Wolfsschutz
: Zwei neue Wachhunde für den Wildpark Schorfheide

Pyrenäen-Berghunde haben im Wildpark Schorfheide Einzug gehalten und bewachen eine ziemlich bunte Tierfamilie.
Von
Marco Marschall
Groß Schönebeck
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  • Erstes Beschnuppern: Knut Kucznik, Vorsitzender des Schafzuchtverbandes Berlin-Brandenburg, geht im Wildpark Schorfheide mit einem der Herdenschutzhunde auf Tuchfühlung mit einem Rind.

    Erstes Beschnuppern: Knut Kucznik, Vorsitzender des Schafzuchtverbandes Berlin-Brandenburg, geht im Wildpark Schorfheide mit einem der Herdenschutzhunde auf Tuchfühlung mit einem Rind.

    Thomas Hennig
  • Echt verliebt: Wildpark-Chefin Imke Heyter gibt einem der neuen Vierbeiner ein paar Streicheleinheiten.

    Echt verliebt: Wildpark-Chefin Imke Heyter gibt einem der neuen Vierbeiner ein paar Streicheleinheiten.

    Thomas Hennig
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Die  Pyrenäen-Berghunde – sie zwei, der Rüde vier Jahre jung – sind Teil eines vom Land Brandenburg und dem WWF geförderten Projektes. „Mit der Eröffnung des Wolfsinformationszentrums vor zwei Jahren ist die Idee entstanden, hier zu zeigen, wie Herdenschutz funktioniert“, erklärt Wildparkleiterin Imke Heyter. Dieser beinhaltet zum einen verschiedene Arten von Zäunen und zum anderen die besonderen Hunde.

Startschuss am 5. Juli

Beide leben nun schon eine Weile im Wildpark. Corona hatte den offiziellen Startschuss zum Herdenschutzprojekt hinausgezögert, der nun am 5. Juli gemeinsam mit den Förderern vollzogen werden soll. 30 000 Euro hatte es seitens des WWF gegeben, der – anders als sein Logo suggeriert – nicht nur am Schutz von Pandas, sondern auch am Wolf interessiert ist. 15 000 Euro gibt es vom Land Brandenburg.

Das fördert auch privaten Nutztierhaltern die Anschaffung von Herdenschutzhunden – mit 4000 Euro für einen erwachsenen Hund und 1000 Euro für einen Welpen. „Voraussetzung ist, dass sich die Besitzer schulen lassen“, sagt Knut Kucznik, Vorsitzender des Schafzuchtverbandes Berlin-Brandenburg. Er hat gemeinsam mit Imke Heyter am Projekt im Wildpark gestrickt und von ihm stammen auch die besonderen Hunde, deren Anschaffungskosten für Private in der Regel nicht durch die Landesförderung abgedeckt werden. Das sei auch gut so, meint Kucznik. Etwa 500 entsprechende Hunde gebe es bundes- und 300 landesweit, schätzt er. Sie variieren preislich stark. „Ich habe auch einen, für den möchte ich 8000 Euro. Denn der verjagt sogar Seeadler und Kolkraben“, sagt Kucznik. Doch sind die denn eine Bedrohung für die Herde? "Kolkraben picken Lämmern die Augen aus und auch Muttertieren während der Geburt“, beschreibt der Schäfer.

Bewachen sogar Hühner

Die Hunde beschützen, wie im Wildpark bereits beobachtet werden kann, nicht nur Schafe. Ein Foto im Wolfsinformationszentrum zeigt den Vierbeiner im Hühnerstall. Wie Imke Heyter erklärt, begreifen sie die Tiere um sich herum als ihr Rudel. Das kommt daher, weil sie in eine Herde hineingeboren sind. Herdenschutzhunde seien nicht zu verwechseln mit Hütehunden, die die Aufgabe haben, Nutztiere zu treiben und zusammenzuhalten und viel agiler sind. Herdenschutzhunde sind größer, haben ein anderes Wesen. Sie könnten es im Zweifel auch mit einem Wolf aufnehmen, meint Imke Heyter. Wobei Isegrim den Kampf eher scheuen würde. "Der Wolf riskiert keine Verletzung“, sagt die Wildpark-Chefin.

Sie gesteht „echt verliebt“ in die beiden neuen Bewohner des Areals bei Groß Schönebeck zu sein, die vor allem für Publikum aus Fachkreisen Anziehungspunkt sein dürften. Die Kombination aus richtigem Hund und richtigem Zaun soll Haltern von Nutztieren hohen Schutz bieten. Jup und Luder sollen helfen, das zu veranschaulichen