Werbellinkanal: Eichhorster Schleuse wird für Saisonstart fit gemacht
Bei einer Bauwerksinspektion im letzten Jahr wurden Verschleißerscheinungen an den Lagern festgestellt. Die Arbeiten werden etwa 150 000 Euro kosten.
Am Mittwoch stehen ein Schwertransporter und ein Autodrehkran zwischen Wisent–Denkmal und Schleuse. An den beiden nördlichen Schleusentoren werkeln Mitarbeiter der SMB Wildau GmbH. Letzte Handgriffe, bevor das erste von vier Schleusentoren mit Hilfe des Kranes auf den Sattelschlepper gehoben wird. Das Lösen der letzten Verbindungen klappt reibungslos. Dann hängt das 2,1 Tonnen schwere Tor am Haken. Eine halbe Stunde später schwebt schon das zweite Tor durch die Luft. Nachdem es sicher auf dem Schwerlaster abgestellt ist, setzt der Kran auf die südliche Seite der Schleuse um. Hier wird es etwas komplizierter. Erst müssen die Aufbauten der beiden größeren Tore am südlichen Ende der Schleuse entfernt werden. Ein Trennjäger kommt zum Einsatz. Funken sprühen.
„Die vier Tore, die beiden schwersten wiegen je vier Tonnen, bringen wir zur Stawa Stahlbau GmbH nach Eberswalde. Dort werden die kompletten Torlager erneuert. Außerdem werden die Knaggen und die Rollkeilschütze instandgesetzt. Wenn wir noch weitere Schäden feststellen, machen wir das auch gleich mit.“, erklärt Markus Winkler, Mitarbeiter der SMB Wildau. Seine Firma hat die Ausschreibung gewonnen und übernimmt erstmals einen Auftrag für das WSA Eberswalde. Am 24. März sollen die Tore wieder eingesetzt, ab dem 1. April die Schleuse für Schiffsverkehr frei gegeben werden.
In den letzten beiden Jahren sorgte der Schleusenbetrieb in Eichhorst immer wieder für Diskussionen bei Einheimischen und auch Wassertouristen. So wurden die häufigen Schleusungen und auch die im letzten Jahr undichten Schleusentore mit für den niedrigen Wasserstand im Werbellinsee verantwortlich gemacht. Sebastian Dosch, Sprecher des WSA Eberswalde, weist diese Theorien zum Wasserverlust des Werbellinsees jedoch zurück. „Der Hauptverlust an Wasser entsteht durch Verdunstung an warmen Tagen. Der Werbellinsee hat eine riesige Oberfläche. Außerdem haben wir in den letzten Jahren das Phänomen, dass ein unterirdisches Gefälle vom See zum Grundwasser entstanden ist. Das haben uns die Wasserbehörden auch so dargestellt und bestätigt.“
Trotzdem entschloss sich das WSA wegen des niedrigen Wasserstands im Sommer letzten Jahres, „nicht jeden Kanufahrer einzeln durch die Schleusen im Werbellin–kanal fahren zu lassen“. An der automatisch zu bedienenden Schleuse Eichhorst (und auch Rosenbeck) war nur noch eine Sammel–Schleusung pro Stunde möglich.
Immer wieder wird Sebastian Dosch mit Forderungen nach weniger Schleusungen in den Kanälen konfrontiert, um das Wasser in den Seen zu halten. „Das ist gerade sehr en vogue. Die Diskussion haben wir auch in Oranienburg und am Finowkanal.“ Solange sich die Grundwassersituation aber nicht grundlegend verbessere, wird es immer wieder zu solchen Phänomen wie im Werbellinsee kommen.
Der Pegel im Werbellinkanal zeigte am Mittwoch 3,94 Meter. Ende September waren es noch 34 Zentimeter weniger. Der Regen der vergangenen Monate, aber auch Quellwasser haben den Pegel des Werbellinsees zur Freude vieler Sportbootbesitzer, Wassersportler und Naturfreunde wieder steigen lassen. Aber nach den zwei trockenen und heißen Jahren fehlt immer noch Wasser in Barnims schönstem See. Die derzeit laufenden Reparaturarbeiten an den Eichhorster Schleusentoren könnten mit dazu beitragen, dass der Wasserverlust minimiert werden kann. Immerhin passierten im vergangenen Jahr 4700 Boote die Schleuse.

