Mit einem Bedarf von 2,4 Millionen Kubikmeter sind die privaten Haushalte der größte Abnehmer und Kunde. Wie Carola Wulkow, kaufmännische Leiterin des ZWA, während der jüngsten Verbandsversammlung informierte, lag der Pro-Kopf-Verbrauch damit 2019 bei 97,1 Liter am Tag. Dies sei gegenüber dem Vorjahr (98,4 Liter pro Kopf und Tag) ein leichter Rückgang. "Der Sommer 2019 war nicht ganz so heiß wie der 2018er", heißt es. Gleichwohl lägen die Verbräuche 2018 und 2019 doch relativ deutlich über den Abnahmemengen der Vorjahre, wo im Schnitt 90 bis 92 Liter pro Kopf und Tag zu registrieren waren. Ursache für den Anstieg sei die Trockenheit.
Naturgemäß gibt es innerhalb des Verbandsgebietes in puncto Verbrauch relativ klare Unterschiede. So kommt das Amt Biesenthal-Barnim auf 90,0 Liter, Britz-Chorin-Oderberg auf 94,8 Liter, die Kreisstadt Eberswalde auf 96,4 Liter, Schorfheide auf 101,8 Liter. Und für das Amt Joachimsthal stehen 103,9 Liter zu Buche. Die Hohenfinower sind mit 80,8 Litern pro Tag und Kunde die sparsamsten, also gewissermaßen die Schwaben unter den regionalen Kunden. Wohingegen die Joachimsthaler mit 108,1 Litern den Hahn am häufigsten aufdrehen.
Entsprechend dem Grundsatz der kaufmännischen Vorsicht, wie die amtierende ZWA-Chefin Petra Walter es ausdrückt, kalkuliere der Verband für 2021 mit einem Bedarf von 91 Litern. Bundesweit liegt der Durchschnittsverbrauch bei Wasser bei 127 Litern pro Kopf und Tag (Stand 2018).
Im Zuge der Jahresendrechnung 2019 hat der ZWA knapp 35 000 Bescheide erlassen. Dazu sind 68 Widersprüche in der Marienstraße eingegangen. 26 beziehen sich auf die Sparte Trinkwasser, 25 auf die leitungsgebundene Schmutzwasserentsorgung und 17 auf die mobile Entsorgung. Die Widerspruchsquote liegt damit bei 0,19 Prozent und ist gegenüber dem Vorjahr (0,27 Prozent) erneut gesunken. In elf Fällen haben Verbraucher unterdessen Klage erhoben. Allesamt seien dem BKB-Umfeld zuzurechnen, heißt es beim ZWA. Also der Bürgergemeinschaft Kommunalabgaben Barnim.
Die Klage wurde jeweils ohne Begründung eingereicht. Insgesamt seien am Verwaltungsgericht, aufgrund des Staus in der Bearbeitung,  150 Klagen gegen den ZWA anhängig. Die ältesten datieren aus 2010 bzw. 2011. Die ZWA-Spitze sieht diese Verfahren und die Summe relativ gelassen. Sie spricht von einem gewissen "Automatismus", mit der der Anwalt der BKB-organisierten Kläger gegen Bescheide vorgeht. Denn seit 2015 seien weder Widersprüche noch Klagen inhaltlich untersetzt worden.
Im laufenden Jahr würden sich trotz Corona-Krise keine signifikanten Veränderungen im Verbrauch abzeichnen, schätzt Petra Walter ein. Während öffentliche Einrichtungen, wie Schulen, und Betriebe weniger Wasser benötigten, da sie infolge des Lockdowns geschlossen waren, sei der Bedarf in Kleingärten, auf Wochenendgrundstücken sowie in den Haushalten gestiegen. Unterm Strich würden sich Minder- und Mehrbedarf ausgleichen.
Spürbar sei indes der deutlich gewachsene Bedarf bei der mobilen Entsorgung. Dort gebe es in der Anmeldung fast eine Verdopplung. Die gewachsene Nachfrage hänge auch mit der teils geringen Größe der Sammelgruben zusammen. "Wir bemühen uns mit unserem Dienstleister, die Anmeldungen zeitnah abzuarbeiten. Aber wir müssen einfach um Verständnis und etwas Geduld bitten", so Petra Walter.