Wohnungsbau in Eberswalde: Bauvorhaben Schwärzeblick - kommt da noch was?


Bauvorhaben Schwärzeblick in Eberswalde: „Glücklich Wohnen!“, verspricht die BUWOG. Wenn Wohnungen dastehen, wäre dies kein Problem. Das wird allerdings noch dauern.
Markus PettelkauDer BER, die Hamburger Elbphilharmonie, Stuttgart 21 und das Bauvorhaben Schwärzeblick. Ja, genau. Eberswalde ist mit seinem Großprojekt, auch wenn es nicht ganz so teuer ist, schon ein wenig mit den berühmten Vorbildern vergleichbar. Und in Eberswalde wurde noch nicht einmal begonnen zu bauen. Mindestens um zwei Jahre soll sich der Bau der 370 Wohnungen plus Kita verzögern, nach jetzigem Stand. Die Chance auf weitere Verzögerungen ist also noch da.
Schon jetzt wirkt das 360 Hektar Areal mehr wie ein Biotop, nicht wie ein Bauvorhaben. Es wäre nicht verwunderlich, wenn sich in der Zwischenzeit seltene Tiere hier ansiedeln, die die Ruhe auf dem Gelände genießen können – es passiert ja nichts. Und wenn die erstmal da sind, dann viel Spaß bei weiteren Bauverzögerungen.
Selbst verschuldetes Problem
Aber Spaß beiseite: Eberswalde hat sich mal wieder ins eigene Bein geschossen. Die Stadtpolitik, deren Zustimmung es vertraglich geregelt bedurfte, stimmte damals mehrheitlich für einen Verkauf. So wanderte das Projekt von der „Schwärzetal Projekt GmbH“ in die Hände der BUWOG Bauträger GmbH, einem Tochterunternehmen der Vonovia – für 13 Millionen Euro.
Der Verdacht drängt sich zudem auf, dass das Projekt von Anfang an ein Spekulationsobjekt war. Wie viel das Gelände heute wert ist? Sicherlich mehr als noch 2021, wenn man die Entwicklungen in diesem Sektor in den letzten beiden Jahren beobachtet hat. Es wird Zeit, dass die Stadt einen Weg findet, den Druck auf den Bauherren zu erhöhen. Wenn man sich die Entwicklung des Mietspiegels ansieht, dann wird deutlich, dass Eberswalde die Wohnungen dringend braucht. Wenn man sich die Situation der Kitaplätze ansieht, wird deutlich, dass Eberswalde diese ebenfalls braucht.
Je länger das Verfahren dauert, desto unwahrscheinlicher wird es, dass das Projekt im gesetzten Rahmen umgesetzt werden kann. Denn Bauen wird immer teurer – das ist sicherlich kein Geheimnis. Sollte das Projekt nach 2025 erneut verschoben werden, sieht nicht nur der Autor dieses Kommentars langsam schwarz für das neue Quartier.
