Verkehr bei Eberswalde: Warum und wann ein Dorf in der Schorfheide autofrei wird

Blick auf Rosenbeck aus der Luft. Der Ort am Schleusensee wird aus einem besonderen Grund zeitweise autofrei.
Ulrich Kämpfe- Rosenbeck in der Schorfheide wird zum 250. Ortsjubiläum zeitweise autofrei.
- Gefeiert wird am Sonnabend, 13. Juni ab 12 Uhr im gesamten Ort – Programm online.
- Ortsdurchfahrt ist gesperrt, Shuttle ab 11.30 Uhr vom Wisent-Denkmal in Eichhorst.
- Kunst- und Handwerkermarkt mit 21 Ständen, Musik, Lesung und Nachtwächterführung.
- Autos am Ortseingang abstellen, Radfahrer müssen in der Ortslage absteigen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Autofreie Innenstädte: Was für einige Menschen verheißungsvoll klingt wird von anderen kategorisch abgelehnt. Mitten in der Schorfheide wird gleich ein ganzes Dorf autofrei. Und das aus einem besonderen Grund. Was ist geplant? Und warum?
2555 farbenfrohe Wimpel haben Frauen aus Rosenbeck bereits in den Wintermonaten genäht. Ein Teil davon ist bereits jetzt in dem Ort, der vor allem für seine Schleuse am Werbellinkanal bekannt ist, zu sehen. Die Wimpel künden ein großes Ereignis an. Am Sonnabend (13. Juni) wird das 250-jährige Ortsjubiläum gefeiert.
Noch herrscht an der Festwiese am Schleusenteich die Ruhe vor dem großen Sturm. Der Aufbau wird in den nächsten Tagen beginnen. Zwei Gedenksteine erinnern hier bereits an den 150. und den 200. Geburtstag des Ortes.
Welche Rolle ein illegaler Schweinestall gespielt hat
250 Jahre klingt auf den ersten Blick ziemlich alt. Doch im Vergleich mit anderen Schorfheide-Orten wie beispielsweise Joachimsthal, welches als „Joachimsthall“ erstmals 1603 urkundlich erwähnt wird und dessen Historie mit der Burg Grimnitz bis 1247 zurückreicht, ist Rosenbeck ein vergleichsweise junger Ort. 1595 wird die Rosenbeke erstmals urkundlich erwähnt. Grund hierfür war der Streit um einen illegalen Schweinestall. Ob es sich beim Standort der Rosenbeke um das heutige Rosenbeck handelt, ist jedoch nicht mehr genau nachzuvollziehen.
„Die erste urkundliche Festlegung von Rosenbecker Besitztum erfolgte jedoch am 26. Juli 1776, als erstmals ein Erbbaurecht an den Gerichts-Schöppen Zeitz aus Marienwerder verliehen und damit der Grundstock für Eigentumserwerb gelegt wurde“, heißt es von Helmut Suter in der Festschrift zum jetzigen Ortsjubiläum. Er hat sich weit über die Schorfheide hinaus einen Namen als Jagdhistoriker und Buchautor gemacht.
Warum der 242. Ortsgeburtstag in Rosenbeck wichtig war
Kathrin Suter ist die Ortsvorsteherin von Eichhorst, zu dem auch die Ortslagen Rosenbeck und Wildau gehören. Im Gespräch an der Festwiese macht sie deutlich, wie wichtig das große Fest für den kleinen Ort am Ufer des Schleusenteiches ist.
Viele der rund 40 Einwohner des Ortes sind in die Vorbereitungen der Festlichkeiten involviert.

Haben bereits Spaß bei der Vorbereitung des 250. Geburtstags von Rosenbeck: Lori Matzdorf, Kathrin Suter, Mandy Schmieter, Sascha Edenharter und Ludwig Stang (v.l.).
Kathrin SuterDas Fest, welches durch ein lokales Autohaus unterstützt wird, wird auch von Vereinen wie der Interessensgemeinschaft Rosenbecker See, den Eichhorster Kickers und den Dorfgestalten Eichhorst getragen. Bei der Organisation des 250. Jubiläums wird im Ort auf die Erfahrungen aus Anlass des 242. Ortsgeburtstages zurückgegriffen. Ja, der 242. wurde groß gefeiert.
242 Jahre Rosenbeck: Welche Entscheidung wichtig war
„Das ist eigentlich aus einer Geburtstagslaune heraus passiert. Es gab einen Sommergeburtstag und dann wurde gesagt, hier in Rosenbeck müsste auch mal wieder gefeiert werden“, so Kathrin Suter. „Da jetzt das 250-jährige anstand, haben wir gesagt, dann sind wir mal ein bisschen erwachsener und machen mal so ein ganz traditionelles Jubiläum“, so die Ortsvorsteherin mit einem kleinen Augenzwinkern.
Bereits beim 242. Geburtstag habe es sich bewährt, die Ortsdurchfahrt für diesen Tag zu schließen. Schon an normalen Tagen kann es hier in der Saison zu viel Durchgangsverkehr kommen.

Links der Gedenkstein zum 150. Ortsgeburtstag im Jahr 1926. Rechts sein Pendant zum 200. Jubiläum in 1976. Im Ort würde man sich über Spenden für einen dritten Stein zum 250. Jahrestag freuen.
Stephan BackertDie landschaftlichen Reize von Schleusenteich und Werbellinkanal sowie die kulinarischen Reize des Restaurants Zur Kleinen Moldau sind verlockend.
Was es zum Jubiläum in Rosenbeck geben wird
Links und rechts der Ortsdurchfahrt wird es einen Kunst- und Handwerkermarkt geben. Bei Redaktionsschluss waren 21 Stände angemeldet. So kann man beispielsweise Schmuck, Keramik oder Gedrechseltes aus der Region erwerben. Aber auch die Naturwacht Brandenburg wird mit einem Stand vertreten sein. Rosenbeck ist trotz der Sperrung der Ortsdurchfahrt nicht von der Außenwelt abgeschnitten.
Die Anreise selbst kann bereits zum Erlebnis werden. Denn die Freiwillige Feuerwehr Eichhorst unterstützt das Fest auf vielfältige Weise. Ab 11.30 Uhr bietet sie einen Shuttle-Service vom Wisent-Denkmal in Eichhorst zur Festwiese in Rosenbeck.
Was Radfahrer in Rosenbeck beachten müssen
Wer trotzdem mit dem Auto anreisen will, muss sein Fahrzeug spätestens am Ortseingang von Rosenbeck abstellen und den restlichen Weg zu Fuß zurücklegen. Da bietet es sich an, das Auto bereits in Eichhorst zu parken und zu Fuß nach Rosenbeck zu gehen. Ein Teil des etwas mehr als drei Kilometer langen Weges führt am Werbellinkanal und am Schleusenteich entlang und bietet einige Reize.
Rund um das 250. Jubiläum von Rosenbeck
● Wann: Sonnabend, 13. Juni ab 12 Uhr
● Wo: im gesamten Ort
● Was wird geboten (Auswahl):
12 Uhr: Eröffnung durch den ehemaligen Bürgermeister Uwe Schoknecht und den Eichhorster Ortsbeirat
12.30 Uhr und 13.30 Uhr: Humorvolle Dorfgeschichte mit Henry Pepinski als Nachtwächter
13 Uhr und 14 Uhr: Akkordeonmusik
15.00 Buchvorstellung und Lesung mit Stephanie Turzer am Restaurant Zur Kleinen Moldau
18.00 Livemusik mit „tranespotting“ (Berliner Band mit intensiver Beziehung zur Schorfheide)
21.00 Uhr: Tanz mit DJ Bodo
Das komplette Programm ist online unter feste-in-eichhorst.de abrufbar.
Per Fahrrad wird Rosenbeck erreichbar sein. Radfahrer müssen jedoch an diesem Tag in der Ortslage von ihrem Drahtesel absteigen. Offizieller Beginn der Feierlichkeiten ist um 12 Uhr.



