Um sich gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) abzuschirmen, ergreift der Landkreis Barnim nun weitere Maßnahmen. Auf Grundlage der Schweinepestverordnung und zum Schutz der Haus- und Wildschweinpopulation ist am Freitag, 6. November, das gesamte Gemeindegebiet von Lunow-Stolzenhagen als Pufferzone ausgewiesen worden, heißt es in einer Mitteilung.
Hintergrund für diesen Schritt sei eine mögliche dynamische Ausbreitung der Tierseuche entlang der deutsch-polnischen Grenze in nördlicher Richtung. Auf die Pufferzonen sollen Schilder hinweisen. Sie werden an den Zufahrtswegen nach Lunow-Stolzenhagen angebracht, heißt es.

Jäger zur verstärkten Suche aufgerufen

Für Jäger gelten im Barnim entsprechend der Tierseuchenallgemeinverfügung bestimmte Regeln. Zum Beispiel sind sie zur verstärkten Suche von toten Wildscheinen angehalten. Jedes tote Wildschwein, das gefunden wird, müsse unverzüglich dem Veterinäramt des Landkreises gemeldet werden – unter Angabe des Fundortes.
Der Kreis hat bereits eine zentrale Wildsammelstelle eingerichtet. Sie liegt an der Hohensaatener Straße 30 in Lunow-Stolzenhagen. Hier können tote Tiere und Proben abgegeben werden. Das Verbringen von lebenden Wildschweinen aus der Pufferzone ist untersagt.

Schweinehalter sollen erkrankte Tiere melden

Menschen, die im Barnim mit Wildschweinen in Berührung gekommen sind, sollen Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen durchführen. Anweisungen dazu gibt das Veterinäramt. Zudem müssen Schweinehalter, die ihren Hof in der Pufferzone haben, verendete oder erkrankte Tiere melden. Das geschieht ebenfalls über das Veterinäramt. Darüber hinaus sollen die Schweine  so abgesondert werden, dass sie nicht mit Wildschweinen in Berührung kommen können.

Mehrere ASP-Fälle im Nachbarkreis

Bislang gibt es im Barnim noch keine nachgewiesenen Schweinepest-Fälle. Im Nachbarkreis Märkisch Oderland sind dagegen schon mehrere aufgetreten. Erstmals aufgetreten ist die Schweinepest Anfang September im Landkreis Spree-Neiße. Bisher wurde sie bei 123 Wildschweinen nachgewiesen
An der Grenze zu Polen wird aktuell ein durchgehender, fester Zaun zum Schutz vor infizierten Wildschweinen gebaut. Für Menschen ist die Seuche ungefährlich, für Wild- und Hausschweine aber fast immer tödlich.
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