Doppelt so viele Open-Air-Veranstaltungen wie im Vorjahr: Der Familiengarten wartet 2019 mit einem umfangreichen Programm auf. Saisonstart für das einstige Gartenschaugelände ist Ende März. Die Vorbereitungen laufen. Unter anderem gibt es in der Stadthalle Bauarbeiten zu Akustik und Schallschutz.
„Verdammt, ich lieb‘ dich“ – 3200 Leute wollten den Song und seinen Urheber im vergangenen Jahr auf der Freilichtbühne hören. Ein Argument, das sein Management überzeugt haben muss. Am 27. Juli kommt der Pop- und Schlagersänger Matthias Reim erneut nach Eberswalde.
Sein Konzert ist nur eines von zehn Glanzlichtern, die in diesem Jahr im Familiengarten open air präsentiert werden. „Wir haben doppelt so viele Veranstaltungen auf der Freilichtbühne wie im Vorjahr“, sagt Georg Werdermann, der neue Amtsleiter für Tourismus und den Familiengarten in Eberswalde. „Eine signifikante Steigerung.“
Als einzige Veranstaltung der Stadt zählt die große Halloween-Party am 30. Oktober dazu. Das Programm unter freiem Himmel deckt sonst musikalisch eine gewisse Bandbreite ab. Mit etwas Schummel kommen sogar Rammstein-Anhänger auf ihre Kosten: Am 23. August steht Stahlzeit, die bekannteste Tribute-Band der Brachialrocker, mit ihrem Programm „Schutt und Asche“ auf der Bühne. Krachen lassen es die Cover-Musiker dem Vernehmen nach wie die Originale. „Mit Feuer und Feuerwerk“, sagt Tourismus-Chef Werdermann. „Die füllen wirklich die Stadthallen. Wir sind froh, dass wir sie auch im Familiengarten haben.“
Besetzt sind auch weitere Musiksparten. Zur Hardrock Night kommt die Led Zeppelin-Coverband Mad Zeppelin am 1. Juni nach Eberswalde. Am 6. Juli folgt mit Karat – den echten – eine der bekanntesten Ostrock-Legenden. Eine Oldie-Night ist für den 20. Juli angekündigt. Ganz alte Kracher und einen überragenden Namen hat die Freilichtbühne am 3. August aufzubieten. Die britische Glamrock-Band The Sweets, einst bekannt für Super-Hits wie „Blockbuster!“, „Hell Raiser“ und „Fox On The Run“, ist nach zwei Jahren erneut in der Waldstadt.
Am besten bedient sind im Familiengarten allerdings Schlagerfans. Sie dürften sich besonders auf den gebürtigen Argentinier und Wahl-Österreicher Semino Rossi freuen, der am 18. August auf der Bühne steht. Gleich die erste Open-Air-Veranstaltung ist zudem das Volksmusik- und Schlagerfest „Calimeros“ mit den Oderländer Musikanten und Heidi Rades am 29. Mai. Zwei Tage später folgt mit „Charthits Live“ eine Art Trash-Schlager-Show – unter anderem sind Dschinghis Khan, die Gibson Brothers und eine Modern-Talking-Coverband dabei.
Darüber hinaus werden die Freunde der Unterhaltungsmusik auch in der Stadthalle angesprochen. „Heimatgefühle“ wollen Volksmusik-Schwestern Sigrid und Marina aus Südtirol etwa mit Gästen wie den Wildecker Herzbuben am 20. März verbreiten. Schlagerstar Andy Borg ist am 19. Oktober da.
Als Konzertort ist die Stadthalle in der Alten Hufeisenfabrik bisher allerdings wenig gefragt. Gebucht werde das Haus vor allem für Tagungen und Konferenzen, Messen und Märkte, Jugendweihe und Abibälle, sagt Georg Werdermann. Immerhin dürften sich die Voraussetzungen für Musik-Events verbessern. Zur Zeit, im Januar und Februar, laufen dem Amtschef zufolge Bauarbeiten in der Halle, die in den Bereichen Akustik und Schallschutz ansetzen. So werde der Fußboden erneuert. 150.000 Euro sollen 2019 in die Instandsetzung der Stadthalle fließen. Buchungen gebe es bislang an 35 Nutzungstagen. Ziehe man die Zeit für die Arbeiten sowie die Sommermonate ab, in denen alles nach Möglichkeit im Freien stattfindet, sei die Halle schon zu diesem frühen Zeitpunkt im Jahr also zu etwa 25 Prozent ausgebucht.
Anlässlich der Verbrauchermesse des Unternehmernetzwerkes Schorfheide in der Halle startet der gesamte Familiengarten sogar früher in die Saison als üblich: Ende März statt Anfang April. „Wir wollen den Besuchern die Möglichkeit geben, einen Blick in den Garten zu werfen“, so Werdermann. Das sollte sich lohnen, besonders für Familien. Zur Eröffnung werde der neue Wasserspielplatz fertig sein. Die zweite Rutschröhre, die lange gesperrt war, werde ebenfalls wieder freigegeben.
Auch Überlegungen für ein weiteres Großspielgerät soll es geben. „Auch dafür ist das Budget da.“ Wie in jedem Jahr werden außerdem 50 neue Laubbäume gepflanzt. Darüber hinaus werde der Grillplatz um eine zweite Fläche erweitert, blickt der Amtschef voraus. Und im Laufe des Jahres solle eine überdachte Hütte, ebenfalls zum Grillen, hinzukommen.
Wie vor Monaten bekanntgegeben soll bald ein Familiengarten-Manager eingestellt werden. „Die Stellenausschreibung wird Ende des Monats veröffentlicht“, sagt Amtsleiter Werdermann. Das große Ziel aller Maßnahmen: mehr Angebote, mehr Buchungen, eine Weiterentwicklung des Ortes und letztlich mehr Besucher. „Schön wäre es“, so Werdermann, „wenn die Eberswalder in zwei, drei Jahren vom Familiengarten mit dem gleichen Stolz sprechen wie vom Zoo. Dass wir eben sagen: Es ist unser Familiengarten.“