Die Polizeidirektion Ost vermeldet „das tragischen Ende eines Arbeitstages“. Am 30. September gegen 17 Uhr sei ein 36 Jahre alter Arbeiter auf einer Baustelle am Oder-Havel-Kanal zu Tode gekommen, heißt es in der Pressemitteilung nur. Kriminalisten würden jetzt untersuchen, was sich dort ereignet habe.
Auf Nachfrage wird Bärbel Cotte-Weiß, Sprecherin der Direktion mit Sitz in Frankfurt (Oder) auch nicht viel ausführlicher. „Derzeit gehen wir von Fahrlässigkeit aus. Auch das Amt für Arbeitsschutz ist eingeschaltet“, sagt sie.

Blutlache noch am Tag danach erkennbar

Für das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Eberswalde, das Auftraggeber für die Arbeiten zum Kanalausbau ist, äußert sich Pressesprecher Sebastian Dosch ebenfalls zurückhaltend. „Wir sind noch dabei, uns einen Überblick zu verschaffen“, sagt er. Michael Scholz, der Amtsleiter des WSA, habe sich am Donnerstagvormittag an der Unglücksstelle umgeschaut und bei seiner Rückkehr berichtet, dass immer noch eine Blutlache zu sehen sei. Der Unfallhergang habe sich aus den bisher geführten Gesprächen nicht ableiten lassen, sagt Sebastian Dosch. Für die Mitarbeiter des WSA sei auf der Baustelle vor dem Arbeitsunfall Feierabend gewesen. „Unsere Leute können das Geschehene also nicht erklären“, betont der Pressesprecher.
Die Baustelle befindet sich auf Höhe der Clara-Zetkin-Siedlung, die zur Stadt Eberswalde gehört. Am Unglücksort war auch die Berufsfeuerwehr tätig. „Vier unserer Männer haben die Baustelle von 18 bis 1 Uhr ausgeleuchtet, um Ermittlungen zu ermöglichen“, sagt Nikolaus Meier, der Leiter der Berufsfeuerwehr in Eberswalde.