Verkehr bei Eberswalde
: Verkehrslärm und Lebensqualität – Einwohner sind gefragt

Einerseits eine gute Verkehrsanbindung, andererseits ausreichend Schutz vor Verkehrslärm - Verkehrsplanung ist komplex. Einwohner von Schorfheide werden jetzt nach ihrer Meinung gefragt.
Von
Stephan Backert
Schorfheide
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Die A11 bei Finowfurt. Sie ist gleichzeitig wichtige Verkehrsader zwischen Berlin und Stettin und einer der größten Lärmverursacher in der Gemeinde Schorfheide.

Thomas Burckhardt

Die Auffahrt zur A11 im Schorfheider Ortsteil Finowfurt zählt zu den wichtigsten Verkehrsknotenpunkten im Barnim. Sie ist für den Osten des Landkreises inklusive der Stadt Eberswalde die wichtigste Verbindung nach Berlin und Stettin. Gleichzeitig sticht sie als Lärmquelle heraus. Ihr Zubringer, die B167, zählt zu den stark frequentierten Straßen. Auch sie zählt zu den Quellen für Verkehrslärm. Nicht umsonst ist die Geschwindigkeit auf der B167 in großen Teilen von Finowfurt auf 30 Kilometer pro Stunde begrenzt.

Mittelgroße Kommune, aber große Fläche

Schorfheide hat mit Stand November 2023 10.615 Einwohner. Damit zählt die Gemeinde zu den mittelgroßen Kommunen im Landkreis. Mit einer Ausdehnung von rund 238 Quadratkilometern ist sie flächenmäßig aber die größte Kommune im Barnim – mit einem entsprechend großen Straßennetz.

Bereits im Jahr 2013 wurde für die Gemeinde Schorfheide nach eigenen Angaben einen Lärmaktionsplan erarbeitet und auch beschlossen. Nach zehn Jahren soll jetzt eine Bilanz der Maßnahmen gezogen werden und das Handlungskonzept fortgeschrieben werden. Dazu ist eine Beteiligung der Öffentlichkeit geplant. Bis zum ersten Januar 2024 haben Bürger die Möglichkeit, online einen Fragebogen auszufüllen. Auch im aktuellen Amtsblatt der Gemeinde (Ausgabe 08/2023) ist der Fragebogen abgedruckt.

Eigene Anmerkungen der Bürger sind wichtiger Bestandteil

Darin geht es unter anderem um die Frage, welche Lärmquellen die Bürger besonders belästigen. So wird zum Beispiel gefragt, inwieweit der Kfz-Verkehr zum Beispiel durch Pkw oder Krads zur Belästigung beiträgt. Ebenfalls wird gefragt, wann der Lärm stört. Hier können verschiedene Tageszeiten angegeben werden.

Außerdem wird den Bürgern ein Maßnahmenkatalog vorgeschlagen, bei dem sie sich äußern können, welche Maßnahmen sie für eine Lärmreduzierung für geeignet halten. Das reicht von Geschwindigkeitsbegrenzungen über eine eventuelle Reduktion der Kfz-Fahrbahnflächen bis hin zur Verbesserung des Bus- und Bahnangebotes. An mehreren Stellen werden die Teilnehmer der Umfrage auch zu eigenen Anmerkungen aufgefordert. Die Online-Umfrage wird durch das Dresdner Verkehrsplanungsinstitut SVU (Stadt, Verkehr, Umwelt) durchgeführt. „Grundlage der Wirkungsanalysen bildet eine Aktualisierung der durch den Straßenverkehr verursachten Lärmbetroffenheiten“, heißt es von der Gemeinde Schorfheide.

Detaillierte Karte ermöglicht Überblick

Im Jahr 2022 hat das brandenburgische Landesamt für Umwelt für weite Teile Brandenburgs eine Karte erstellt, in der die Lärmbelästigung eingesehen werden kann. Die Karte geht in eine Detailtiefe bis hin zu einzelnen Straßenzügen. Ersichtlich sind ebenfalls Unterschiede von Tag und Nacht. Der gesamte Bereich der Gemeinde Schorfheide wurde in dieser Karte erfasst. Sie bildet eine gute Grundlage, sich einen Überblick über die Lärmsituation in der Gemeinde und darüber hinaus zu verschaffen.

Ziel der Lärmaktionsplanung sei es nach Angaben der Gemeinde, schädliche Auswirkungen, einschließlich der Belästigungen durch Umgebungslärm zu verhindern, ihnen vorzubeugen und sie zu mindern. Die Umfrage, in der die Schorfheider die Möglichkeit haben, ihre Sichtweise zu äußern, ist online bereits freigeschaltet.

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