Vereinsleben: SV Empor feiert 70-jähriges Bestehen
30 Kinder aktiv beim SV Empor
Boginski lobte vor allem die sehr gute Jugendarbeit des Vereins. Allein im Altersbereich zwischen fünf und zwölf Jahren sind rund 30 Kinder aktiv im Verein, erzählt Jugendwartin Carolina Jungnickel.
„In Vereinen bekommen Kinder Normen und Werte vermittelt und sind insgesamt besser aufgestellt“, ist Friedhelm Boginski überzeugt. So freue er sich auch, dass der SV Empor durch die Wahl der Eberswalder im vergangenen Jahr 15 000 Euro des Bürgerbudgets zugesprochen bekam. Geld, das der Verein auch gut gebrauchen kann, wie der stellvertretende Vorsitzende, Ben Breit berichtet. Für das Begleitboot, das aus dem Jahr 1985 stammt, in mühevoller Arbeit neu aufgebaut und am Sonnabend auf dem Namen „Emporia“ getauft wurde, musste ein neuer Motor angeschafft werden, Die Sanierung der Krafthalle, des Bootstegs und der Sanitärbereiche koste dem Verein ebenfalls eine Menge Geld, so Breit. Allerdings gebe es dafür auch gute Unterstützung durch die Stadt.
Wer weiß, was aus dem SV Empor geworden wäre, wenn nicht ein Mann die Geschicke des Vereins über mehrere Jahrzehnte gelenkt hätte. Manfred Richter gehört dem Club seit dem Jahr 1965 an, seit 1967 ist er Übungsleiter und seit rund 50 Jahren auch Vorsitzender des Vereins. „Er ist die Konstante und große Stütze des SV Empor“, hob denn auch Dajana Peferstorff die Bedeutung Richters hervor.
Wo gut gearbeitet wird – der SV Empor fördert einerseits den Breitensport, ist unter anderem mit dem amtierenden Deutschen Jugendmeister in mehreren Klassen, Leon Michael Reckzeh, im Leistungsbereich gut aufgestellt – da gibt es irgendwann auch Ehrungen. Ronald Kühn überreichte eine Medaille des Kreissportbundes als Anerkennung des gesamten Vereins mit seinen ehrenamtlichen Trainern und Helfern, Übungsleiterin Andrea Henke erhielt die Silberne Ehrennadel des Kreissportbundes für ihre Arbeit. Und Manfred Richter wurde von Dajana Pefestorff mit der Goldenen Ehrennadel des Landeskanuverbandes geehrt. „Ich hab sie aber leider daheim liegenlassen“, musste die Verbandspräsidentin gestehen. Bei der Sportgala des Kreissportverbandes im November soll Richter die Ehrennadel überreicht werden.
Bewegte Vereinsgeschichte
Die Geschichte des SV Empor ist bewegt. Heute besteht der Verein noch aus den Abteilungen Kanu und Frauengymnastik, im Laufe der 70 Jahre gab es aber unter anderem auch eine Handballabteilung, die zu DDR-Zeiten sogar die Vizemeisterschaft gewann. Volley- und Fußballer sowie Leichtathleten waren einst ebenfalls beim SV Empor aktiv.
Am Sonnabend standen aber nun tatsächlich die Kanuten im Vordergrund des Programms. Kajak und Canadier – die einen sitzen, die anderen knien im Boot – Einer, Zweier, Vierer und Achter zeigten auf dem Oder-Havel-Kanal ihr Leistungsvermögen.
Natürlich sollte das Jubiläum in erster Linie eine Spaßveranstaltung für Clubmitglieder und Gäste sein. „Unser Verein lebt von seiner familiären Atmosphäre“, betont Caroline Jungnickel. So hatten die Macher des Festes auch ein buntes Rahmenprogramm auf die Beine gestellt. Torwandschießen und Gummistiefelweitwerfen gehörten dazu und wer Lust hatte, konnte mit dem Boot der Wasserschutzpolizei eine Fahrt auf dem Kanal unternehmen. Die Feuerwehr spritzte eine Fontäne über den Kanal und sorgte damit bei sonnigem Wetter für einen Regenbogen. Die Fontäne markierte gleichzeitig noch die Ziellinie für das Zehnerrennen.
Zwei Mannschaften aus Kindern und Erwachsenen traten am Ende des offiziellen Teils der Veranstaltung – Marko Henke führte durch das Programm – gegeneinander an und paddelten, was das Zeug hielt. Zwar war der Sieg zweitrangig, freiwillig darauf verzichten wollte aber auch niemand. Dass sich die Teams schon vor dem Start gegenseitig mit Wasser bespritzten, um für mehr Ballast im gegnerischen Boot zu sorgen, entspricht wohl nicht den offiziellen Wettkampfregeln, unterstrich aber den Spaßfaktor des Tages.

