Wildtiere im Barnim: Ehrenamtler retten junge Tiere vor Tod - Spenden benötigt

Große Kulleraugen: Rehkitze halten sich oft zum Schutz auf ungemähten Feldern auf. Wie sieht der Alltag der Rehkitzretter des Jagdverbandes Eberswalde aus?
Jörg Rittig-Redinger- Ehrenamtliche im Barnim retten im Frühjahr Wildtiere per Drohne – Spenden benötigt.
- 2.853 Hektar abgesucht: 216 Rehkitze, 9 Rotkälber, 6 Damkälber, 4 Junghasen gerettet.
- Zudem 1 Jungfuchs und 13 Gelege von Fasanen, Wildenten, Feldlärchen gesichert.
- Team um Piloten Höhns, Bölke, Wesebaum, Hinz, Pietsch – Einsätze starten vor Morgengrauen.
- Spendenkonto Jagdverband Eberswalde e.V., Verwendungszweck „Kitzrettung“.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Frühling, erwachende Natur, neues Leben – auch, wenn es noch kalt draußen ist, bald beginnt der Frühling wieder. Doch die dann erblühende Umwelt birgt auch Gefahren – vor allem für junge Rehe. In wenigen Wochen werden die jetzt täglich runder werdenden Ricken ihren Nachwuchs in den Wiesen ablegen. Gut versteckt, damit weder Fuchs noch Greifvogel die Kitze aufspüren.
Doch sind Kitze wie auch die Kälber von Rot– und Damwild so im Halmdickicht verborgen, dass ihnen beim ersten Schnitt der Wiesen tödliche Gefahr droht: Vor den Mähwerken gibt es kein Entkommen. Oder etwa doch? Wenn andere noch schlafen, beginnt für die Rehkitzretter des Jagdverbandes Eberswalde im Frühjahr längst der Tag. Zwischen feuchten Wiesen, Nebelschwaden und dem ersten Vogelgesang werden sie ihre Drohnen starten, um das zu tun, was ihnen am Herzen liegt: Leben retten.
Aufstehen vor dem Morgengrauen
„Kein Weg ist zu weit, keine Stunde zu früh, so könnte das Motto unserer Drohnenpiloten lauten“, sagt Mike Schwarz vom Jagdverband. Im vergangenen Jahr waren Thomas Höhns, Oliver Bölke, Jens Wesebaum, Christian Hinz und Jörg-Peter Pietsch unermüdlich im Einsatz. Mit scharfem Blick auf den Monitor und präziser Hand am Steuerknüppel haben sie auf insgesamt 2.853 Hektar Wiesenfläche 216 Rehkitze, neun Rotkälber, sechs Damkälber, vier Junghasen, einen Jungfuchs sowie 13 Gelege von Fasanen, Wildenten und Feldlärchen vor dem Mähtod bewahrt.
„Doch jede erfolgreiche Rettung ist Teamarbeit“, sagt Schwarz. Am Boden sichern die ehrenamtlichen Helfer die gefundenen Tiere, tragen sie vorsichtig aus der Gefahrenzone und bringen sie in Sicherheit. „Manchmal ist es hart, wenn der Wecker um spätestens 2 Uhr klingelt“, erzählt eine Helferin lächelnd. „Aber wenn dann die Sonne aufgeht und du weißt, dass heute kein Kitz verletzt wurde, ist das unbezahlbar.“
Drohneneinsätze kosten Geld
All die Arbeit wird ehrenamtlich verrichtet. Trotzdem kosten die Einsätze Geld. Dafür gab es in diesem Jahr bereits Spenden. „Die Jagdschule Schorfheide von Frauke Wettrau-Dehlan spendete 500 Euro aus den Einnahmen vom Tag der offenen Tür der Jagdschule. Dieses Geld hilft, die Drohnen einsatzbereit zu halten und weitere Rettungsaktionen zu finanzieren.“ Trotzdem hoffen die Freiwilligen auf weitere Spenden, um den Einsatz auch in den kommenden Jahren zu sichern. Und auch, wer mithelfen möchte, sei herzlich willkommen.
Dass Landwirte gesetzlich verpflichtet sind, sicherzustellen, dass keine Jungtiere „ausgemäht“ werden, hat sich herumgesprochen. Aber Kitzschonung kostet Zeit, entweder durch Absuchen der Flächen oder durch bewusst langsames Fahrtempo und überschaubare Breiten der Messerbalken und -kreisel. Leider führt auch ein Ablaufen der Flächen, selbst mit Hunden, nicht immer zum Auffinden von Kitzen. Genau hier wollen die Drohnentrupps helfen.
„An alle Piloten, Helfer, Unterstützer und Spender: Danke, dass ihr zeigt, wie viel man gemeinsam erreichen kann, wenn Herzblut, Technik und Teamgeist zusammenkommen. Die Wiesen des Barnim sind ein Stück sicherer dank euch“, freut sich Mike Schwarz über die Arbeit der Ehrenamtlichen.
Spendenkonto
Jagdverband Eberswalde e.V.
IBAN: DE80100900003594178008
BIC: BEVODEBBXXX
Kreditinstitut: Berliner Volksbank eG
Verwendungszweck: „Kitzrettung“


