Verkehr: Jubel über dauerhafte Zebrastreifen

Aus Gelb wird Weiß: Der Fußgängerüberweg auf der Friedrich-Ebert-Straße ist noch ein Provisorium – zu erkennen an der Farbe der Streifen. Doch die Querungshilfe bleibt dauerhaft.
Thomas BurckhardtDass der Fußgängerüberweg auf der Friedrich-Ebert-Straße kein Provisorium bleibt, wird allgemein befürwortet. Selten zuvor ist eine verkehrsrechtliche Anordnung der Rathausspitze derart einhellig begrüßt worden. Doch bevor die gelben durch weiße Streifen ersetzt und die baulichen Voraussetzungen geschaffen sind, werden noch einige Wochen vergehen. Eberswaldes Baudezernentin Anne Fellner sagt auf MOZ-Anfrage, dass die Arbeiten „zirka im Sommer 2019“ realisiert werden können.
Im November vorigen Jahres war auf Höhe Kienwerder ein Fußgängerüberweg auf Probe installiert worden. Die Stadt hatte mit dem Testballon auf eine illegale Aktion im Sommer reagiert, bei der Unbekannte ein paar Meter vom jetzigen Standort entfernt über Nacht weiße Streifen auf die Fahrbahn gebracht hatten, um ihrer Forderung nach einer Überquerungshilfe für Fußgänger Nachdruck zu verleihen.
Die durch das Baudezernat veranlasste Testphase hatte bereits im Herbst gezeigt, dass tatsächlich Bedarf besteht: Bei gestaffelten Zählungen war herausgekommen, dass täglich etwa 1000 Fußgänger die Zebrastreifen nutzten. Zugleich ergaben die Messungen, dass täglich etwa 6800 Fahrzeuge durch die Friedrich-Ebert-Straße rollen. Die Zahl der Kraftfahrzeuge dürfte in etwa gleich bleiben, die der Fußgänger in der warmen Jahreszeit aber noch deutlich steigen.
„Unsere Kunden finden den Übergang ungemein praktisch“, sagt Valentina Veprejceva von „Valentinas Vitamine“. Auch die Autofahrer hätten sich nach anfänglichen Schwierigkeiten an die neue Situation gewöhnt.
Das sieht Nicole Arndt vom Floristikfachgeschäft „Gänseblümchen“ genauso, die zugibt, anfangs skeptisch gewesen zu sein. „Aber die Erfahrung hat mich eines Besseren belehrt“, sagt sie. Die Zebrastreifen würden verstärkt in Anspruch genommen, die Autofahrer reagierten durchaus entspannt.
Bei der Privatbäckerei Wiese hält Bäckermeister Björn Wiese vor allem den Standort für prima. „Der Kienwerder führt direkt zum Park am Weidendamm. Da sind oft Mütter mit Kinderwagen unterwegs“, hat er beobachtet. Der Überweg trage zudem zur Verkehrsberuhigung bei.
„Da hat sich der damalige Einsatz des oder der Unbekannten wirklich gelohnt“, urteilt Johanna Köhle, die in der Hochschule für Kommunikation verantwortlich ist. Auch sie sei dankbar dafür, die zeitweilig stark frequentierte Straße sicher überqueren zu dürfen.
Das Baudezernat wird nach Auskunft von Anne Fellner jetzt die verkehrsrechtliche Anordnung erstellen, Angebote für Beleuchtung, Bordabsenkungen und die Umgestaltung der Parkflächen einholen und die Aufträge erteilen.
