Wirtschaft in Eberswalde: Wie die Zukunft der Stadt aussieht

Rofin Park in Eberswalde: Hier im alten Rohrleitungswerk wurden mal Dampfhochdruck-Rohrleitungen für die ganze Welt geschweißt. Heute haben sich in den alten Industriehallen, Schmieden und Lagergebäuden zahlreiche Firmen und Vereine angesiedelt.
Viola PeterssonDas Walzwerk und der Rohrleitungsbau in Finow, der Kranbau in Eberswalde – die Industrie hat über viele Jahre die Stadt Eberswalde geprägt. Das Walzwerk existiert nicht mehr, 36 Menschen arbeiten noch im Kranbau in Eberswalde. Anfang der 90er Jahre waren es noch 3.200 Menschen, die hier in Lohn und Brot standen. Der alte Industriestandort hat sich gewandelt, es ist nicht mehr viel davon übrig.
In der Stadt gibt es glücklicherweise immer noch ein großes Industriegebiet, wo Firmen wie Timpla, Umetec und viele andere sichere Jobs in der Stadt anbieten und auch für Steuereinnahmen sorgen. Doch Eberswalde ist keine Industriestadt mehr, wie vor allem ältere Mitbürger sie noch kennen. Die Stadt ist im Wandel.
Wirtschaft in Eberswalde im Wandel
Der Rofin Park zeugt vom aktuellen Wandel. Hier im alten Rohrleitungswerk wurden mal Dampfhochdruck-Rohrleitungen für die ganze Welt geschweißt, die der Industrialisierung Anfang des 20. Jahrhunderts einen immensen Schub gaben. Heute haben sich in den alten Industriehallen, Schmieden und Lagergebäuden zahlreiche Firmen und Vereine angesiedelt.
„Insgesamt ist dadurch unsere lokale Wirtschaft wesentlich diversifizierter und somit weniger abhängig von einzelnen Großbetrieben geworden“, befindet auch FDP-Stadtverordnetenkandidat Christoph Maskow, der die Industrie hier aber nicht auf verlorenem Posten sieht. „Im Produktionsbereich gibt es auch immer wieder Neuansiedlungen wie das Holzmodulwerk oder Gründungen wie beispielsweise Enerkíte, so dass man vom Wandel, aber nicht vom Verschwinden des Standortes Eberswalde sprechen kann.“
Diskussion zum Thema im Rofin Park
In der jüngeren Vergangenheit wurde aber auch die Ohnmacht der Stadt in Bezug auf die Industrie in Eberswalde sichtbar. Gegen eine Insolvenz können auch Stadtverwaltung und Politik wenig ausrichten. Die Stadt hat insgesamt gesehen keinen direkten Einfluss auf wirtschaftliche Entscheidungen privater Unternehmen, kann aber durch Rahmenbedingungen sehr wohl ein positives Investitionsklima schaffen. „Diese Rahmenbedingungen ergeben sich aus den verschiedensten Faktoren wie beispielsweise Verkehrsinfrastruktur, einer lösungsorientierten Verwaltung, aber auch einem guten Angebot im Wohnungs- und Eigenheimmarkt sowie ausreichenden Schul- und Kita-Kapazitäten“, glaubt Maskow.
„Boomtown Eberswalde“ lacht einem ein Schild am Ortseingang aus Richtung Autobahn kommend an. Doch, wie groß ist der Boom wirklich? Was braucht es, um diesen Boom am Leben zu erhalten? Darüber diskutieren fünf Kandidaten zur Stadtverordnetenwahl am Donnerstag (23.5.) im Bloc Café im Rofin Park an der Coppistraße. Sebastian Walter (Linke), Christoph Maskow (FDP), Martin Knoll (Bündnis Eberswalde), Uwe Grohs (CDU) und Riccardo Sandow (Bürger für Eberswalde) stellen ihre Version eines zukünftigen Eberswaldes vor.
Nächste Termine für das MOZ-Wahlforum
Podiumsdiskussion - am 23.5. Bloc Café im Rofin Park
Thema: Wirtschaft in Eberswalde – Boomtown oder abbruchreif?
Gäste: Martin Knoll (Bündnis Eberswalde), Uwe Grohs (CDU), Sebastian Walter (Linke), Christoph Maskow (FDP), Riccardo Sandow (Bürger für Eberswalde)
Beginn: 18 Uhr
Bürgerfragen per E-Mail zum Thema bitte an: eberswalde-red@moz.de,
Stichwort: „Wirtschaft“.

