Es war für eines der dienstältesten Teams der Liga vom Start weg eine verkorkste Saison. Begonnen hatte die Misere mit der Absage vom Prenzlauer Talent Tobias Marggraf, der aus persönlichen Gründen verzichtete. Da die Absage nach Ende der Wechselfrist kam, konnte man keinen neuen Spieler verpflichten. Mit dem wochenlangen krankheitsbedingten Ausfall von Spitzenmann Philipp Höhn (fünf Spieltage) und Bernhard Thiel (zwei) geriet Finow schnell in die Abstiegszone.
So wurden die Nachwuchsleute Louis Bath, Johannes Bernitz und Nils Postler regelrecht ins kalte Wasser geworfen. Sie machten ihre Sache gut und steigerten sich merklich von Spiel zu Spiel, doch den verlorenen Boden konnten die hoffnungsvollen Talente nicht wett machen.
Nach einer starken Aufholjagd zum Saisonende hin kam dann das 8:8 bei Mitkonkurrent SG Geltow. Mit einem Sieg wäre die Klasse erhalten geblieben. Leider waren die jungen Spieler zu diesem Zeitpunkt beim Deutschland-Cup. Warum kein Spieler aus den Landesligateams zur Verfügung stand, bleibt bis heute unerklärlich und für den TT-Fan unverständlich. Die beiden Landesklassespieler Stephan Pauli und Thomas Liepner zeigten dafür einen engagierten Einsatz.
Kein Fingerspitzengefühl
Auch die Staffelverantwortlichen haben wenig Fingerspitzengefühl bewiesen. Das Spiel Geltow gegen Köpenick fand am nächsten Tag zum Saisonabschluss als einzige Begegnung statt. Geltow wusste nun, was für ein Ergebnis zum Nichtabstieg gebraucht wurde. Da dann Köpenick auch noch mit drei erfolglosen Ersatzleuten antrat, hat das 9:4 für Geltow (Hinspiel 0:9) doch einen recht faden Beigeschmack. Die Finower nehmen den Ausgang gelassen hin, ahnte man doch bereits am Tag zuvor beim 9:7 gegen Stahnsdorf einen ähnlichen Ausgang.
Nun heißt es in der neuen Saison in Brandenburgs höchster Spielklasse den direkten Aufstieg anzupeilen. Da die Berliner Philipp Höhn und Bernhard Thiel angekündigt haben in Finow zu bleiben, wird das Ziel mit den jungen Akteuren als Stammkräfte lösbar sein. Allerdings wird der Aufwand größer. Waren es im vergangen Spieljahr mit sechs Berliner- und zwei Randberliner Teams, werden die Anreisen zu den Spielen im Brandenburger Raum nun größer und finanziell aufwendiger sein. Vielleicht finden sich noch Sponsoren, diese Lücke zu schließen hofft das Team um Kapitän Holm Kirsten.
Mittelprächtige Bilanz
In den Bilanzen schaffte Holm Kirsten bei 18 Einsätzen mit 21:14 Spielen Rang fünf im Spitzenpaarkreuz und Philipp Höhn bei 13 Einsätzen 15:11 und Rang elf. Thiel musste zeitweise an Nummer zwei aufrücken und kam auf 4:6. Beste Akteure waren Roy Affeld (Köpenick/22:79, Carsten Fischer (Stahnsdorf/22:8) und Benjamin Voßkühler (Hertha BSC/17:7). Im mittleren Paarkreuz kamen Erik Kirsten bei 18 Einsätzen auf 19:14 (Rang 11) und Bernhard Thiel bei 16 Einsätzen auf 14:17 und Rang 19. Beste Spieler waren hier Daniel Streich (Hertha BSC/15:2), Konstantin Kriese (Hertha BSC/17:4) und Christian Helm (Köpenick/21:8). Im unteren Paarkreuz kamen Finows Nils Postler bei sieben Einsätzen auf 5:5 Spiele (Rang 16),  Louis Bath (11/3:11/Rang 35), Johanes Bernitz (10/1:12/Rang 37), Arvid Petermann (4/2:4/27). Von den acht eingesetzten Finower Ersatzleuten gewannen Benjamin Buchwald und Johannes Gohlke je ein Spiel.
Die besten Doppel der Saison waren die Finower Holm und Erik Kirsten mit 20:3 Spielen vor Jannis Hauck/Jannis Klemming (TuS Lichterfelde/18:4) und Roland Kowalski/Dominik Weihrauch (SC Charlottenburg/17:3). Philipp Höhn/Bernhard Thiel belegten mit 4:6 Spielen Rang 26.
Eintracht Südring Berlin schaffte den Klassenerhalt über Relegationsspiele gegen die Vizemeister von Berlin und Brandenburg. Gegen CfL Berlin und das junge Team von Post Brandenburg wurde jeweils souverän mit 9:1 gewonnen. Finow hätte diese Hürde sicher auch gemeistert. Vizemeister TSV Stahnsdorf hatte auf die Relegation für die Oberliga Nord/Ost verzichtet.