Trockenheit: Eberswalder Wasserverband ruft Kunden zur Sparsamkeit auf

So ist’s recht: Lajos Puskas versorgt seine Pflanzen mit Regenwasser. Seit 1980 hat er seinen Garten in der Sparte Schwärzetal in Eberswalde.
MOZ/Thomas BurckhardtDer Niederbarnimer Wasser– und Abwasserverband (NWA) wiederum hat wegen anhaltender Trockenheit und eines extrem gestiegenen Wasserverbrauchs, vor allem in den Abendstunden, für den Fall, dass die Verbraucher uneinsichtig bleiben, ein Sprengverbot angekündigt. Es wäre bereits das dritte. Nach 2018 und 2019.
Der Eberswalder Zweckverband für Wasser– und Abwasserentsorgung (ZWA) kam bislang ohne dieses letzte Mittel und Sanktionen aus. Gleichwohl kennen auch ZWA–Chefin Petra Walter und ihre Mannschaft das Phänomen sprunghaft ansteigender Verbräuche zwischen 17 und 20 Uhr bzw. 19 und 22 Uhr. Vor allem in den städtischen Bereichen. In der Folge käme es, etwa im Eberswalder Stadtteil Ostend, zu Druckabfall.
In diesem Jahr seien diese Spitzen, zum Teil auch bedingt durch die Corona–Krise, bereits einige Wochen früher zu registrieren. Aufgrund der Pandemie seien mehr Bürger als sonst daheim. Und viele halten sich im Garten oder auf ihren Wochenendgrundstücken auf, wissen Walter sowie Volker Pagel, technischer Leiter beim ZWA. Ronny Seeger, Leiter des Ingenieurbereichs Trinkwasser, zeigt exemplarisch eine Verbrauchskurve vom 1. Juni, also Pfingstmontag, für das Wasserwerk Finow, das größte im Verbandsgebiet. Für 7 Uhr zeigt die Grafik eine Abnahme von etwa 200 Kubikmeter/Stunde an. Die Nachfrage steigt bis gegen 10 Uhr auf 400 Kubikmeter/Stunde an, um bis 15 Uhr wieder auf 200 zu sinken und ab 17 Uhr in die Höhe zu schnellen. Der Spitzenwert wird gegen 19 Uhr mit gut 500 Kubikmetern/Stunde erreicht. An sich sei die Fördermenge kein Problem. Die Aufbereitungskapazität der Wasserwerke sei ausreichend. Das Dargebot genüge. Das Problem liege in der gleichzeitigen Abnahme. Da stoße das Netz hydraulisch an seine Grenzen, sagt Seeger.
Problem der Gleichzeitigkeit
Um sogleich noch einmal zu betonen: „Die Versorgung der Kunden mit Trinkwasser ist gesichert.“ Um den wachsenden Bedarf etwa durch Zuzug zu decken, habe der ZWA in den vergangenen Jahren kräftig in die Wasserwerke sowie ins Netz investiert. So ging jüngst in Oderberg das neue Wasserwerk in Betrieb. Weitere Projekte seien in Planung.
Aber: Aufgabe des Verbandes sei die Bereitstellung von Trinkwasser, nicht von Gartenwasser, unterstreicht Walter. Und appelliert an die Verbraucher, für das Gießen bzw. Bewässern der Gärten auch die Nacht– und die Morgenstunden zu nutzen. Per Zeitschaltuhr etwa sei dies kein Problem. „Die Bürger haben es selbst in der Hand, die Spitzen zu entzerren“ und so einem Verbot zu entgehen.
Trotz bereits sehr sparsamer Verbräuche im Oberbarnim bittet der Verband die Kunden, mit der Ressource verantwortungsbewusst umzugehen. Vielfach nutzen Gartenbesitzer, vor allem im ländlichen Bereich, Brunnen oder fangen fürs Grün auch Regenwasser auf.