Unwetter
: Eberswalde unter Wasser

Heftige Regenfälle führen zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen in Eberswalde. Kein Gebiet im Barnim trifft es derart schwer.
Von
Marco Marschall
Eberswalde
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Schwer getroffen: In Eberswalde packt das THW nach dem Unwetter mit an.

Julian Stähle/dpa

Das schwülwarme Wetter war der Vorbote. Am frühen Samstagnachmittag dann Gewitter und die erste heftige Portion Wasser von oben. Dazu kamen Daumennagel große Hagelkörner, deren Fotos schnell den Weg in die sozialen Netzwerke fanden. Eine zweite Starkregenphase sollte noch folgen. Die Feuerwehr in Eberswalde befand sich im Dauereinsatz. Nirgendwo im Barnim schlug das Unwetter am Wochenende so verheerend zu, wie in der Kreisstadt. Allein am Samstag war es im Landkreis zu knapp 100 Unwetter bedingten Einsätzen gekommen. Davon entfielen mehr als die Hälfte aufs Eberswalder Gebiet.

THW mit im Einsatz

„Das hatten wir lange nicht mehr. Schon eine außerordentliche Herausforderung“, sagt der stellvertretende Leiter der Berufsfeuerwehr Helmut Colberg einen Tag nach dem Unwetter. Sämtliche Straßen der Waldstadt wurden den Wassermassen, die binnen kurzer Zeit herunterprasselten, nicht mehr Herr. Die Kreuzung am Familiengarten überflutet, wie Augenzeugen schildern. Unweit davon entfernt kämpfte auch die Wache der Berufsfeuerwehr mit dem Wasser. Das Gebäude in der Eberswalder Straße beherbergt auch die Regionalleitstelle Nordost. Dort konnte der Gully auf der B167 den Regen nicht nicht aufnehmen. Das Wasser brach sich Bahn, strömte die Böschung hinab und überflutete die Kellerräume. Einen halben Meter soll das Wasser dort gestanden und auch wichtige Technik beschädigt haben. Wie die Leitstelle, die die Einsätze in Barnim, Uckermark und Oberhavel koordiniert, schon am Samstag versicherte, sei der Notruf aber zu keiner Zeit ausgefallen.

Der Katastrophenschutz eilte zur Hilfe. „Wir konnten dann insofern priorisieren, dass die Feuerwehren zu den Einsätzen im Stadtgebiet gefahren sind und das Technische Hilfswerk sich um die Leitstelle kümmerte“, so Lagedienstleiter der Leitstelle Marcel Haupt am Tag nach der Überschwemmung. Die Einsatzkräfte des THW pumpten den Keller leer und stapelten Sandsäcke, um dem Wasser Einhalt zu gebieten.

Über vollgelaufene Keller wurde am Samstag an mehreren Stellen geklagt. In der Eisenbahnstraße lief das Wasser noch gegen Abend aus einem Hausflur. Und auch die Kreuzung Ruhlaer Straße/August–Bebel–Straße war binnen kurzer Zeit ein See. Autos versanken bis zu den Scheinwerfern im Nass. Gummistiefel reichten nicht aus, um trockenen Fußes die Straße zu überqueren.

Insgesamt mehr als 50 Feuerwehrleute der Berufsfeuerwehr sowie der Freiwilligen Feuerwehren Eberswalde, Finow und Clara–Zetkin–Siedlung waren im Einsatz, um die zahlreichen Alarmierungen abzuarbeiten. Neben überfluteten Straßen und Kellern waren Bäume umgestürzt und Äste herabgefallen. In der Humboldt–Straße wurde die Überdachung eines Balkons beschädigt, die Einsatzkräfte wegen Einsturzgefahr alarmiert. Der Bereich am Neubaublock wurde abgesperrt, die erste Gefahr über die Wohnung beseitigt und der Eigentümer informiert.

In der Nacht zu Sonntag kam noch ein Hausbrand in Finow hinzu. Und auch die Folgen des Starkregens beschäftigten die Feuerwehren bis in den nächsten Tag. Am Sonntagabend verzeichneten sie 70 Einsätze.