachlassende Dynamik auf dem Arbeitsmarkt hindeuten.

Schaut man sich die Zahl der Arbeitslosen im Detail an, so fällt auf, dass die Zahl der arbeitslos gemeldeten Jugendlichen auf 895 gestiegen ist, was einer Jugendarbeitslosigkeitsquote von 8,9 Prozent entspricht. Als Ursache sei hier vor allem der Abbruch von Ausbildungen zu nennen. Auch die Zahl der arbeitslosen Ausländer, die Hartz IV–Leistungen bekommen, steigt: Im Vergleich zum Vorjahr um 18,7 Prozent auf nunmehr 450 Menschen.