Statistik: Weniger neue Jobs
Die Zahl der Arbeitslosen in der Region Barnim-Uckermark ist auch im August auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Die Quote lag im gesamten Agenturbezirk im August bei 7,1 Prozent und ist erneut um 0,1 Prozentpunkte gesunken. „Der Herbstaufschwung ist da und die Chancen Arbeit zu finden stehen in den nächsten zwei Monaten gut“, meint Petra Röhlinger-Hissnauer, Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur.
Schaut man etwas detaillierter auf die Arbeitslosenquoten im Agenturbezirk, der die beiden Landkreise Barnim und Uckermark umfasst, gibt es nach wie vor ein großes Gefälle. Während im berlinnahen Bernau nur 3,3 Prozent arbeitslos gemeldet sind, beträgt in Eberswalde und Templin die Arbeitslosenquote noch immer 8,1 bzw. 8,8 Prozent. Weiter im Nordosten der Uckermark sind die Zahlen sogar zweistellig: Schwedt meldet 10,5 Prozent Arbeitslose und Prenzlau trägt mit 11,6 Prozent Arbeitslosigkeit weiterhin die rote Laterne. Der Agenturkreis verzeichnet summa summarum die höchste Arbeitslosigkeit im gesamten Land Brandenburg, so Röhlinger-Hissnauer.
Doch selbst in der Uckermark gibt es eine positive Entwicklung zu verzeichnen: Die Zahl der Arbeitslosen und auch die Zahl der Hartz-IV-Empfänger ist im Vergleich zum Juli leicht gesunken. Mit 4978 Menschen, bezieht ein Großteil der Arbeitslosen im Jobcenter Uckermark Geld aus Hartz IV (Leistungen nach SGB II), lediglich 1313 Personen Geld aus der Arbeitslosenversicherung. Ähnlich sieht das Bild im Barnim aus: Von den gemeldeten 4906 Arbeitslosen beziehen Zweidrittel Hartz-IV-Leistungen.
Für beide Landkreise gilt, dass die Dynamik beim Rückgang der Arbeitslosen im Vergleich zu den Vormonaten deutlich abnimmt. In Eberswalde fand nur eine Person Arbeit, in Schwedt und Bernau waren es jeweils 66 Menschen. Auch wenn weniger Menschen vermittelt werden können, ist von einem Einbruch der Wirtschaft im Barnim und der Uckermark derzeit noch nichts zu spüren, so Röhlinger-Hissnauer. Die Zahl der bei der Arbeitsagentur offiziell offen gemeldeten Stellen sei mit 378 weiterhin hoch, auch wenn es 276 weniger freie Stellen sind als noch im Juli.
Die Arbeitsagentur ist weiterhin bestrebt, die Arbeitslosen der Region in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Oftmals hapert es allerdings an fehlender Leistungsbereitschaft und Motivation, der notwendigen Flexibilität in Sachen Arbeitszeiten sowie nach wie vor am Lohnniveau auf dem Arbeitsmarkt, heißt es. Es gebe aber eine Vielzahl von Projekten, um Menschen in Arbeit zu bringen. Dazu gehört auch, Arbeitslose und Unternehmen zusammenzubringen. So findet am 25. September im Dominikanerkloster Prenzlau sowie am 24. Oktober in der Stadthalle Bernau eine Jobbörse statt.
Jugendliche und Flüchtlinge
Probleme bereiten den Arbeitsvermittlern etwa derzeit freischaffende Künstler, die sich vornehmlich in der Uckermark ansiedeln. Viele können von ihrer Selbstständigkeit nicht leben und beziehen Hartz IV-Leistungen. Diese Menschen nach erfolgloser Selbständigkeit in ein reguläres Beschäftigungsverhältnis zu bekommen, sei herausfordernd, so Michael Steffen, Leiter des Jobcenters Uckermark. Negativ zu Buche schlagen zwei Personengruppen: Zum einen ist die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen unter 25 Jahren im August um 2,3 Prozent auf 307 gestiegen. Das liege daran, dass viele junge Menschen ihre Ausbildung beendet und noch keinen neuen Job gefunden haben, heißt es. Steigend im Vergleich zum Vorjahr ist auch die Zahl der arbeitslosen Ausländer um 11,4 Prozent auf nunmehr 461 Menschen. Durch zahlreiche Förderprogramme gelinge eine Integration in den Arbeitsmarkt aber in vielen Fällen.

