Trockenheit: Pegelstände im Barnim weiter niedrig

Christine Parpart achtete auf die Einhaltung der Verfügung zum Wasser.
Thomas BurckhardtEs regnet endlich wieder. Dennoch ist das Verbot der unteren Wasserbehörde zur Entnahme von Oberflächenwasser im Landkreis Barnim immer noch in Kraft, wie die Pressestelle der Kreisverwaltung mitteilt. Vermutlich gilt das Verbot, wegen des deutlich geringeren Bedarfs im Herbst, aber nur noch bis Ende Oktober. Die Verfügung war Anfang August erlassen worden, weil die Pegelstände nach zwei Dürresommern deutlich gesunken waren, wie Volker Sefkow, Leiter der Unteren Wasserbehörde, damals erklärte.
Privatleute aber auch Unternehmen wie landwirtschaftliche Betriebe waren von dem Verbot betroffen. Verstöße wurden angezeigt und gegebenenfalls mit einer Geldbuße geahndet. Inzwischen hat es zwar schon mehrfach geregnet und die Pegel hätten sich etwas erholt, aber immer noch nicht so, dass von einer Normalisierung der Situation geredet werden könne, lautet die Erläuterung der Pressestelle. Es müsste noch mehrere Wochen durchregnen, damit das Wasserdefizit in den Seen und Flüssen tatsächlich ausgeglichen werden könnte.
Die Trockenheit der vergangenen beiden Jahre hätte den Böden und Gewässern arg zugesetzt. Um dies auszugleichen, bräuchte es etwa 40 Tage Dauerregen, so Volker Sefkow. Die oberen Bodenschichten seien inzwischen gut bewässert, aber in tieferen Schichten — unterhalb von eineinhalb Metern — herrsche immer noch dramatische Trockenheit. Der September habe endlich mal wieder normale Niederschläge gebracht, mit durchschnittlichen Regenfällen könne das Defizit aber nicht aufgeholt werden. Die meisten Leute hätten sich offenbar an die Verfügung gehalten, stellt Sefkow erfreut fest. Anzeigen wegen Verstößen habe es nur eine Handvoll gegeben. Viele Privatleute und Institutionen hätten sich aber bei der unteren Wasserbehörde gemeldet, weil sie gar nicht gewusst hätten, dass sie für die Entnahme von Oberflächenwasser überhaupt eine Genehmigung brauchen und hätten diese beantragt. Die Behörde sei nun mit der Bearbeitung dieser Anträge beschäftigt. „So hatte die ganze Sache doch auch etwas Gutes“, erklärt der Leiter der unteren Wasserbehörde.