Tour de MOZ
: Naturerlebnisse bei Gegenwind

Die Tour de MOZ hat diesmal Wasser- und Radsport zusammengeführt. 42 Teilnehmer fanden dies super, auch wenn es teilweise anstrengend war.
Von
Sven Klamann
Oderberg
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  • Tourleiter an der Spitze: Dieter Hennig (mit oranger Weste) führt den Pulk der Radfahrer an, der gerade am Oderberger Kanuverleih aufbricht. 42 Teilnehmer hatten sich für die Tour de MOZ angemeldet.

    Tourleiter an der Spitze: Dieter Hennig (mit oranger Weste) führt den Pulk der Radfahrer an, der gerade am Oderberger Kanuverleih aufbricht. 42 Teilnehmer hatten sich für die Tour de MOZ angemeldet.

    Sven Klamann
  • Vier in einem Kanu: Christel Hennig, Anja Boldt, Dieter Hennig und Daniel Boldt (v. l.) sind geschlaucht von 11 Kilometer Paddelei.

    Vier in einem Kanu: Christel Hennig, Anja Boldt, Dieter Hennig und Daniel Boldt (v. l.) sind geschlaucht von 11 Kilometer Paddelei.

    Sven Klamann/MOZ
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Der Muskelkater in den Armen dürfte schon bald nicht mehr zu spüren sein, aber die Erinnerung an das wunderbare Naturerlebnis werde sich hoffentlich für immer im Gedächtnis einprägen, gerät Andrea Schulz aus Schwedt bei der kurzen Verschnaufpause auf dem Areal des Kanuverleihs in Oderberg ins Schwärmen.

Gerade ist das Paddel-Abenteuer auf der Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße und auf der Alten Oder zu Ende gegangen, das wegen des heftigen Gegenwindes vor allem auf dem zweiten Teilabschnitt von der Westschleuse in Hohensaaten bis Oderberg viel Kraft gekostet hat. „Aber auf der ersten Strecke hatten wir genug Zeit, Flora und Fauna in Augenschein zu nehmen“, ergänzt ihr Mann Heiko Schulz. Das Ehepaar aus der Uckermark, das zum ersten Mal bei einer Tour de MOZ dabei war, hat direkt am Ufer Rehe und auf dem Wasser eine Schwanenfamilie mit Jungvögeln in noch grauem Federkleid beobachten können. „Das Beste aber war der Seeadler, der Futter suchend über uns geschwebt ist“, verrät Andrea Schulz. Dann widmet auch sie ihre Aufmerksamkeit wieder der deftigen Hubertusssuppe, die Axel und Maximilian Wendt, Vater und Sohn, vom Gasthaus Nieder-Oderbruch in Niederfinow zubereitet haben und an die erschöpften Ex-Kanuten ausschenken.

Frische Kräfte nach der Pause

Die schmackhafte Stärkung und das Ausruhen an der frischen Luft wirken Wunder: Nach einer knappen dreiviertel Stunde Auszeit bricht die bunte Truppe, die Tourführer Dieter Hennig aus Wriezen leitet, geschlossen und bester Laune auf, um mit Fahrrädern auf vielbefahrenen Straßen und auf einsamen Waldwegen unter anderem Neuendorf, Lüdersdorf und Lunow zu erkunden.

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Sicher ist sicher: Im Kanu hat der Tourführer mittig gesessen – vor sich seine Frau Christel Hennig und Anja Boldt vom Vertriebsmarketing des Märkischen Medienhauses und hinter sich deren Mann Daniel Boldt, der als Steuermann fungierte. Doch kaum geht es auf dem Rad weiter, übernimmt Dieter Hennig wieder das Kommando. Der Sportlehrer im Ruhestand fährt seit mehr als zehn Jahren bei der Tour de MOZ mit, ist seit sechs Jahren als Tour-Leiter im Einsatz und richtet den kombinierten Ausflug zu Kanu und Rad zum dritten Mal aus. „Meine Frau und ich sind auch sonst viel mit dem Fahrrad unterwegs. Wir haben keine Lust, faul zu Hause herumzuhocken“, sagt er. Ende Mai, Anfang Juni war das Ehepaar von München an den Gardasee geradelt und ist bei diesem Urlaub knapp 600 Kilometer in die Pedalen getreten. Gut, dass die Drahtesel der Hennigs über zuschaltbare Elektro-Antriebe verfügen. Denn beim 40 Kilometer langen Aufstieg zum Brenner hätte vermutlich selbst eine Sportskanone wie er ohne technische Hilfen alt ausgesehen. „Ende August fahren wir dann noch von der holländischen Grenze nach Cuxhafen. Das sind ebenfalls etwa 600 Kilometer“, verrät Dieter Hennig.

Gemeinschaftsgefühl unterwegs

Für Karl-Hermann Oberender aus Britz ist es vor allem die Gemeinschaft, die ihm an der Tour de MOZ gefällt. „Allein in diesem Jahr habe ich zuvor bereits in Wriezen, Müncheberg und Oranienburg mitgemacht“, blickt er zurück. Und jedes Mal gebe es Neues zu entdecken.

Auf eine Tour de MOZ pro Jahr beschränken sich hingegen Ramona und Uwe Herzig aus Rehfelde. „Für mehr reicht leider unsere Zeit nicht. Aber wir genießen es, dass wir uns bei der Organisation um nichts zu kümmern brauchen“, sagt er.

Nur radeln und paddeln – das mussten die Ausflügler auch diesmal wieder selbst.